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Über dieses Buch

Julia Neuhof zeigt, dass Komplexität und Unübersichtlichkeit politisch-rechtlicher Entwicklungen in der modernen Gesellschaft über eine kategorial orientierte politische Bildung vermittelbar sein können. Die Voraussetzungen hierfür werden in einer qualitativen Studie zu der Wahrnehmung rechtlicher Freiheit mit Schülerinnen erfasst. So existieren thematisch vielfältige Kategorisierungen der Lernenden. Für diese lassen sich auf dem politikdidaktisch tradierten Weg kategorialer Bildung Anschlüsse an sozialwissenschaftliche Begriffe zur Deutung politisch-rechtlicher Realität schaffen. Darüber hinaus bestehen jedoch Wahrnehmungshindernisse in der kategorialen Erschließung, die neue politikdidaktische Lehr-Lern-Strategien erforderlich machen. Wie diese aussehen können, wird von der Autorin im Kontext politisch-rechtlichen Lernens vorgeschlagen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Zusammenfassung
Thema der vorliegenden Studie ist das Verhältnis von individueller Wahrnehmung und politisch-rechtlicher Ordnung im Kontext von Wandel. Der Zusammenhang von Wahrnehmung, Ordnung und Wandel wird im Rahmen der politischen Kultur als Metatheorie begründet, um die selektiven Vorentscheidungen, welche die Welt- und Wirklichkeitssicht, das Menschenbild sowie den Forschungsprozess der vorliegenden Studie bestimmen, darzulegen und den Bildungswert offenzulegen.
Julia Neuhof

Theoretischer Rahmen

Frontmatter

Kapitel 2. Politik • Recht • Wandel

Zusammenfassung
Kapitel 2 füllt das Prinzip der Sozialwissenschaftlichkeit inhaltlich und setzt sich mit rechtlicher Freiheit als Teil des sozialwissenschaftlichen Diskurses auseinander. Themen sind sowohl Wandel, eher zu kennzeichnen als neueres Phänomen im Forschungsgebiet, als auch Recht in seinem Verhältnis zur Politik, als harter Kern ebendessen (Becker/Zimmerling 2006: 9). Der Diskurs wird nicht fachsystematisch aufbereitet, sondern es werden für sozialwissenschaftliches Denken und Beobachten zentrale Begriffe rechtlicher Freiheit und Deutungszugänge vor dem Hintergrund aktueller Problemlagen expliziert.
Julia Neuhof

Kapitel 3. Politische Bildung • Recht • Wandel

Zusammenfassung
Kapitel 3 setzt sich mit rechtlicher Freiheit als subjektiver Sinnbildungsform, die gelernt werden kann, beziehungsweise allgemeinen Annahmen über subjektive Sinnbildung auseinander: Durch politische Bildung in der Konfrontation mit kollektiven Sinnbildungen zu Recht und Politik vor dem Hintergrund von Wandel. Die aktuellen sozialwissenschaftlichen Befunde sind so bedeutsam, weil sie es ermöglichen, komplexe Lernprozesse zu induzieren. Sie verweisen auf Situationen, die Fragen und Antworten provozieren, weil gewohnte Deutungen nicht mehr als verlässliche Orientierung dienen können.
Julia Neuhof

Empirische Studie

Frontmatter

Kapitel 4. Theoretische Konzeption

Zusammenfassung
Kapitel 4 wird eingeleitet mit der Darstellung der Fragestellungen und Thesen für die empirische Studie, die aus den Forschungsständen abgeleitet werden. Für das Vorhaben bedeutende Forschungsstände sind jene, die Hinweise auf Vorstellungen von Jugendlichen über rechtliche Freiheit und deren Sicherstellung liefern. Diese sind als individuelle Lernvoraussetzungen von Schülerinnen zu verstehen und als solche ernst zu nehmen. Die Lernvoraussetzungen im Kontext politischer Kultur werden anhand eines Modells individueller und politischer Akte modelliert und so ein analytischer Rahmen für die Empirie entwickelt.
Julia Neuhof

Kapitel 5. Empirisches Arbeiten und Verstehen

Zusammenfassung
Dargelegt wird das qualitative und explorative Vorgehen der Arbeit. Methodologische Klärungen, das Design der Studie als Bildungs- und Erhebungssituation sowie das Ausweisen von Gütekriterien und Maßnahmen zur Qualitätssicherung bilden den Grund für die Umsetzung des Vorhabens eines ›Transferlabors‹.
Julia Neuhof

Kapitel 6. Studiendesign

Zusammenfassung
In Kapitel 6 wird das Studiendesign mit Sampling und Umfang der Stichprobe, der Forschungsethik und rechtlichen Anforderungen sowie Ablauf des Transferlabors konkretisiert.
Julia Neuhof

Kapitel 7. Methoden der Studie

Zusammenfassung
Kategoriale Wahrnehmung ist nicht unmittelbar zugänglich, sondern nur über ihre Darstellung erschließbar. Die Methodik zur qualitativen Erfassung tatsächlicher Wahrnehmung politisch-rechtlicher Realität beziehungsweise von Fällen als Exempel einer solchen durch Schülerinnen umfasst mit problemfokussierten Aufgaben und Schreibprodukten als Erhebungsinstrumente, der computergestützten Aufbereitung und kategorienbasierten Inhaltsanalyse sowie anschließenden Nachbefragungen systematische und regelgeleitete Verfahren qualitativer Datenanalyse.
Julia Neuhof

Ergebnisse

Frontmatter

Kapitel 8. Deskriptiver Überblick

Zusammenfassung
In Kapitel 8 wird zunächst ein beschreibender Überblick der Ergebnisse der Datenanalyse gegeben, an den sich die Ergebnispräsentation der zwei Analyseaufgaben anschließt.
Julia Neuhof

Kapitel 9. Fünf Themencluster

Zusammenfassung
Um die Frage zu beantworten, durch welche kategorialen Wahrnehmungsprozesse Schülerinnen rechtliche Freiheit konstituieren und welche Rolle dabei die Kategorien Recht und Politik spielen, wird im Folgenden reformuliert, was (Kommunikativa) die Probanden wie (Performanz) schreiben. Die kategorienbasierte Auswertung erfolgt fallübergreifend in einem hermeneutischen Schritt durch die Verknüpfung des personenbezogenen und themenbezogenen Retrievals. Ergebnisse der einfachen Analyse sind fünf analytische Themencluster, die verallgemeinern, in welcher begrifflichen Ordnung die Probanden rechtliche Freiheit durch unterschiedliche mentale Handlungen konstituieren (=kategoriale Wahrnehmung).
Julia Neuhof

Kapitel 10. Qualitativ unterscheidbare Wahrnehmungsweisen

Zusammenfassung
Komplexere Verfahren von MAXQDA ermöglichen es, komplizierte Fragen an das Datenmaterial zu stellen und Muster von Codierungen im Material zu entdecken. Als Form der Zusammenhangsanalyse wird ein qualitativ-qualitatives Analyseverfahren gewählt. Für die vertiefende Analyse ist es dabei sinnstiftend, die einzelnen Wahrnehmungsakte als Fälle zu betrachten und hinsichtlich ihrer Zusammenhänge zu ordnen. Ergebnisse der komplexen Analyse sind Muster von Codierungen im Material in Form von zwei qualitativ zu unterscheidenden Wahrnehmungsweisen rechtlicher Freiheit, die grundsätzlich unterschiedliche Haltungen in der Welterschließung explizieren.
Julia Neuhof

Kapitel 11. Zusammenfassende Reflexion der Befunde

Zusammenfassung
Wie nehmen Schülerinnen rechtliche Freiheit wahr? Auf Grundlage der Gesamtbetrachtung der Ergebnisse, also des deskriptiven Überblicks, der kategorienbasierten Auswertung und der komplexen Zusammenhangsanalyse, werden auf drei Ebenen die Befunde reflektiert, kategoriale Wahrnehmung empirisch charakterisiert und weiterführende Vermutungen angestellt.
Julia Neuhof

Transfer

Frontmatter

Kapitel 12. Verstehen: Kategoriale Wahrnehmungsprozesse

Zusammenfassung
Ausgangspunkt zur Bildung eines Verstehensrahmens ist zum einen die fachliche Auseinandersetzung mit Wandlungsprozessen (siehe Kapitel 2), zum anderen die Begründung von rechtlicher Freiheit als subjektiver Sinnbildungsform, die offen für Bildungsprozesse ist (siehe Kapitel 3). Die Wahrnehmung rechtlicher Freiheit ist als Lernendenvoraussetzung Ausgangs- und Zielperspektive für die an dieser Stelle zu entwickelnden Lehr-Lern-Strategien. Die Befunde von mentalen Akten, Wahrnehmungsweisen und einer bipolaren Struktur (siehe Kapitel 9 und 10) werden im Folgenden genutzt, um Kategorisierungsprozesse des Rechtlichen und des Politischen zu charakterisieren.
Julia Neuhof

Kapitel 13. Kultivieren: Mentale Spielräume

Zusammenfassung
Begründet wird weder ein „Trickle-Down-Transfer“ (von dem Fachlichen in die Lebenswelt) noch ein „Trickle-Up-Transfer“ (aus der Lebenswelt), sondern die Etablierung von kommunikativen Horizonten (Husserl 1976: 26–28), aus denen heraus dann Wahrnehmungsakte und begriffliche Gegenstandskonstituierungen der Schülerinnen erfolgen können. Sie eröffnen lebensweltlich verankerte kommunikative Hintergründe, die fachlich (sozialwissenschaftlich oder politisch) Situationsdefinitionen der Schülerinnen besser fundieren (Murmann 2002: 68–69).
Julia Neuhof

Kapitel 14. Handeln: Interpretative Fallanalyse

Zusammenfassung
Im Folgenden wird die interpretative Analyse als Instrument einer Fallanalyse skizziert, die Intention, Idee und Gestaltung von kategorialer Bildung als Deutungsprozess sowie dessen inhaltlich-methodischen Umsetzbarkeit verdeutlichen soll. Mit der Skizzierung einer interpretativen Fallanalyse ist nicht der Anspruch verbunden, eine neue Methode innerhalb der Politikdidaktik auszuweisen. Intention ist vielmehr, an bestehende Fallanalysen (Fallstudie nach Reinhardt, Situationsanalyse nach Henkenborg, Fallanalyse nach Breit/Eichner) anzuschließen und das interpretative Vorgehen als ein Element beziehungsweise als eine mögliche Konkretisierung zu integrieren.
Julia Neuhof

Kapitel 15. Fazit und Ausblick

Zusammenfassung
Aufgabe und Anliegen der vorliegenden Studie ist es, systematisches Wissen darüber zu erzeugen, wie rechtliche Freiheit von Schülerinnen wahrgenommen wird (Teil 3 Ergebnisse). Rechtliche Freiheit ist etwas Gutes und Wertvolles, deren Sicherstellung durch strukturelle Rahmenbedingungen und veränderte Ansprüche gefährdet scheint (Teil 1 Rahmenkonzeption) und daher wieder gestärkt werden muss (Teil 3 Transfer). Kapitel 15 diskutiert die Ergebnisse der Studie vor der Hintergrundfolie demokratietheoretischer Problemstellungen.
Julia Neuhof

Backmatter

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