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Über dieses Buch

Wen würden Sie wählen, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre? ‑ Angesichts der sinkenden Bindungsstruktur zwischen Parteien und Wählern beschäftigt sich Anne Jessen mit der Zukunft dieser so genannten ‚Sonntagsfrage‘. Betrachtet werden die an der ‚Produktion‘ der demoskopischen Ergebnisse beteiligten Bereiche: Theorie, Praxis und Öffentlichkeit. Ist die Theorie, auf der die Sonntagsfrage basiert, noch zeitgemäß? Entsprechen die praktizierten Methoden den wissenschaftlichen Standards? Wie werden die Ergebnisse veröffentlicht? In der Auseinandersetzung mit diesen Fragestellungen modelliert die Autorin einen eigener Ansatz: das heuristische Wählen. Anhand der Frage, welcher Wähler wann welche Heuristik zur Wahlentscheidung nutzt, soll das volatiler gewordene Entscheidungsmoment des Wählers eingefangen werden. Unter Berücksichtigung der überraschenden Ergebnisse lässt sich eine Qualitätsverbesserung der politischen Meinungsforschung ableiten.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung

Zusammenfassung
Wer würde gewinnen, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre?
Seit die politische Meinungsforschung nach dem Zweiten Weltkrieg in der Bundesrepublik Deutschland Einzug fand, stieg ihre Popularität kontinuierlich. Erstmals zur Bundestagswahl 2013 wurden beispielsweise am Wahltag selbst noch aktuelle Umfrageergebnisse durch die Bild-Zeitung veröffentlicht. Auch das ZDF entschied sich entgegen seiner langjährigen selbst auferlegten Sperrfrist dazu, das Politbarometer in der Woche vor der Wahl zu veröffentlichen. Diese Maßnahmen offenbaren ein immenses Interesse an Prognosen – diese allerdings wollen gar keine sein. Meinungsforscher betonen seit jeher, dass ihre Ergebnisse lediglich aktuelle Stimmungen messen, ohne prognostischen Charakter – diese Warnung findet in der Öffentlichkeit allerdings nur selten Beachtung und führt deshalb häufig zu Enttäuschungen beziehungsweise zu massiver Kritik an der Demoskopie.
Anne Jessen

2. Die politische Meinungsforschung in Deutschland

Zusammenfassung
… handelt es sich vielleicht nur um ein Missverständnis?
Der „Geruch des Unerlaubten“ haftet der politischen Meinungsforschung besonders penetrant in den Wahljahren an. Der Kreativität des Journalismus sind dabei keine Grenzen gesetzt: Die begriffliche Vielfalt reicht von „Blamage“ und „Elend“ über „Debakel“ bis zur „Ohnmacht“ der Demokopie. Die Wähler fragen sich dabei, wie ein Wahlergebnis prognostiziert werden kann, ohne jeden einzelnen von ihnen zu befragen. Dies macht deutlich, dass das öffentliche Verständnis der politischen Meinungsforschung eher gering ist. Solch ein Unverständnis äußert sich nur allzu oft in Missmut. Dieser Missmut, wenn ein erhobenes Stimmungsbild nicht exakt dem amtlichen Wahlergebnis entspricht, entlarvt ein profundes Nichtwissen, dem entgegengegangen werden muss.
Anne Jessen

3. Die Theorie der politischen Meinungsforschung

Zusammenfassung
Die Wahlforschung beschäftigt sich, wie bereits dargestellt, unter verschiedenen Perspektiven und mit unterschiedlichen Methoden und Forschungsinteressen mit dem Phänomen der Wahl. Roth (2008: 11) fasst dieses Forschungsinteresse in folgender Frage zusammen: „Wer hat wen gewählt und warum?“ Auf Grundlage dessen werden retrospektiv neue (auf Empirie beruhende) Theorien über das Wahlverhalten generiert oder bestehende modifiziert.
Anne Jessen

4. Die Methoden der politischen Meinungsforschung

Zusammenfassung
Finally, good election forecasting models satisfy our intellectual curiosity – most of us, as citizens, want to know who is going to win and by how much. It is a piece of information that is intrinsically interesting in a healthy democracy“ (Lewis-Beck 2005: 146). Dieses Zitat knüpft an die Erkenntnisse von Irwin/ Holsteyn (2008) aus dem letzten Kapitel an und betont das Interesse der Wähler an den Meinungen anderer. Dies entspricht nicht nur der menschlichen Neugier, sondern auch dem Grundgedanken der Demokratie.
Anne Jessen

5. Die Öffentlichkeit und die politische Meinungsforschung

Zusammenfassung
- … ist es das, was in der Öffentlichkeit ankommt?
Das Zitat Schneiders (2008) wurde als Kommentar in einer renommierten und überregionalen Tageszeitung – Die Welt – veröffentlicht. Der zitierte Ausspruch ist davon die einleitende Zusammenfassung und steht beispielhaft für eine Fülle weiterer Despektierlichkeiten.
Anne Jessen

6. Fazit und Ausblick

Zusammenfassung
So weit lagen die Meinungsforscher daneben“ oder „So treffend waren die Umfragen vor der Wahl“ (Elmer et al. 2013) – zwei Schlagzeilen, ein Artikel.
Die Onlineredakteure des Wochenmagazins Der Spiegel konnten sich in der Woche nach der Bundestagswahl 2013 nicht entscheiden, wie sie die Leistung der politischen Meinungsforschung bewerten sollten. Einen Tag nach der Wahl entschieden sich die fünf Autoren für den ersten Titel und vertieften dieses Urteil auch in ihrem Artikel. Einige Tage später überlegten sie es sich offensichtlich anders, denn nun wurde ihr Beitrag mit der zweiten Schlagzeile betitelt, nicht ohne den gesamten Artikel ihrem neuen Urteil durch Weglassungen und Umformulierungen anzupassen. Auf die Korrektur des Erscheinungsdatums wurde indes verzichtet.
Anne Jessen

Backmatter

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