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Über dieses Buch

______________________________________________________________________ Geleitwort Von manchen Menschen wird die Informationstechnologie (IT) mit ihren ubiquitären Anwendungsgebieten nicht nur als Chance für den weiteren Fortschritt, sondern auch als Belastung oder gar als Bedrohung empfunden. Wird sie die Individuen entmündi gen oder wird sie ihre Lebensqualität erhöhen? Eine Entwicklung zum Positiven kann hier nur durch möglichst breites Verstehen der Technologiefortschritte und damit einer nachhaltigen Vermittlung von „Positionen“ und „Konstruktion“ zwischen den Betroffenen gelingen. Diese Aufgabe kommt seit einigen Jahren auch dem informati schen Forschungsgebiet Usability Engineering (Gebrauchstauglichkeit von Informati onstechnologien) zu, welches in der Arbeit von Frau Eller einem bedeutenden und vor allem auch praxisrelevanten Fortschritt zugeführt wurde. Das vorliegende Buch führt in didaktisch gelungener Weise in das Usability Enginee ring sowie das sonstige „Drumherum“ ein und versucht in klar verständlicher Form aufzuklären. Es eignet sich wegen seiner systematischen Information sowohl für den fachlich schon tiefer Informierten als auch für diejenigen, die als Entscheidungsträger etwas mehr über die (sprach )theoretischen Hintergründe des Usability Engineering wissen sollten. Diese Weiterentwicklung des Usability Engineering kann gerade dem, der den sprachtheoretischen Grundlagen – beispielsweise von Schema und Ausprä gung – etwas ferner steht, Nutzen bringen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung

Die Auseinandersetzung der Softwareingenieure mit Benutzern von Anwendungssysternen erfolgt in der Softwareentwicklung zuverlässig nach Fertigstellung des Systems, d.h. in der Testphase, oder im Zuge der Einführung des Systems in der Anwendungsumgebung. Für die Benutzer ist dies oft die erste Konfrontation mit einer neuen Software. Sie werden dann für die neue Software oder für die Handhabung von Systemanpassungen geschult und vor vollendete Tatsachen gestellt. Im Vorfeld der Einführung waren Softwareingenieure und bestenfalls Repräsentanten der Anwendungsbereiche am Projekt beteiligt, nicht aber die eigentlichen Benutzer.
Brigitte Eller

2. Grundlagen

Die Sprachbasierung in der Informatik wurde von Wedekind, Ortner & Inhetveen (2004a-2004e u. 2005) in einem Plädoyer für Informatik als Grundbildung manifestiert und lässt sich u.a. zurückführen auf Werke von Wittgenstein (1984), Lorenzen (2000), Kamlah & Lorenzen (1967), Kamlah (1975), Kambartel (1981), Frege (2002) und Carnap (1976, 1998). Die methodisch systematische Begründung der Sprachbasierung durch Kamlah & Lorenzen (1967) stellt einen mit rationalen Mitteln beherrschbaren Weg zur fehlerfreien Wissensrekonstruktion und Wissensbegründung dar. Diese Auffassung mündete im Erlanger Konstruktivismus. Die konstruktivistische Methodologie der Erlanger Schule, insbesondere wesentliche Aspekte des Verständnisses sowie die zugehö rigen theoretischen Grundlagen daraus, bilden als konstruktiver Ansatz im Sinne eines „logischen Konstruktivismus" das wissenschaftstheoretische Fundamentfür die sprachbasierte Informatik.
Brigitte Eller

3. Anwendungsentwicklung vom Standpunkt der sprachbasierten Informatik

Anwendungsentwicklung bedeutet, Anwendungssysteme zu schaffen (vgl. Abschnitt 2.3.1, S. 35). Anwendungssysteme dienen der Lösung von Problemen in Anwendungsbereichen. Es geht implizit um die Gestaltung von Arbeit. Um diesen Zweck erfüllen zu können, werden Anwendungssysteme auf den jeweiligen Anwendungsbereich zugeschnitten. Dafür sind vor allem adäquate Beschreibungen eines Anwendungsbereichs notwendig, u.a. sind das dynamische oder statische Beschreibungen der Arbeit, der Arbeitsgegenstände und der Arbeitsumgebung.
Brigitte Eller

4. Fazit und Ausblick

Trotz der vielen Vorteile und der Wirtschaftlichkeit, die das Usability Engineering verspricht und die in zahlreichen Projekten nachgewiesen wurden (Nielsen, 1993, S. 3), wird dem Usability Engineering noch immer ein relativ geringer Stellenwert eingeräumt. Viele Auftraggeber scheuen die zusätzlichen Kosten zu Projektbeginn, die mit dem Usability Engineering verbunden sind. Je früher im Entwicklungszyklus Usability Engineering bzw. Acceptance Engineering stattfinden, desto geringer sind die damit verbundenen Kosten (Mai, 1994). Donahue et al. (1999) führen etwa aus, dass für jeden in Usability investierten Euro zwischen 10 und 100 Euro in der Entwicklung, bei den Tests und bei nachträglichen Änderungen eingespart werden können. Bei der Entwicklungszeit können 30 % bis 60 % der Zeit für Entwicklungsaufgaben eingespart werden, wenn Usability Experten bereits von Projektbeginn an mit einbezogen werden. Ist ein System gebrauchstauglich gestaltet, hat das geringere Schulungskosten zur Folge. Sarodnick & Brau (2006, S. 86-87, mit Anlehnung an Kalbach, 2003) listen Argumente zur Rechtfertigung von zusätzlichen Kosten des Usability Engineering in der Anfangsphase des Entwicklungsprozesses auf hinsichtlich Erfolgssicherheit, Zeitersparnis, Kostenersparnis, Steigerung der Umsätze, Entwicklung neuer Ideen sowie Stressreduktion und Spaß. Diese Fakten lassen sich mit dem Konzept des dynamischen LifeCycie Costing monetär untermauern (Britzelmaier & Eller, 2004).
Brigitte Eller

5. Anhang

Die Sprachakttheorie geht auf Austin (1979) zurück. In seiner Sprechhandlungstheorie (nicht Sprachhandlungstheorie) ging er davon aus, dass der Sprecher mit jeder Äußerung (zusätzlich zu dem, was sie jeweils bedeutet) eine spezifische Handlung ausführt („ta da things“). Searle hat die Abhandlungen von Austin weiterentwickelt. Die Sprechakttheorie von Searle stellt den ersten systematischen Ansatz zur Beschreibung sprachlicher Handlungen dar. Wittgenstein ist nie so weit gegangen, die vielfältigen Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen den einzelnen Sprachspielen durch ein Klassifizierungsmodell oder durch ein einheitliches Beschreibungsmodell zu erfassen. Dies hätte wohl seinem Denkstil widersprochen (Hindelang, 2000, S. 84).
Brigitte Eller

Backmatter

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