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Über dieses Buch

Dem Leser wird hier in allgemeinverständlicher Weise ein neues, auf internationaler Ebene von der UNESCO begleitetes und koordiniertes Naturschutzkonzept nähergebracht. In den 13 Biosphärenreservaten Deutschlands steht nicht der konservierende Naturschutz im Vordergrund, sondern vielmehr das Bemühen des wirtschaftenden Menschen, zu einem harmonischen Miteinander von Natur und Mensch zu gelangen. Die Autoren erläutern u. a. Auswahlkriterien, rechtliche und institutionelle Organisation, Finanzierung und räumliche Gliederung jeweils am Beispiel eines oder mehrerer bereits bestehender Biosphärenreservate. Zahlreiche Karten und Farbabbildungen tragen dabei zur Anschaulichkeit der Ausführungen bei.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung

Zusammenfassung
Die Prinzipien “Leben von den Zinsen” und “Erhaltung des Bestandes” sind keinesfalls — wie vielfach angenommen — jungen Ursprungs. Bereits im ausgehenden 18. Jahrhundert wurden sie in Mitteleuropa von der im Aufbau befindlichen Forstwirtschaft in das Konzept der Nachhaltigkeit integriert (vgl. Windhorst 1978, S.89ff.). Nachhaltige Forstwirtschaft kennzeichnet eine Form der Waldbewirtschaftung, “bei der die Produktionskraft des Waldes oder des Waldstandortes und die jeweilige Holzmenge so in Einklang miteinander gebracht werden, daß langfristig ein möglichst hoher Holzertrag gewährleistet ist, Boden und Standort jedoch nicht beeinträchtigt werden” (Haber 1994, S. 10). Obwohl diese waldbaulichen Forderungen erst in Ansätzen umgesetzt sind — bislang stand vor allem die Nachhaltigkeit der Holzproduktion im Vordergrund der Bemühungen — galt und gilt das Konzept der Nachhaltigkeit als forstwirtschaftliche Maxime.
Karl-Heinz Erdmann, Johanna Frommberger

2. Entwicklung und Organisation der Biosphärenreservate

Zusammenfassung
Biosphärenreservate bilden den Kernbereich des von der 16. General-konferenz der UNESCO am 23. Oktober 1970 ins Leben gerufenen MAB-Programms (vgl. Erdmann & Nauber 1995). Dieses hat die Aufgabe, auf nationaler und internationaler Ebene wissenschaftliche Grundlagen für eine wirksame Erhaltung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes sowie für eine ökologisch rationale Nutzung der Biosphäre zu erarbeiten bzw. zu verbessern. Als maßgeblicher Einflußfaktor fast aller Ökosysteme ist der handelnde Mensch integraler Bestandteil des MAB-Programms.
Karl-Heinz Erdmann, Johanna Frommberger

3. Aufgaben und Ziele der Biosphärenreservate in Deutschland

Zusammenfassung
Infolge des Wandels der Biosphärenreservate von einer internationalen Schutzgebietskategorie zu einem Modellkonzept einer dauerhaft naturgerechten Entwicklung wurde Biosphärenreservaten im lokalen, regionalen und überregionalen Zusammenhang die Funktion eines zentralen Umsetzungsinstruments zugewiesen. Ziel ist es, für die verschiedenen Kulturlandschaften Möglichkeiten einer differenzierten, an den regionalen ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Rahmenbedingungen orientierten Entwicklung aufzuzeigen.
Karl-Heinz Erdmann, Johanna Frommberger

4. Biosphärenreservate im internationalen Kontext

Zusammenfassung
Die Gründung des MAB-Programms durch die UNESCO war von der Erkenntnis getragen, daß die identifizierten Natur- und Umweltprobleme nur durch eine intensive internationale Zusammenarbeit bewältigt werden können. Dem liegt die Einsicht zugrunde, daß die Wirkungen anthropogener Eingriffe in den Naturhaushalt keinesfalls an Staatsgrenzen enden und vielfältige Ökosystemveränderungen eine globale Dimension aufweisen (Deutsches MAB-Nationalkomitee 1991).
Karl-Heinz Erdmann, Johanna Frommberger

5. Perspektiven für die künftige Entwicklung der Biosphärenreservate

Zusammenfassung
Das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung (sustainable development) steht für ein Konzept, das die Verbesserung der ökonomischen und sozialen Lebensbedingungen der Menschen mit der langfristigen Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen in Einklang bringen soll (vgl. BMU 1994, S.9). In der Konkretisierung bedeutet dies für die verschiedenen Kulturlandschaften Deutschlands eine differenzierte an regionalisierten ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Qualitätszielen orientierte Entwicklung. Mit der anläßlich der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung (UNCED) im Juni 1992 in Rio de Janeiro verabschiedeten Agenda 21 wurde ein umfassendes Aktionsprogramm aufgelegt, das detaillierte natur-, umweit-, sozial, wirtschafts-, kultur- und entwicklungspolitische Handlungsanweisungen enthält (vgl. BMU 1992, S.18). Seitdem das Konzept der Biosphärenreservate von einem primär auf den Schutz ausgerichteten zu einem auf die dauerhaft naturverträgliche Entwicklung zielendes Instrument weiterentwickelt wurde, gewinnen Biosphärenreservate in den Nachfolgeaktivitäten zu der Rio-Konferenz im lokalen wie auch im regionalen und überregionalen Zusammenhang eine besondere Bedeutung (vgl. SRU 1994, S.45ff). Dies spiegelt sich nicht zuletzt in der umfangreichen zu Biosphärenreservaten erschienenen Literatur wider (vgl. Erdmann et al. 1997).
Karl-Heinz Erdmann, Johanna Frommberger

6. Literatur

Ohne Zusammenfassung
Karl-Heinz Erdmann, Johanna Frommberger

7. Anhang

Zusammenfassung
Im Anhang sind verschiedene Informationen zu Biosphärenreservaten zusammengestellt. Nachdem in Kap. 3 die von Biosphärenreservaten zu erfüllenden Aufgabenbereiche diskutiert wurden, schließen unter 7.1 überblicksartige Darstellungen der einzelnen Biosphärenreservate in Deutschland an. Diese gründen insbesondere auf charakterisierenden Struktur- und Funktionsdaten (vgl. AGBR 1995). Unter 7.2 folgt eine Liste der bis heute von der UNESCO anerkannten 352 Biosphärenreservate (Stand: 01.01.1998). Sie enthält Angaben über Flächengrößen sowie das Jahr der Anerkennung der einzelnen Biosphärenreservate. Die deutsche Fassung der “Sevilla-Strategie” und die “Internationalen Leitlinien für das Weltnetz der Biosphärenreservate” sind unter Kap. 7.3.2 und Kap. 7.3.3 wiedergegeben. Weiterführende Informationen zu den Biosphärenreservaten können über die unter 7.4 zusammengestellten Anschriften bezogen werden.
Karl-Heinz Erdmann, Johanna Frommberger
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