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Über dieses Buch

Anne-Kathrin Schwab befasst sich mit der Entstehungsgeschichte, den Errungenschaften und den Herausforderungen des Lebens in einem 30 Jahre existierenden Ökodorf in Deutschland. Die Autorin beschreibt die Herausforderungen des Individuums und der Individualität in einer intentionalen Gemeinschaft. Sie geht auf die Konstruktion von Vergemeinschaftungsprozessen ein und analysiert die Grenzen des wertegetragenen Gemeinschaftslebens. Auch das Spannungsverhältnis zwischen Hierarchie, Egalität, Individualismus und Fatalismus, welches sich in diesem Mikrokosmos widerspiegelt, wird differenziert betrachtet. Ein relevanter Teil des Buches befasst sich zudem mit den Wirkungen auf und der Diffusion des Ökodorfes in die umliegende Region.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Konzeptionelle Grundlagen der Studie

Frontmatter

Kapitel 1. Klimawandel und gesellschaftlicher Wandel

Zusammenfassung
Der Klimawandel bedroht nicht nur die Zukunft der Menschheit, sondern auch die Zukunft des Lebens auf dem gesamten Planeten. Es scheint, als müsse in allen für die menschliche Existenz notwendigen Bereichen ein radikaler Wandel eintreten, um den Klimawandel aufzuhalten und ein lebenswertes Leben auf der Erde zu sichern. Der notwendige Wandel zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise und Energiegewinnung scheint jedoch, global gesehen, nur wenig Relevanz zu haben: das Wirtschaftswachstum wird durch die Politik und international agierende Firmen weiter vorangetrieben.
Anne-Kathrin Schwab

Kapitel 2. Die multiple Krise

Zusammenfassung
Der Klimawandel, die Klimaziele, CO2-Reduktion und Feinstaubreduzierung sind in der Wirtschaft und der Politik vielfach genutzte Begriffe, die verwendet werden, um unterschiedliche politische Ziele zu verfolgen. In der Diskussion um Postwachstum (vgl. Paech 2015, Bergmann 2015, Latouche 2015) steht der Wandel hin zu einer anderen Art des Wirtschaftens und ökologischen Handelns und so auch dem Wandel von Mentalitäten im Vordergrund. Die Debatte um grünes Wachstum und Wertschöpfung zielt darauf ab, grüne Technologien in den Vordergrund zu stellen.
Anne-Kathrin Schwab

Kapitel 3. Energieeffizienz und Suffizienz im ländlichen Raum

Zusammenfassung
Gerade der traditionelle ländliche Raum war bislang deutlich von der Einheit des Lebens geprägt: Arbeit, Kultur, Kommunikation, Vergnügen, Bedürfnisbefriedigung, persönliches Leben werden im Rahmen einer sozialen Gemeinschaft ermöglicht. Im Zuge der Industrialisierung und Urbanisierung haben sich gesellschaftliche Veränderungen ergeben, Individualisierung und ein Energie-intensiver Lebensstil in jeglichen Bereichen hat eine Ausbeutung der natürlichen Ressourcen und somit weltweit drohenden Klimawandels zur Folge. Gorz (2011) formuliert dies wie folgt.
Anne-Kathrin Schwab

Kapitel 4. Darstellung und Reflexion der Methode

Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit ist eine qualitative, rekonstruierende, vergleichende Studie von Sinnwelten, Praktiken und Problemlösungsstrategien. Hierbei hat sich die Forscherin verschiedener Forschungstraditionen bedient. Die Triangulation der Erhebungsverfahren und die Heterogenität der Daten sprechen für die Forschungspraktiken der Ethnographie, also aus dem Fachbereich der Ethnologie nach Malinowski (1979) im klassischen Sinne, in welcher eingetaucht wird in „fremde Kulturen“, um diese grundlegend zu verstehen.
Anne-Kathrin Schwab

Ethnographie und Ergebnisse der Studie

Frontmatter

Kapitel 5. Fallbeschreibung und Entwicklungsgeschichte

Zusammenfassung
Die Praktiken, Handlungen und Haltungen, die Deutungsmuster der Welt, Interaktionsschemen und Besonderheiten, Riten und Alltäglichkeiten wurden im Hinblick auf die Techniken und Modalitäten, wie Lösungen für ein nachhaltiges Zusammenleben gesucht werden, erkundet. Wie werden Konflikte, Probleme, Krisen gelöst und mit welchem Instrumentarium, mit welchen Wissensbeständen arbeiten diese Menschen? Welche Rolle spielt Macht und Besitz in der Gemeinschaft und wie werden Entscheidungen ausgehandelt? Wie oben aufgeführt, handeln einige wissenschaftliche Publikationen von der Idee und Umsetzung einer klimaneutralen Postwachstumsökonomie. Der ländliche Raum bietet hier eine Möglichkeit als Experimentierfeld. In vielen Forschungen werden Ökodörfer als Experimentierfelder, soziale Innovationen, als Pioniere und Vorreiter für eine zukunftsfähige und zukunftsweisende Lebensweise dargestellt.
Anne-Kathrin Schwab

Kapitel 6. Beobachtungen in der Gemeinschaft

Zusammenfassung
In den folgenden vier Kapiteln wird die Situation während der Feldforschung beschrieben und analysiert. Es handelt sich dabei um Konflikte und Ereignisse während der Forschungszeit. Sie versuchen Rückschlüsse und Verbindungen zu theoretischen Richtungen zu ziehen.
Anne-Kathrin Schwab

Kapitel 7. Das Ökodorf in der Region

Zusammenfassung
Veränderungsprozesse kann man […] als den andauernden Umgang mit Widerständen verstehen, der vor einem konkreten Veränderungsziel stattfindet (Kristof 2010: 56).
Anne-Kathrin Schwab

Kapitel 8. Diskussion mit dem Forschungsstand

Zusammenfassung
Im Lichte der oben betrachteten Literatur leistet die vorliegende Arbeit folgendes: Sie ist einzuordnen als eine ethnographische, mikrosoziologische Beobachtung über Ökodörfer und Kommunen, wie zum Beispiel Andreas (2015), Litfin (2014), oder auch Kunze (2009), oder auch frühere Arbeiten über intentionale Gemeinschaften, in denen bereits theoretische Erkenntnisse dargestellt werden (Shenker 1986). Die Auseinandersetzung mit intentionalen Gemeinschaften mit unterschiedlichen Foki und einer positiven Grundhaltung sind daher den Arbeiten gemein. Weiterhin ist die Arbeit in den Postwachstumsdiskurs einzuordnen, der mit den Grenzen des Wachstums (Meadows 2000) seinen Anfang nahm und sich unter anderem in Adler und Schachtschneider (2010), Bergmann und Daub (2015), Helfrich und Bollier (2015), Seidl und Zahrnt (2010), Meadows und Wright (2010), Randers und Bus (2013), Paech (2016) und dem Sammelband von Blätter für Deutsche und Internationale Politik (2015) fortgesetzt.
Anne-Kathrin Schwab

Kapitel 9. Fazit und Ausblick

Zusammenfassung
Sève drückt in seinem Zitat aus, dass eine nachhaltige Umweltbewegung nur dann gelingen kann, wenn auch das bestehende Finanzsystem und somit das auf Profit ausgerichtete kapitalistische System nicht nur in Frage gestellt, sondern „bekämpft“ wird. Als wichtiges Ergebnis der Analyse kann festgehalten werden: Diesen Kampf nimmt das vorliegende Praxisbeispiel nicht auf. Die Bewohner des Ökodorfes sind durch den Seminarbetrieb, die Seminarbetriebsküche und den diversen lokalen Existenzgründungen in das bestehende kapitalistische System integriert und müssen diesen Rahmenbedingungen gerecht werden.
Anne-Kathrin Schwab

Backmatter

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