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Über dieses Buch

Das vorliegende Buch beantwortet die Frage, in welchem Umfang der noch junge Ansatz der Verhaltensökonomik zu einer Erweiterung des bisherigen Erkenntnisstandes der Finanzwissenschaft beitragen kann. Dies geschieht in Form der Behandlung von drei in sich geschlossenen Themenbereichen, zu denen neben einer überblickartigen Darstellung der vorliegenden verhaltenswissenschaftlichen Untersuchungsergebnisse zur Staatsfinanzierung sowie zur öffentlichen Ausgabentätigkeit ebenso der Beitrag der Verhaltensökonomik für eine finanzwissenschaftliche Rechtfertigung und Gestaltung staatlicher Markteingriffe zählt. Zu diesem Zweck werden die zentralen Erkenntnisse der Finanz- und Steuerpsychologie, der Psychologie der staatlichen Ausgabentätigkeit und der verhaltenspsychologischen Betrachtung staatlicher Marktinterventionen aufgearbeitet, um die sich daraus ergebenden verhaltensökonomischen Korrekturen an den gängigen Einsichten der Finanzwissenschaft zu erläutern und finanzpolitische Implikationen abzuleiten.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung und Zielsetzung

Mit der Finanzwissenschaft verbindet sich eine lange wirtschaftswissenschaftliche Tradition. Als ökonomische Lehre von der öffentlichen Finanzwirtschaft und Bestandteil der Staatswissenschaften zählt sie nicht nur seit Anbeginn der Nationalökonomie zu deren Kernfächern, sondern ist auch aktuell festes Element des volkswirtschaftlichen Lehrkanons, was sich nicht zuletzt in einer Vielzahl an finanzwissenschaftlichen Lehrbüchern dokumentiert.
Thomas Döring

2. Zentrale Erkenntnisse der Verhaltensökonomik – Zur begrenzten Rationalität des individuellen Entscheidungsverhaltens

Kapitel 2 des Buches beinhaltet eine Darstellung der zentralen Einsichten und Implikationen des verhaltensökonomischen Ansatzes umfasst, wobei neben den Ursachen einer begrenzten Rationalität individuellen Entscheidungsverhaltens in Gestalt von subjektiven Wahrnehmungsfehlern, der verzerrenden Wirkung kognitiver Heuristiken und Illusionen sowie der Zeitinkonsistenz individueller Präferenzen auch auf die Bedeutung von Fairnessnormen und Gerechtigkeitseinschätzungen einschließlich damit verbundener Reaktanzpotenziale für das individuelle Entscheidungsverhalten näher eingegangen wird.
Thomas Döring

3. Staatsfinanzierung und Verhaltensökonomik – Zur Psychologie der Besteuerung (und Verschuldung)

In Kapitel 3 des Buches werden die in der Finanzwissenschaft gängigen Rechtfertigungsargumente der Besteuerung ebenso wie die herkömmliche ökonomische Steuerwirkungslehre einer kritischen Betrachtung unterzogen. Dabei kann nicht nur gezeigt werden, dass die traditionelle Begründung von Steuern und sonstigen Abgaben mittels Leistungsfähigkeits- und Äquivalenzprinzip einer Erweiterung um verhaltensökonomische Einsichten bedarf. Zudem wird verdeutlicht, dass die gängige effizienz-, verteilungs- und stabilitätsbezogene Wirkungsanalyse der Besteuerung ohne eine zusätzliche verhaltensökonomische Fundierung rasch an Grenzen stößt. Letzteres gilt auch und insbesondere für die Analyse des Phänomens der Steuerhinterziehung, das mittels traditioneller ökonomischer Ansätze nur unzureichend erklärt werden kann und sich daher zu einem Kernbereich der Steuerpsychologie entwickelt hat. Mit dem sich anschließenden Exkurs zum staatlichen Verschuldungsverhalten wird zudem verdeutlicht, dass sich verhaltensökonomische Einsichten nicht bereits in einer „Psychologie der Besteuerung“ erschöpfen, sondern vielmehr für die Gesamtheit der staatlichen Einnahmen fruchtbar gemacht werden können.
Thomas Döring

4. Staatsausgaben und Verhaltensökonomik – Zur Psychologie der öffentlichen Ausgabentätigkeit

In Kapitel 4 des Buches werden die in der Finanzwissenschaft gängigen Begründungen der Entwicklung der Staatsausgaben im Zeitverlauf ebenso wie die herkömmliche ökonomische Wirkungsanalyse der öffentlichen Ausgaben einer verhaltensökonomischen Betrachtung unterzogen. Dabei kann nicht nur dargelegt werden, dass bereits die bestehenden finanzwissenschaftlichen Erklärungsansätze zum Staatsanteilswachstum in vielfältiger Form auf psychologische Erkenntnisse zurückgreifen. Zudem wird gezeigt, wie perzipierte Vorteile, Dringlichkeitseinschätzungen und Fairnesserwägungen die subjektive Wahrnehmung der Staatsausgaben aus Sicht der Nutznießer öffentlicher Leistungen beeinflussen. Schließlich wird ebenso verdeutlicht, dass die gängige effizienz-, verteilungs- und stabilitätsbezogene Wirkungsanalyse der Ausgabentätigkeit ohne eine zusätzliche verhaltensökonomische Fundierung unvollständig bleibt. Letzteres gilt auch für die Analyse des (haushalts-)politischen Willensbildungsprozesses, der nur unzureichend durch bestehende politökonomische Ansätze erklärt werden kann und daher um eine Betrachtung der psychologischen Bestimmungsfaktoren politischen Verhaltens in der Demokratie - und hier insbesondere des Wählerverhaltens - ergänzt werden muss.
Thomas Döring

5. Markteingriffe und Verhaltensökonomik – Zur Psychologie der Rechtfertigung und Gestaltung staatlicher Interventionstätigkeit

In Kapitel 4 des Buches werden die in der Finanzwissenschaft gängigen Begründungen der Staatstätigkeit einer verhaltensökonomischen Betrachtung unterzogen. Dabei kann unter Bezug auf das Effizienzziel nicht nur gezeigt werden, wie psychologische Erkenntnisse zu ergänzenden Einsichten mit Blick auf die Bereitstellung öffentlicher Güter, die staatliche Internalisierung externer Effekte oder auch die Korrektur informationsbedingter Marktunvollkommenheiten durch den Staat führen. Zudem wird dargelegt, wie das verhaltensökonomische Konzept des asymmetrischen (libertären) Paternalismus zu einem grundlegenden Perspektivenwechsel in der finanzwissenschaftlichen Diskussion um die Bereitstellung meritorischer Güter beiträgt. Unter dem Verteilungsziel liefern darüber hinaus die Berücksichtigung sozialer Präferenzen – erklärt mit Hilfe von Verhaltensmotiven wie Altruismus oder einer Ungleichheitsaversion – ebenso wie Ergebnisse der ökonomischen Lebenszufriedenheitsforschung sowie psychologischer Untersuchungen zur Wirkung von Knappheit und Armut zusätzliche Argumente für eine Umverteilungspolitik des Staates. Unter dem Stabilisierungsziel sind es schließlich zum einen die Psychologie von Geld, Inflation und Finanzmärkten und zum anderen verhaltensökonomische Ursachen und Effekte von Arbeitslosigkeit, die zu einer Erweiterung der finanzwissenschaftlichen Perspektive in der Bewertung des staatlichen Handlungsbedarfs beitragen.
Thomas Döring

6. Schlussbetrachtung und Ausblick

Kapitel 6 des Buchesenthält eine knappe Bewertung des Erkenntnisfortschritts, der sich für die Finanzwissenschaft aus der Einbindung von Ergebnissen der verhaltensökonomischen Forschung in die Analyse von öffentlichen Aufgaben, Ausgaben und Einnahmen ergibt.
Thomas Döring

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