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10.04.2017 | Leichtbau | Nachricht | Onlineartikel

Chemnitzer Forscher machen Audi-Q5-Durchlade leichter

Autor:
Christiane Köllner

Chemnitzer Forscher haben eine Durchlade für die Rücksitzbank des Audi Q5 aus Faser-Kunststoff-Verbund entwickelt. Sie soll um mehr als die Hälfte leichter sein als eine Stahl-Variante. 

Viele Pkw verfügen in der Rücksitzbank über eine Luke zum Durchschieben langer Gegenstände. Diese sogenannte Durchlade haben sich Forscher des Bundesexzellenclusters Merge und des Instituts für Strukturleichtbau der Technischen Universität Chemnitz ganz genau angeschaut, um Gewicht und Kosten einzusparen. Das Ergebnis: "Wir haben das ursprünglich 3,85 Kilogramm schwere Metall-Bauteil völlig neu konzipiert und konnten sein Gewicht auf rund 1,64 Kilogramm reduzieren, also um mehr als die Hälfte", sagt Professor Dr. Lothar Kroll, Direktor des Instituts für Strukturleichtbau und Sprecher des Bundesexzellenzclusters Merge.

Herstellungskosten sollen um circa 30 Prozent sinken

Die Chemnitzer Entwicklung, die auf Basis der Stahl-Variante des aktuellen Audi Q5 konzipiert wurde, ist aus endlosfaserverstärkten thermoplastischen Halbzeugen kombiniert mit thermoplastischen Spritzgießkomponenten gefertigt. "Erstmals überhaupt wurde dieses Strukturbauteil als faserkunststoffverstärktes Bauteil konstruiert und technologisch als Prototyp umgesetzt und wird bis zur Serienreife weiterentwickelt", ergänzt Kroll. 

Für die Herstellung seien verschiedene Textilverstärkungen zum Einsatz gekommen, die dafür sorgen sollen, dass die Durchlade eine hohe Festigkeit, Steifigkeit und Stabilität aufweist. "Für die Herstellung erfolgt zunächst eine thermische Formung der unterschiedlichen textilen Materialien mit darin integrierten Sensoren", erläutert der Chemnitzer Professor. Anschließend sei das Bauteil im Spritzgussverfahren mit Kunststoff vollautomatisch finalisiert worden. Wie es heißt, verringere dieser Fertigungsprozess die Herstellungskosten um etwa 30 Prozent.

Durchlade wird auf der Hannover Messe ausgestellt

Die Pkw-Durchlade gilt als ein hoch-crashbelastetes Bauteil. Wenn es zum Unfall kommt, muss sie die Kofferraumladung zurückhalten und somit die Insassen vor herumfliegendem Gepäck oder Gegenständen schützen. "Die neuartige, sehr leichte Durchlade bleibt im Crashfall in ihrer Struktur erhalten und nimmt die Energie des Aufpralls auf", versichert Kroll. 

Die Chemnitzer Wissenschaftler zeigen die Durchlade auf der Hannover Messe vom 24. bis 28. April 2017.

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