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Über dieses Buch

Mit diesem sechsbändigen Werk erscheint erstmals eine vollständige Edition der Aufsätze und Vorträge Niklas Luhmanns zum Thema Organisation. Die Bände präsentieren schwer auffindbare Texte und bisher unveröffentlichte Materialien. Dieser erste Band enthält die frühen Schriften aus den Jahren 1958-1969.

„Je größer das Potential, desto sicherer stehen jederzeit die gewünschten Möglichkeiten zur Verfügung, desto unabhängiger wird das funktionale System von Zufällen und von unkontrolliertem Wechsel in den natürlichen Gegebenheiten. Das Fräulein A ist unvergleichlich. In ihrer Funktion als Stenotypistin ist sie jedoch durch andere Mädchen, teilweise sogar durch ein Diktiergerät zu ersetzen. Dadurch wird sichergestellt, daß das Bedürfnis nach ihrer Leistung, auch wenn sie erkrankt, jederzeit gleichmäßig, rasch und zufallsfrei befriedigt werden kann.“

Niklas Luhmann, 1958

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Elemente einer allgemeinen Theorie der Verwaltung

Frontmatter

Der Funktionsbegriff in der Verwaltungswissenschaft

„Ein Tatbestand, der durch eine Funktion identifiziert wird, ist also wesentlich ersetzbar und in diesem Sinne fungibel. Ihm können andere Tatbestände, die gleiches (oder besseres!) leisten, substituiert werden: an Stelle des Herzens eine Pumpe, an Stelle der Religion ein gepflegtes Sozialklima. Die Funktion kann geradezu als Anweisung zum Auffinden neuer Möglichkeiten begriffen werden. Darauf geht die revolutionierende Wirkung des funktionalen Denkens zurück und die Zersetzung der anschaulichen Welt des Alltags, die es nach sich zieht. (…) Die neuzeitliche bürokratische Verwaltung wendet diesen funktionalen Gedanken auf sich selbst und auf die soziale Ordnung an, die sie verwaltet. Das Handeln in ihrem Bereich wird durch Funktionen identifiziert."
Niklas Luhmann

Begriff und Funktion des Amtes

„Durch die Verwendung formaler Stellenrollen kombiniert ein soziales System ein Höchstmaß elastischer Veränderungsfähigkeit mit stabiler Kontinuität des Bestandes. Die Rollen sind stets mit bestimmten Personen besetzt, mit der Wahrnehmung bestimmter Aufgaben beauftragt, mit begrenzten Mitteln und Befugnissen ausgerüstet und in festgelegte Kommunikationszusammenhänge eingeordnet. Aber zur Mitgliedschaft in einem solchen System gehört, daß diese Rollengestalten als temporär und modifizierbar erlebt werden, und daß man eine Änderung durch zuständige Entscheidung im voraus akzeptiert. Der Ordnungsbegriff der Stelle macht es möglich, die Stellenstruktur des Systems mitsamt ihren Variationsmöglichkeiten als Mitgliedschaftsbedingung zu postulieren."
Niklas Luhmann

The “Office” as Role-Concept of the Polity

„As a subsystem of society, the polity is primarily defined by the function of goal attainment. It is, however, not possible to define a system only by referring to a function. Without any structural concept, the polity would simply be an aggregate of everything that fulfills the function of goal attainment – and not a boundary-maintaining system which to some extent maintains identity and stability in a changing environment.“
Niklas Luhmann

Verantwortung und Verantwortlichkeit

"Wenn ein Verwaltungsbeamter einen Vortrag über Verantwortung ankündigt, besteht wohl Anlaß zu einiger Skepsis. Ich würde gar nicht hingehen. Denn was kann man erwarten? (…) Ich möchte (…) – mit dem notwendigen Mut zur Abstraktheit – versuchen, mit Ihnen einen Begriff der Verantwortung durchzusprechen, von dem ich hoffe, daß er sowohl lebensnah als auch theoretisch bezugskräftig gebildet ist."
Niklas Luhmann

Einblicke in vergleichende Verwaltungswissenschaft

"Die Wissenschaft von der öffentlichen Verwaltung hat ihre Gründe, der rasanten Expansion wissenschaftlicher Forschung in anderen Bereichen der Organisationswissenschaft zögernd gegenüberzustehen. (…) Aber die Erfolge der Schwesterwissenschaften sind unbestreitbar und scheinen die Wissenschaft von der öffentlichen Verwaltung mehr und mehr zu stimulieren, ihr eigenes theoretisches Rückgrat zu suchen. Welche Möglichkeiten hat sie? Welchen Weg kann sie finden zwischen den rationalen Entscheidungstheorien einerseits und andererseits dem soziologischen Interesse an unbedachten Nebenfolgen, an latenten Systemstrukturen abseits der offiziellen Aufgaben? Gibt es einen Pfad, auf dem sie vorwärtsgeleitet werden kann, ohne in die zu beiden Seiten schon ausgehobenen Gräben abzurutschen?"
Niklas Luhmann

Verwaltungswissenschaft in Deutschland

„Seit einigen Jahren kann man im akademischen Bereich und auch im Gespräch mit leitenden Angehörigen der öffentlichen Verwaltung das Aufleben eines Interesses für Verwaltungswissenschaft spüren, ja heute sogar schon beobachten. Was zunächst nur kontaktreichen, versierten und besonders eingeweihten Leuten erkennbar war, hat im Laufe der letzten zwei oder drei Jahre an Sichtbarkeit gewonnen. (...) Noch können Weichen gestellt werden, während sehr bald ein Wildwuchs auf diesem Gebiet nur noch kleine Entscheidungen, Korrekturen und mühsame Kompromisse zulassen wird. Bei einem solchen Vorhaben müssen mehrere Gesichtspunkte zugleich im Auge behalten werden, vor allem: (I.) der Stand der Verwaltungswissenschaft und hineinspielender anderer Disziplinen im Inland und im Ausland sowie die Aussichten auf integrierende Theoriebildung und Forschung, also auf Konsolidierung der Verwaltungswissenschaft als ein Fach; (II.) das gegenwärtige und kurzfristig absehbare Ausbildungspotential unserer Universitäten in den relevanten Disziplinen; (III.) der eigentümliche Charakter unserer öffentlichen Verwaltung, ihres Personalbedarfs und ihrer Möglichkeiten, Wissen zu verwenden; und (IV.) die sich aus diesen Gesichtspunkten ergebenden Möglichkeiten institutioneller Förderung."
Niklas Luhmann

Systematische Theorie der Verwaltung

Forschungsstand und Aussichten
„Ein Interesse für Verwaltungswissenschaft ist an vielen Orten zu spüren. Aber was und wo ist der Gegenstand dieses Interesses? Wer es unternimmt, sich über den Stand und die Aussichten der Forschung auf diesem Gebiet Rechenschaft zu geben, wird zunächst von verschiedenen Eindrücken hin- und hergerissen werden. Es gibt, jedenfalls in Deutschland, keine eigentlich verwaltungswissenschaftliche Literatur. Manches mag in Fachzeitschriften über das Krankenhauswesen stehen, anderes in geheimen Verwaltungsakten. (…) Wer sich die einschlägige internationale, besonders die amerikanische Produktion auf diesem Gebiet anschaut, wird von dem umgekehrten Eindruck beherrscht sein. Die Fülle des Gebotenen ist verwirrend. (…) Es ist die These dieses Aufsatzes, daß die Frage in dieser Form: als Alternative zwischen dem Hergebrachten und dem Amerikanischen, falsch gestellt ist. Eine dritte Möglichkeit ist erreichbar auf dem Wege über eine allgemeine verwaltungswissenschaftliche Theorie, die zugleich ein Schema für die Ordnung des hergebrachten wie des spezialisierten Wissens und eine generelle Orientierung der Ausbildung für die Praxis zu bieten hätte."
Niklas Luhmann

Zum Theorieansatz

„Eine Theorie der Verwaltung braucht nicht Systemtheorie zu sein. Es gibt außer systemtheoretischen vor allem entscheidungstheoretische Bezugsrahmen. Keine dieser Theorien wird Exklusivität im Sinne einziger Richtigkeit behaupten. Aber die Systemtheorie kann Universalität behaupten im Sinne einer Anwendbarkeit auf alle Erlebnisse und Handlungen, die im Rahmen einer Verwaltung vorkommen."
Niklas Luhmann

Jenseits von Zweckrationalität und Herrschaft

Frontmatter

Kann die Verwaltung wirtschaftlich handeln?

„Die vielen Bestrebungen, die auf Rationalisierung der öffentlichen Verwaltung abzielen, haben keine einheitliche Theorie. Dadurch sind sie gegen grundsätzliche Kritik gefeit. Sie lassen sich nicht in einen geschlossenen Zusammenhang stellen. Ihre praktischen Erfolge bleiben Einzelleistungen. Dennoch gibt es leitende Grundvorstellungen, gewisse als selbstverständlich angenommene Ausgangspunkte, auf die sich Argumente und Forderungen stützen, und die damit - weitgehend undurchdacht - die Funktion einer Theorie übernehmen. (…) Verzichtet man auf das Ideal der eindeutigen und voraussehbaren Festlegung des richtigen Handelns durch ein (…) Optimalmodell, eine gewiß schmerzhafte Operation, dann gelangt man zu Entscheidungsmodellen mit mehreren, oft unbestimmt vielen richtigen Lösungen. Deren Richtigkeit bestimmt sich nach regulativen Kriterien der Brauchbarkeit. Für diese Kriterien genügt, eben weil man von ihnen keine vollständige Festlegung des Handelns mit all seinen Folgen erwartet, eine funktionale Begründung, das heißt: eine Begründung, die mehrere Lösungen als funktional-aequivalent, also gleichermaßen richtig einander zuordnet."
Niklas Luhmann

Formale Struktur und richtiges Handeln

„Die Anhänger normativer, rationalistischer Betrachtungsweise werden (…) von unseren bisherigen Ausführungen unbefriedigt, wenn nicht unberührt geblieben sein. Ein herkömmliches Element ihres Gegenstandes, die Richtigkeit des Verhaltens, wurde bisher nicht behandelt. Es ist zudem in unseren Untersuchungen an verschiedenen Stellen eine scheinbare Gleichberechtigung (in Wahrheit: funktionale Aequivalenz) von legalem und illegalem Handeln angeklungen, die ihnen zuwider sein muß. Wir wollen deshalb (…) dazu ansetzen, diese Kluft von Soziologie und normativem Rationalismus zu überbrücken."
Niklas Luhmann

Zweck – Herrschaft – System

Grundbegriffe und Prämissen Max Webers
„Das Bürokratiemodell Max Webers ist ein vertrauter und bewährter Erkenntnisbesitz unserer Organisationsforschung. Und auch die Einsicht, daß die Rationalisierung des öffentlichen Lebens sich unaufhaltsam und auf allen Gebieten durch bürokratische Verwaltung vollzieht, hat sich durchgesetzt. Sie bedarf keiner Empfehlung mehr. (…) Die Auseinandersetzung mit Max Weber wird weder in der Detailforschung noch im geschichtlichen Rückblick auf Person und Werk lebendig bleiben. Einer großen Aussage kann man nur von ihren Denkvoraussetzungen her gerecht werden.
Die letzten, undefinierten Bezugsbegriffe einer Theorie bleiben immer in ein gewisses Dunkel gehüllt. Oft hat die Kraft einer Darstellung gerade dieses Dunkel zur Voraussetzung. (…) Eine Kritik an Weber müßte, wollte sie maßvoll und gerecht bleiben, seine Absichten und seine Denkansätze hinnehmen. Ein Gespräch mit ihm sollte gerade seine Prämissen zum Gegenstand haben."
Niklas Luhmann

Die Grenzen einer betriebswirtschaftlichen Verwaltungslehre

„Die Bemühungen um das, was in Deutschland einst als ‚Verwaltungslehre` gedacht und gelehrt wurde, verdienen aufmerksame Beachtung, Sammlung und Ermutigung. Sie haben es nicht leicht. Die deutsche öffentliche Verwaltung ist es nicht gewohnt, in Begriffen einer Verwaltungslehre über sich selbst nachzudenken oder gar Aussagen zu formulieren. Und die Universitäten kennen dieses Fach nicht; sie haben deshalb ihren politisch so zugkräftigen Expansionsdrang nicht dorthin gewendet. Daher sieht natürlich auch der Nachwuchs in der Pflege dieses Gebietes keine Chancen. Es ist nicht gefragt. Man hat nicht den Eindruck, daß die Forschung hier in einer Weise vorankommt, die der Bedeutung der beiden Grundtatbestände Verwaltung und Rationalisierung auch nur annähernd entspräche. Woran liegt das?"
Niklas Luhmann

Zum Aufgabenbegriff der betriebswirtschaftlichen Organisationslehre

„Die betriebswirtschaftliche Organisationslehre versteht den Begriff der Aufgabe als einen Grundbegriff, ohne wirklich Klarheit über ihn zu gewinnen. Gemeinsames Moment aller Definitionen ist der Zweckbegriff, strittig dagegen ist die differentia specifica in Form einer Zweck-Mittel-Relation. Alle Definitionsversuche deuten auf einen Zusammenhang mit einem Verständnis von Organisationen als Handlungssysteme hin. Die betriebswirtschaftliche Organisationslehre verwendet den Systembegriff im Sinne eines Ganzes/Teil-Schemas, das sie mit der Zweck/Mittel-Unterscheidung weitgehend kongruent setzt. Aus dem latenten Systembegriff und dem weitgehend ungeklärten Verhältnis von Zweck und Mittel resultieren aber eine Reihe von Erkenntnisblockaden: Systemprobleme werden als reine Ordnungsprobleme behandelt; eine Rationalisierung der Organisation erfolgt nur mit Blick auf spezifische Umwelten; Organisationsfragen und damit das Verhältnis von Struktur und Prozeß werden aus der Behandlung betriebswirtschaftlicher Probleme ausgeklammert; die Unterscheidung von Konditional- und Zweckprogrammen wird nicht berücksichtigt; die Kommunikationsstruktur innerhalb der Organisation wird nur unzureichend erfasst. Deshalb fragt der Beitrag abschließend, ob nicht die soziologische Organisationstheorie bessere Ansatzpunkte für die Behandlung des Problems von Zweck- und Systembegriff bereithält." (Zusammenfassung zit. nach Soziale Systeme 19/1 (2015), S. 5)
Niklas Luhmann

Die Bedeutung der Organisationssoziologie für Betrieb und Unternehmung

„Die Organisationssoziologie ist aus der Betriebssoziologie durch einen Vorgang der Erweiterung und Verallgemeinerung entstanden, und die Betriebspsychologie hat ihrerseits wesentliche Impulse durch eine realistische Betrachtung von Problemen der betrieblichen Organisations- und Führungspraxis empfangen. Diese Ahnenreihe läßt es berechtigt erscheinen, von Zeit zu Zeit den Standpunkt der Praxis wieder zur Geltung zu bringen und zu fragen, was aus der Sache geworden ist. Was hat die Organisationssoziologie der Praxis in Betrieb und Betriebsverwaltung heute zu bieten? Wissenschaftlich geprüfte Gesetzmäßigkeiten, die es erlauben, nach A mit Sicherheit B zu erwarten? Verläßliche Informationen? Brauchbare Ratschläge? Neue Probleme?“
Niklas Luhmann

Worker Participation in Decision-Making

"The German system of worker participation in decision-making is a political institution. It is not designed primarily to strengthen the achievement motivation of the worker or his performance. It has the function of a countervailing mechanism which corrects certain deficiencies of the prevailing type of order in the economic system. The institutions of worker participation (…) have had the effect of enlarging the preference structure of this decision-making process. Articulated interests of the personnel are today recognized in more and more firms as legitimate internal values of the enterprise, not only as external constraints, and have to be balanced within its goal structure. This effect could be brought about only by law. The economic system cannot be expected to correct its own principles of market orientation and profit maximization in this way. From its beginnings in the 19th century German codetermination was introduced and regulated by law. Even if the prescriptions of the law are not uniformly applied in all firms and are not faithfully followed in all their details, the law remains the prevalent way of institutionalization."
Niklas Luhmann

Die Wirklichkeit der Organisation

Frontmatter

Der neue Chef

„Die bürokratische Verwaltung fordert im Prinzip einen unpersönlichen Arbeitsstil. Die Voraussetzung dafür schafft sie durch Garantie einer Verhaltensordnung, in der hohe Erwartungssicherheit herrscht. Der Alltag ist für den Beamten geregelt. Er kann seine Gefühle daher für sich behalten. Aber es gibt Situationen, in denen diese Rechnung nicht aufgeht. Eine von ihnen tritt unvermeidlich von Zeit zu Zeit ein: Hin und wieder bekommt eine Behörde, eine Abteilung oder Gruppe einen neuen Chef. Der Wechsel des Vorgesetzten gehört zu den wenigen aufregenden Ereignissen im Verwaltungsalltag. Man fühlt die Nervosität auf den Fluren der Ministerien, wenn die Wahlresultate bekanntwerden und ein neues Regime in Aussicht steht."
Niklas Luhmann

Lob der Routine

„Die Routine genießt trotz ihrer weiten Verbreitung in modernen Großorganisationen kein besonderes Ansehen. Wer etwas auf sich hält, versucht, sich über die alltägliche Routine zu erheben und die individuelle Eigenart seines Denkens und Handelns herauszustellen. Nur jenseits der Routine kann er sich selbst darstellen. Lieber greift er zu entlegenen Vorstellungen oder modischen Gesten, als im immer schon Gewesenen und Geläufigen zu versinken. Selbst Vorgänge, die organisatorisch längst routiniert sind, wie die Mode oder die Erholung, treten als Feind des langweiligen Einerleis der Routine auf. Kein Wunder also, daß auch die wissenschaftliche Forschung dem Gegenstand bisher kaum Probleme abzugewinnen vermag.“
Niklas Luhmann

Spontane Ordnungsbildung

„In der neueren Organisationswissenschaft werden die Worte ‚informal` und ‚spontan` oft synonym gebraucht, ohne daß viel Mühe darauf verwandt würde, den Begriff der Spontaneität zu erläutern. Das ist bedauerlich, weil die traditionelle, namentlich von der Philosophie und der Psychologie gepflegte Bedeutung dieses Begriffs ihn für unsere Zwecke untauglich macht. Spontan wäre danach ein Handeln, das seine Ursache in sich selbst trägt. Gerade diese Vorstellung des rein individuell zurechenbaren Handelns ist jedoch durch die Entdeckung der „informalen Organisation" überwunden worden. Mit den Mitteln der neueren Sozialpsychologie und Soziologie läßt sich dieser Begriff der Spontaneität umbilden, wenn man nicht auf die Ursachen, sondern auf den Grad an Reflektiertheit des Handelns abstellt."
Niklas Luhmann

Die Knappheit der Zeit und die Vordringlichkeit des Befristeten

„Im Zeitalter großer Organisationen ist Zeit knapp geworden. Zeitdruck ist eine verbreitete Erscheinung. Der Blick auf die Uhr und der Griff zum Terminkalender in der Tasche sind Routinebewegungen geworden. Die Verabredungsschwierigkeiten treiben die Telefonkosten in die Höhe. Schlichte rote Mappen (mit längst nicht mehr eiligem Inhalt), Eilt-Mappen, Eilt-sehr-Mappen bevölkern den Schreibtisch und seine Umgebung. Einige drängen sich durch ihre Lage mitten auf dem Schreibtisch und durch einen besonderen Zettel „Terminsache!“ vor im Wettbewerb um Aufmerksamkeit.“
Niklas Luhmann

Gesellschaftliche Organisation

„Organisation ist eine besondere Form der Verbindung menschlichen Erlebens und Handelns, die erst mit dem Vollausbau der neuzeitlichen Gesellschaft tragende Bedeutung gewonnen hat. Zwar kennen bereits archaische Gesellschaften geregelte Arbeitsteilung, und in den klassischen Hochkulturen Asiens und des antiken Mittelmeerraums gab es bereits Großbürokratien mit Ämtern, die mit wechselnden Personen besetzt und für unterschiedliche Aufgaben mit geregelten Kompetenzen ausgestattet waren. Äußere Ähnlichkeiten dürfen jedoch nicht über wesentliche Unterschiede hinwegtäuschen, die sowohl quantitativer als auch qualitativer Art sind.“
Niklas Luhmann

Unterwachung

Oder die Kunst, Vorgesetzte zu lenken
„Ein neues Wort, ein seltsames Thema. Einige Worte der Begründung, wie ich gerade darauf gekommen bin.“
Niklas Luhmann

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