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Über dieses Buch

Werden schwule Politiker positiver dargestellt als Arbeitslose? Warum verdienen Frauen in Journalismus und PR weniger als Männer? Fördert Ethnomarketing die Integration von MigrantInnen? Fragen wie diese beleuchtet Bärbel Röben in einem mit vielen Basisinformationen und Beispielen illustrierten Streifzug durch Medien- und Berufsethik, Gender Studies, die Forschungsfelder Migration/Integration und soziale Ungleichheit. Aus den Befunden entwickelt sie verantwortungsethische Perspektiven für eine neue Schlüsselkompetenz, die Medienschaffende in der demokratischen Vielfaltsgesellschaft benötigen: die Fähigkeit, multiperspektivisch zu informieren, d.h. Sensibilität dafür zu entwickeln, dass Unterscheidungen nach Geschlecht, ethnischer oder sozialer Herkunft gesellschaftliche Ursachen und Folgen haben.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Medienethik und die „Anderen“ – Einführung mit praktischen Beispielen

Die Welt der Medien ist in einem Umbruch begriffen – nicht nur die Technologien, sondern auch die vermittelten Inhalte müssen an gesellschaftliche Veränderungen angepasst werden. Medienschaffende in der demokratischen Vielfaltsgesellschaft benötigen eine neue Schlüsselkompetenz: die Fähigkeit, multiperspektivisch zu berichten, d. h. Sensibilität dafür zu entwickeln, dass Unterscheidungen nach Geschlecht, ethnischer oder sozialer Herkunft gesellschaftliche Ursachen und Folgen haben.

Bärbel Röben

2. Von Medienethik zu Berufsethik in PR und Journalismus

Es gibt viele Begriffserklärungen für Moral, Werte und Normen – von Philosophen, Theologen, Soziologen und anderen Wissenschaftlern. Die Anfänge der Definitionsversuche gehen zurück bis ins 5. Jahrhundert vor Christus zum griechischen Philosophen Aristoteles. Im Folgenden werde ich diese Begriffe anhand einer

Definition von Medienethik

erklären, die für den Umgang mit Differenzsetzungen in der Vielfaltsgesellschaft handlungsleitend sein kann.

Bärbel Röben

3. Die Genderperspektive in den Medien

Der 1949 erschienene Titel „Das andere Geschlecht“ der französischen Philosophin und Schriftstellerin Simone de Beauvoir verweist auf die Perspektive, bei der feministische Forschung ansetzte: Der Mann als die „Norm“ , die Frau als die „andere“ . Im Originaltitel des Buches „Le deuxième Sexe“ wird die thematisierte willkürlich konstruierte „Zweitrangigkeit“ von Frauen in der Gesellschaft noch deutlicher. Durch den Einfluss der angloamerikanischen Gender Studies entwickelte sich die Frauenforschung in Deutschland in den 1990er Jahren zur Geschlechterforschung, die nicht mehr auf Frauen fokussiert, sondern Frauen und Männer in den Blick nimmt.

Bärbel Röben

4. Der, die, das „Andere“ in den Medien

Für medienethisch fundierte Kommunikation in der demokratischen Vielfaltsgesellschaft ist es wichtig, sich der aktuellen Grenzziehungen zwischen den verschiedenen Gruppen bewusst zu werden, um dann adäquat mit diesen konstruierten Differenzsetzungen umgehen zu können.

Bärbel Röben

5. Differenz(setzung)en und gesellschaftliche Ungleichheitslagen

In seinem Kurzfilm „Wahlverwandtschaften“ thematisiert Nils Loof142 Ausgrenzungsmechanismen: Dr. Brand, angesehener Augenarzt in einer deutschen Kleinstadt, will mit seiner Mutter die Inszenierung von Goethes „Wahlverwandtschaften“ im Theater sehen. Doch die Warteschlange vor der Kasse ist lang. Um noch zwei der wenigen Karten zu bekommen, versucht er den Kassierer zu bewegen,

Deutschen

den Vortritt zu lassen, da es sich ja um die Aufführung eines Stücksvon Goethe, dem großen

deutschen

Dichter handelt. Es funktioniert und die Menschenschlange wird nach ethnischer He rkunft sortiert. Als Brandt immer noch nicht weit genug vorne steht, verweist er auf mangelndes Sehvermögen einiger Wartender, die zu seinen Patienten gehören und lässt nach körperlichen Beeinträchtigungen sortieren.

Bärbel Röben

6. Medienethik und Umgang mit Differenzsetzungen – Fazit und Ausblick

Der Umgang mit Differenzsetzungen, d. h. mit Menschen vielfältiger Identitäten, in den Medien ist eine berufsethische Herausforderung in Journalismus und Public Relations. Denn die hierarchisierende Sortierung dieser Viefalt, eng verknüpft mit sozialen Ungleichheitslagen, widerspricht dem Gleichheitsprinzip und der demokratietheoretischen Norm, Öffentlichkeit für alle sozialen Gruppen herzustellen. Um diese Aufgabe berufsspezifisch zu erfüllen, brauchen Medienschaffende in Journalismus und Public Relations

zunächst die Sensibilität, Unterscheidungen zu erkennen

und dann die

Fähigkeit, differenzbewusst damit umzugehen und multiperspektivisch zu kommunizieren

. Nur mit dieser neuen Schlüsselkompetenz können sie den medienethischen Herausforderungen in einer demokratischen Vielfaltsgesellschaft wie der Bundesrepublik gerecht werden.

Bärbel Röben
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