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Über dieses Buch

Im vorliegenden Sammelband werden Formen und Merkmale der politischen Führung in drei unterschiedlichen Regionen analysiert. Der erste Teil bringt konzeptuelle Überlegungen zusammen, die die nationale sowie transnationale Ebene betrachten. Im zweiten Teil rückt Iberoamerika jenseits des Populismus in den Mittelpunkt. Im dritten Teil wird am Beispiel der Bundesrepublik Deutschland die politische Führung im Parlamentarismus und Föderalismus thematisiert. An den Beispielen Singapur, Indien und Russland eröffnet sich im vierten Teil die Diskussion über Demokratie- und Regierungsformen, die im Gegensatz zu westlichen Weltanschauungen stehen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Vorwort Nord-Süd-Wege der Wissenschaft Zum 65. Geburtstag von Nikolaus Werz

Wer mit der akademischen Laufbahn von Prof. Nikolaus Werz vertraut ist, wird sich nicht wundern, dass in dieser Festschrift zu seinem 65. Geburtstag Beiträge über politische Führung aus sehr verschiedenen Weltregionen zusammengekommen sind. Am 15. Juli 1952 in Bonn geboren, verbrachte Werz seine Kindheit als zweiter Sohn einer Diplomaten-Familie. Sehr früh erlebte er Interkulturalität. Aufenthalte in Madrid, Kolumbien, Indonesien und Argentinien prägten seine Schulzeit. Entscheidend für die Entwicklung des späteren Lateinamerika-Experten waren die letzten Schuljahre in Buenos Aires, wo er das Goethe-Gymnasium in Belgrano besuchte und sein deutsch-argentinisches Abitur im Jahr 1971 abschloss.

Martin Koschkar, Clara Ruvituso

Übergreifende Fragestellungen von politischer Führung und politischer Kultur

Frontmatter

Der „Anführer der Masse“ und die politische Inszenierung

Das wäre insofern verhängnisvoll, als keine Gesellschaft ohne einen solchen gemeinsamen Glauben bestehen und gedeihen kann. Jedes kollektive Handeln setzt geteilte Überzeugungen voraus. Freilich macht sich jeder, der eine Meinung im Vertrauen auf andere übernimmt, seinen „Geist zum Sklaven“, dies sei allerdings eine „heilsame Unterwerfung, die einen guten Gebrauch der Freiheit erlaubt“.

Yves Bizeul

Regimewechsel und politische Risikoanalyse

Die Frage, unter welchen Umständen und auf welche Weise sich politische Systeme grundlegend verändern, bezeichnet eines der Kernthemen der Politikwissenschaft. Solche Regimewechsel zwischen demokratischen und autoritären Regierungsformen haben eine unmittelbar praktische Bedeutung für die Gesellschaften in den betreffenden Ländern selbst, für die politischen Beziehungen mit den Ländern, die solche Regimewechsel durchlaufen, für wirtschaftliche Vorhaben und Investitionen, die vom Regimewechsel betroffen sind, sowie für die internationale Sicherheit.

Carsten Giersch

Dimensionen der Entscheidungsstrukturen von Regierungen in OECD Ländern: Ergebnisse von Expertenurteilen

In demokratischen Staaten sind Entscheidungsstrukturen von Regierungen von größter Wichtigkeit. Sie bestimmen, ob politische Strukturen effizient genug sind, um gesellschaftliche Probleme zu lösen und ob wichtige Akteure in den politischen Prozess einbezogen werden. In der Vergangenheit wurden eine Vielzahl von Fallstudien durchgeführt, die sich mit diesem Thema beschäftigen.

Detlef Jahn

Populismus in Lateinamerika und Europa – Auf dem Weg zum globalen Populismus?

Nach dem Brexit-Referendum, den Erfolgen von rechtspopulistischen Parteien besonders in Europa, der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA oder dem Einzug von Marine Le Pen in die zweite Runde der französischen Präsidentschaftswahl 2017, sitzt die Bevölkerung insbesondere der westlichen Welt gegenwärtig, wie ein Frosch in einem Topf mit langsam erhitztem Wasser und strebt der Garung entgegen. Eine Stufe dichter am gekocht sein, sind zum Teil uninspiriert agierende politische sowie gesellschaftliche Eliten, die für den Populismus, durch die ihm inhärente Dichotomie von „denen da oben und uns hier unten“, besonders im Fokus stehen.

Jan Müller, Christian Nestler

Regionalmächte und regionale Führung

Seit einigen Jahren gibt es eine breite wissenschaftliche Debatte über die Bedeutung von Regionalmächten (regional powers) und die Kriterien zu ihrer Bestimmung und Analyse, die in Lateinamerika vor allem mit Blick auf die Rolle Brasiliens geführt wird. Ein Teil dieser Debatte bezieht sich auf die Voraussetzungen für eine regionale Führungsrolle (leadership). Eine Führerschaft setzt Machtressourcen und eine Gefolgschaft voraus, die nicht automatisch als gegeben angesehen werden kann.

Detlef Nolte

Politische Führung im Populismus (lateinamerikanischer Prägung)

Nach dem geläufigen Verständnis suggeriert politische Führung eine (pro)aktive, voranschreitende, richtungsweisende soziale Handlung. Führen wird generell als individuell, und initiativ angesehen, mit Anweisung und Durchsetzungskraft assoziiert. Das geführte Objekt, die Gefolgschaft oder Anhängerschaft, gerät dabei zumeist in den Hintergrund des führenden Subjekts.

Claudia Zilla

Iberoamerika und die politische Führung jenseits des Populismus

Frontmatter

Führungskrise oder unvereinbare Zielsetzungen? Über die Schwierigkeiten und Herausforderungen regionaler Integration in Lateinamerika

Vor einigen Jahren hatte ich die Gelegenheit, an einer Konferenz mit Alicia Bárcena, der Generalsekretärin der UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (Comisión Económica para América Latina y el Caribe, CEPAL), teilzunehmen. Seit ihrer Gründung im Jahr 1948 spielte die CEPAL wiederholt eine zentrale Rolle für die lateinamerikanische Diskussion über regionale Kooperation und Integration und gab wichtige Impulse für die Etablierung von Regionalorganisationen. Während der Veranstaltung vertrat Frau Bárcena die Ansicht, bis zum heutigen Tage sei es schwierig, in Lateinamerika von regionaler Integration im eigentlichen Sinne des Wortes zu sprechen.

Peter Birle

Politische Führung in einer postfaktischen Welt

Das vorgegebene Thema „politische Führung“ könnte nicht passender sein. Deutschland ist im Wahlkampf, es geht um die zukünftige Regierung und damit den zukünftigen Kanzler oder Kanzlerin.

Svenja Blanke

Opposition in einer elektoralen Autokratie: Der runde Tisch „Demokratische Einheit“ in Venezuela

Das bipolare Parteiensystem Venezuelas, dessen Entwicklung Nikolaus Werz 1983 eingehend beschrieben hat, zeigte zu Beginn der 90er Jahre erste Risse und brach dann mit Chávez´ Wahlsieg 1998 endgültig zusammen. Hatten die Kandidaten der beiden großen Volksparteien – der sozialdemokratisch orientierten Acción Democrática und der christdemokratischen COPEI – in den Präsidentschaftswahlen 1988 bei einer hohen Wahlbeteiligung noch über 90% der Stimmen auf sich vereinigt, so sank dieser Anteil 1993 auf nur noch etwas mehr als die Hälfte bei einer Wahlbeteiligung von nur noch 60%, und die Wahl gewann der Kandidat eines Bündnisses von 17 Kleinparteien – Rafael Caldera – der die von ihm gegründete christdemokratische Partei verlassen und eine neue Gruppierung um seine Person geschart hatte. Bei den Präsidentschaftswahlen 1998, die Chávez an die Macht brachten, erzielten die Kandidaten der beiden ehemaligen Volksparteien gerade noch 11% der Stimmen.

Héctor Briceño Montesinos, Friedrich Welsch

Die Figur des Universitätsrektors und die nationale politische Führung in Lateinamerika

Eine der langwierigsten Diskussionen bezüglich der lateinamerikanischen Universität ist jene, die ihre Besonderheiten zu identifizieren versucht, die sie von Universitäten in anderen Erdteilen unterscheidet. Zu den charakteristischen Aspekten, die ihr nachgesagt werden, zählen u. a. ihr früher kolonialer Ursprung, die Rolle, die sie in der Entstehung der Staaten und ihrer nationalen Bildungssysteme spielte, Formen der Universitätsführung, ihre Beziehung zur Gesellschaft, insbesondere nach der Bewegung von Córdoba im Jahr 1918, sowie spezifische Charakteristiken, die sie als Bildungsorganisation ausmachen.

Enrique Fernández Darraz

Neue Führungen und Machtoptionen in Costa Rica: Die Wahlen 2014

In der aktuellen instabilen und sich verändernden Weltkonjunktur erklommen einige Persönlichkeiten, die bis dahin keine oder nur sehr geringe politische Erfahrung hatten, Machtpositionen, wie es in anderen Zeiten undenkbar gewesen wäre. Einige dieser Personen haben weltweite Popularität erlangt, wie Emmanuel Macron in Frankreich, andere haben große Besorgnis ausgelöst, wie Donald Trump in den USA.

Cynthia Mora Izaguirre

Politische Führung in Spanien – Von Suárez bis Rajoy

Spanien hat eine für Europa vergleichsweise kurze demokratische Tradition. Vor etwa 40 Jahren war das Land noch im vollen Übergangsprozess von der Franco-Diktatur in die Demokratie. Der erfolgreiche Übergang ist vor allem dadurch möglich geworden, dass König Juan Carlos I. damals mit Adolfo Suárez einen weithin unbekannten Politiker zum Regierungschef ernannte, der die notwendigen Führungsvoraussetzungen für den folgenden jahrelangen kompromissgeladenen Prozess der Transición mit sich brachte.

Christian Pfeiffer

Politische Führung im Kontext des politischen Systems der BRD

Frontmatter

Wählen und Führen in der Einwanderungsgesellschaft

Aus der Beschäftigung mit den südamerikanischen politischen Systemen brachte Nikolaus Werz den analytischen Blick auf populistische Strömungen mit. Das war 2002, als er dazu in Rostock ein großes wissenschaftliches Symposium veranstaltet. Lange bevor andere überhaupt registrierten, welche Gefahren von populistischen Volksbelauschern – auch in der Mitte der Gesellschaft – ausgehen, systematisierte und problematisierte Werz das Thema.

Karl-Rudolf Korte

Rostock Lichtenhagen 1992 - 2017: Aufarbeitung und Erinnerung als Prozess der lokalen politischen Kultur - Ein Essay

Am 24. August 1992 brannte in Rostock Lichtenhagen das Wohnhaus der vietnamesischen Vertragsarbeitnehmerinnen und -arbeitnehmer. Die Bilder der brennenden Wohnungen in einem Haus, in dem 150 Menschen eingeschlossen waren, gingen um die Welt. Die Polizei war über mehrere Tage hinweg nicht in der Lage gewesen, die Gewalt gegen Asylbewerber, vietnamesische Vertragsarbeitnehmer und auch gegen die Polizei selbst, in den Griff zu bekommen. Tausende Schaulustige boten den Gewalttätern Schutz und Unterstützung bis schließlich das Haus in Brand gesetzt war.

Gudrun Heinrich

Anmerkungen zum Konservativen

Einmal hatte ich Gelegenheit, an einer Besichtigung der „Keramischen Werkstatt Margarethenhöhe“ in Essen teilzunehmen, die seit einigen Jahren ihr Domizil auf dem Gelände der „Zeche Zollverein“ gefunden hat. Dieser Betrieb wurde 1924 gegründet und ist die letzte Werkstatt, in der in nahtloser Kontinuität noch die kunsthandwerkliche Tradition des „Bauhauses“ fortlebt. Die Leiterin, die aus Korea stammende Young-Jae Lee, beschrieb bei dieser Gelegenheit ihre Tätigkeit als eine Art Meditation, die auf ein sehr begrenztes Repertoire beschränkt sei.

Hans Jörg Hennecke

Frauen und (politische) Macht

Frauen sind in den Parlamenten weltweit in der Minderheit. Nur in Ruanda und Bolivien gibt es mehr weibliche als männliche Parlamentarier. Der Bundestag liegt im internationalen Vergleich mit einem Frauenanteil von 37 Prozent nur auf Rang 23.

Conchita Hübner-Oberndörfer

Die NPD und der gescheiterte Verbotsantrag gegen sie

„Die Bilanz der Parteien in den neuen Ländern fällt auf den ersten Blick ernüchternd aus. Sie sind schwach, nach wie vor abhängig von den Zuwendungen der Parteizentrale und im Urteil der Bevölkerung wenig populär.“ Zehn Jahre nach diesem Befund kann das Urteil im Kern nicht anders ausfallen. So ist die Rekrutierungsfähigkeit – der prozentuale Anteil der Parteimitglieder an den Parteibeitrittsberechtigten – im Osten besonders schwach entwickelt.

Eckhard Jesse

Anmerkungen zum Wandel des Führungs- und Regierungsstils deutscher Ministerpräsidenten

Die Frage, welche Rolle die amtierenden Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen für den Wahlerfolg ihrer jeweiligen Partei bei Landtagswahlen spielen, steht seit Längerem im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit. Zur Beschreibung dieser Rolle wird häufig auf den Begriff „Amtsbonus“ zurückgegriffen, ohne dass genauer definiert wird, was darunter zu verstehen ist. Die Demoskopie zum Beispiel fragt vor jeder Wahl regelmäßig Eigenschaften ab, die den jeweiligen Amtsinhabern und ihren Herausforderern von den Bürgerinnen und Bürgern zugemessen werden. Zu den abgefragten Items zählen in der Regel Sympathie, Führungsstärke, Glaubwürdigkeit, Kompetenz und Bürgernähe.

Lothar Probst

Aspekte politischer Führung in Singapur, Russland und Indien

Frontmatter

Politische Führung unter konfuzianischen Vorzeichen: Die Singapur Story

Kaum ein Land der Welt hat eine beeindruckendere Entwicklung vollzogen als der Stadtstadt Singapur, ein Prozess, der sich kurz und bündig mit „The Singapore Story“, dem Titel des ersten Bandes der Memoiren des Staatsgründers und langjährigen Premierministers Lee Kuan Yew, umschreiben lässt. Als Sir Stamford Raffels, Gouverneur im Dienste der Britischen Ostindien-Kompanie, 1819 an der Südspitze der Malaiischen Halbinsel eine britische Niederlassung gründete, lebten laut Überlieferung gerade 20 Fischerfamilien auf dem Gebiet des heutigen Singapurs.

Jörn Dosch

Von Löwen, Füchsen und Bären - Im Wald charismatischer Führungspersönlichkeiten der Russländischen Föderation

Reineke Fuchs, welcher recht tiefgründige und kritische Gedankengeflechte bezüglich der ihn umgebenden politischen Ordnung bekundet, figuriert als Protagonist eines von Johann Wolfgang von Goethe im Jahr 1794 veröffentlichten Epos, dessen Tradition allerdings bis ins europäische Mittelalter zurückreicht. Ausgehend von dem Lübecker Inkunabel von 1498 verbreitete sich die niederdeutsche Verserzählung von „Reynke de vos“ im 16. Jahrhundert über das gesamte Territorium des europäischen Nordens, erfuhr zahlreiche Nachdrucke, wie beispielsweise 1510 in der Hansestadt Rostock, und avancierte im deutschsprachigen und skandinavischen Raum zu einem geschätzten Bestseller.

Ludmila Lutz-Auras

Regieren und Führen im alten Indien

Führen, Führungsqualitäten, der Führer, das alles entstammt einer Begriffswelt, die dank dem italienischen und vor allem deutschen Faschismus notorisch geworden ist. Das klassische Indien konnte über Politik, Regieren und den entsprechenden Umgang mit Menschen, deren Anleitung, Gefolgschaft oder Unterwerfung ohne diese Begriffe nachdenken. Der „Rex“, der Raja, und nicht der „Dux“ steht deshalb im Zentrum der brahmanischen Politikwissenschaft und im Mittelpunkt dieser Betrachtung.

Jakob Rösel

Backmatter

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