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Über dieses Buch

Nanotechnologie, synthetische Biologie, Wiedererweckung ausgestorbener Arten und Geoengineering – werden Menschen die Natur in Zukunft mit solchen Methoden grundlegend umgestalten? Man könnte es sich vorstellen.

Auf der Erde gibt es keinen von Menschen unberührten Ort mehr – das hat wohl jeder schon einmal gehört. Aber die Bedeutung dieser Tatsache erschöpft sich nicht in Statistiken, die Gletscherschmelze und Artensterben dokumentieren. Vielmehr kennzeichnet sie den Beginn einer neuen Epoche der Erdgeschichte. Und das Auffälligste an diesem Synthetischen Zeitalter, so Christopher Preston, sind nicht nur die Auswirkungen des Menschen als solche, sondern die Veränderungen, die wir von nun an gezielt und absichtlich herbeiführen werden. Neue Technologien werden uns die Macht verleihen, viele grundlegende Abläufe der Natur selbst in die Hand zu nehmen. Damit verlassen wir nicht nur das Holozän und treten ins Anthropozän ein; wir lassen auch eine Zeit hinter uns, in der globaler Wandel nicht nur die unbeabsichtigte Folge einer ungezügelten Industrialisierung ist. Mit einer von Ingenieuren und Technikern gestalteten Welt beginnt das erste Synthetische Zeitalter unseres Planeten.

Preston beschreibt eine Reihe von Technologien, die den „Stoffwechsel“ der Erde umgestalten werden: Nanotechnologie gibt den natürlichen Formen der Materie eine neue Struktur; „molekulare Produktion“ eröffnet unzählige neue Anwendungsmöglichkeiten; synthetische Biologie erlaubt es uns, Genome nicht nur zu lesen, sondern auch aufzubauen; „biologische Mini-Maschinen“ überflügeln die Evolution; Arten werden umgesiedelt und wieder zum Leben erweckt; und mit Geoengineering kann man die Sonnenstrahlung mit Vulkandunst abschirmen, die Temperaturen auf der Erde durch hellere Wolken senken und mit künstlichen Bäumen, die Kohlenstoff aus Wind gewinnen, das CO2 aus der Atmosphäre beseitigen.

Was bedeutet es, wenn Menschen die Erde nicht nur verwalten, sondern auch grundlegend umgestalten? Und wem sollten wir vertrauen, wenn es darum geht, über die Umrisse unserer synthetischen Zukunft zu entscheiden? Solche Fragen sind zu wichtig, als dass man sie den Ingenieuren überlassen sollte.

Inhaltsverzeichnis

Kapitel 3. DNA auf Bestellung

Zusammenfassung
Vor knapp zwei Jahrzehnten – das neue Jahrtausend war erst sechs Monate alt – feierte man auf der ganzen Welt die Nachricht, dass das menschliche Genom kartiert worden war. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz gaben der US-Präsident Bill Clinton und der britische Premierminister Tony Blair bekannt, ein staatlich-privates Gemeinschaftsunternehmen habe Erfolg gehabt: Man hatte den Entwurf einer Sequenz aller Sprossen der wunderschönen menschlichen DNA-Doppelhelixleiter erstellt.
Christopher J. Preston

Kapitel 4. Künstliche Lebewesen

Zusammenfassung
Die jüngsten Fortschritte der synthetischen Biologie wurden in Form einer Reihe kleiner Schritte erzielt. Bevor man den Versuch unternahm, einen vollständigen Organismus von Grund auf neu zu erschaffen, wurden Ketten nützlicher Gensequenzen entwickelt. Eine wichtige Zwischenstation auf dem Weg zu einem ausschließlich synthetischen Mikroorganismus ist ein Organismus mit längeren DNA-Abschnitten, die im Labor genau nach Plan aufgebaut wurden. Wenn man das richtig macht, kann man solche Abschnitte in einen Wirtsorganismus einschleusen, wo sie dann eine nützliche Funktion erfüllen. Das bisher bemerkenswerteste Beispiel war die Konstruktion eines biologischen Systems, das einen lebenswichtigen Vorläufer des Malariamedikaments Artemisinin produziert.
Christopher J. Preston

Kapitel 7. Die evolutionäre Kraft der Städte

Zusammenfassung
Nanotechnologie, synthetische Biologie, unterstützte Migration und Wiederauferstehung verschwundener Arten – sie alle werden wohl der natürlichen Ordnung der Dinge auf immer tieferen Ebenen die Entwürfe der Menschen aufzwingen. Die genannten Technologien sind besonders augenfällige Beispiele für das, was ein synthetisches Zeitalter mit sich bringen könnte. Sie greifen tief in den Stoffwechsel unseres Planeten ein und gestalten seine Funktionen in erheblichem Umfang entsprechend unserer Planung neu. Solche rasch wachsenden Möglichkeiten, die Natur auf einer ganz grundsätzlichen Ebene umzugestalten, legen uns eine neue Macht in die Hände und verlangen „eine außergewöhnliche Verschiebung der Wahrnehmung“, wie die australische Wissenschaftsautorin Gaia Vince es formulierte.
Christopher J. Preston
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