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Über dieses Buch

Gerade in Zeiten wirtschaftlichen Aufschwungs nach Durchschreiten einer Krise haben Unternehmen mit dem Phänomen einer „Working Capital-Falle" zu kämpfen. Die „Working Capital-Falle" bezeichnet die Kombination aus steigendem Liquiditätsbedarf eines Unternehmens, bei gleichzeitig erschwertem Zugang zu Fremdkapital aufgrund restriktiver Kreditvergabepraktiken der Finanzinstitute. Als Folge von Kosteneinsparungen wird diese Situation häufig noch durch ein geringes Bestandsniveau verstärkt.

Das vorliegende Buch greift dieses Problem auf und zeigt Möglichkeiten, wie der Weg aus der „Working Capital-Falle" durch Ermittlung und Stärkung der Innenfinanzierung erfolgen kann. Dabei werden zunächst Kenngrößen zur Ermittlung der Kapitalbindung der Warenflüsse und zur Messung der Innenfinanzierungskraft beschrieben. Anschließend werden durch die Beschaffung beeinflussbare Maßnahmen zur Stärkung der Innenfinanzierungskraft aus Unternehmens- und aus Supply Chain-Sicht vorgestellt.

Die Maßnahmen zur Stärkung der Innenfinanzierungskraft aus Unternehmenssicht umfassen folgende Themen:

Management der ZahlungskonditionenBestandsmanagementWarengruppen- und Lieferantenmanagement

Aus Supply Chain-Sicht werden folgende Konzepte zur Stärkung der Innenfinanzierungskraft diskutiert:

Finanzierungsorientiertes Supply Chain SourcingSupply Chain-orientierte LieferantenfinanzierungCollaborative Cash-to-Cash ManagementCollaborative Cash Pooling und NettingSupply Chain-Finanzierungsplattformen

Die konzeptionellen Ausführungen werden anhand eines Praxisbeispiels verdeutlicht. Mit dem "Procurement Value Added" (PVA©) wird schließlich ein Konzept präsentiert, durch den der Beitrag der Beschaffung auf den Unternehmenserfolg gemessen werden kann.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Handlungsbedarf: Von der Finanz- und Wirtschaftskrise zur „Working Capital-Falle“

Die durch Ausfälle und Zahlungsstörungen im US-amerikanischen Hypothekenmarkt im Jahr 2007 ausgelöste Finanzkrise breitete sich im Verlauf des Jahres 2008 zunehmend auf die Realwirtschaft aus. Die Gründe dafür waren die zurückhaltende Kreditvergabe der Banken, eine weltweite Verunsicherung der Verbraucher sowie die Kombination mit hausgemachten Problemen einiger Branchen, wie z.B. die bestehenden Überkapazitäten in der Automobilindustrie. Außerdem fiel die Finanzkrise mit einem Abschwung des konjunkturellen Zyklus zusammen. Dies führte dazu, dass die weltweite Industrieproduktion einen starken Rückgang verzeichnete. In Europa und den USA fielen die Produktionsindizes innerhalb weniger Monate um etwa 20 Prozentpunkte (Abb. 1.1).

Erik Hofmann, Daniel Maucher, Sabrina Piesker, Philipp Richter

Kapitel 2. Ermittlung der Innenfinanzierungskraft des Unternehmenswachstums über die Self-Financeable Growth Rate

Ein Unternehmen kann auf verschiedenste Arten an Wachstumsgrenzen stoßen. Unternehmensexterne Faktoren, wie z.B. die Sättigung der Absatzmärkte, die Knappheit an fachkundigen Mitarbeitern aber auch unternehmensinterne Aspekte wie Kapazitätsgrenzen, eine unterdurchschnittliche Produktivität, fehlendes Kapital oder organisatorische Ineffizienzen, können Wachstumshindernisse für Unternehmen darstellen. Diese Faktoren führen dazu, dass das eigene Wachstumspotenzial eines Unternehmens nicht vollständig ausgeschöpft wird. Dennoch lässt sich mittels adäquater finanzstärkender Maßnahmen eine an sich wachstumshemmende Ausgangslage eines Unternehmens entscheidend verändern.

Erik Hofmann, Daniel Maucher, Sabrina Piesker, Philipp Richter

Kapitel 3. Stärkung der Innenfinanzierungskraft mittels Cash-to-Cash Cycle-Optimierung

Die Bedeutung des Working Capitals auf den Erfolg eines Unternehmens ist seit vielen Jahren bekannt. So schrieb Lough bereits vor über 90 Jahren: Sufficient Working Capital must be provided in order to take care of the normal process of purchasing raw materials and supplies, turning out finished products, selling the products, and waiting for payments to be made. If the original estimates of Working Capital are insufficient, some emergency measures must be resorted to or the business will come to a dead stop.

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Erik Hofmann, Daniel Maucher, Sabrina Piesker, Philipp Richter

Kapitel 4. Maßnahmen zur Stärkung der Innenfinanzierungskraft aus Unternehmenssicht

Durch eine effektivere Nutzung des eingesetzten Kapitals könnten viele Unternehmen ihre Liquidität erhöhen und die Finanzierung eines anstehenden Wachstums sicherstellen. Einer Untersuchung von Creditreform im Jahr 2004 zufolge ist nahezu jede fünfte Insolvenz auf Fehler im Finanzierungsbereich zurückzuführen.

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Um dieses Ziel zu erreichen, sind das Management der Zahlungskonditionen (Abschn. 4.1), das Bestandsmanagement (Abschn. 4.2) sowie das Warengruppen- und Lieferantenmanagement (Abschn. 4.3) näher zu betrachten.

Erik Hofmann, Daniel Maucher, Sabrina Piesker, Philipp Richter

Kapitel 5. Maßnahmen zur Stärkung der Innenfinanzierungskraft aus Supply Chain-Sicht

Die Supply Chain umfasst sämtliche Akteure, die an der Entwicklung, Erstellung und Lieferung eines Erzeugnisses zur Befriedigung eines Endkundenbedarfs beteiligt sind. Die Zusammenarbeit mit verschiedenen Supply Chain-Akteuren wird immer wichtiger. Der Fokus verschiebt sich von einzelnen Unternehmen auf die Netzwerkebene.

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Entgegen der vorhergehenden Betrachtung, bei der eine einseitige unternehmensinterne Optimierung stattfindet, setzt der integrative Ansatz auf ein Redesign strategischer Partnerschaften in der Supply Chain zur Erzielung von Synergien. Prädestiniert dafür sind vor allem Lieferanten, die langfristig an einen Abnehmer gebunden sind und

Erik Hofmann, Daniel Maucher, Sabrina Piesker, Philipp Richter

Kapitel 6. Fallbeispiel: Steigerung der Innenfinanzierungskraft am Beispiel eines Zulieferers in der Automobilindustrie

Im Folgenden werden die geschilderten konzeptionellen Ausführungen anhand eines Praxisbeispiels verdeutlicht. Dargestellt wird dabei eine von Kerkhoff Consulting durchgeführte Potenzialanalyse für ein Zulieferunternehmen in der Automobilindustrie. Nach Schilderung der Ausgangssituation des Unternehmens und Identifikation von Problemfeldern in der Beschaffung, werden Zielgrößen definiert, indem anhand vergleichbarer Beschaffungsorganisationen Benchmarks herangezogen werden. Anschließend werden Maßnahmen zur Zielerreichung beschlossen und durchgeführt. Alle Daten werden in einem Analysetool zur Berechnung des Unternehmenswerts (EVA) und der SFGR aggregiert, so dass der Projekterfolg unmittelbar ersichtlich ist (Abb. 6.1).

Erik Hofmann, Daniel Maucher, Sabrina Piesker, Philipp Richter

Kapitel 7. Messung des Beschaffungsbeitrags auf den Unternehmenserfolg durch den „Procurement Value Added“

In den vorangegangenen Kapiteln wurden zahlreiche durch die Beschaffung beeinflussbare Maßnahmen zur Stärkung der Innenfinanzierungskraft eines Unternehmens vorgestellt. Dabei stellt sich die Frage, wie der Beitrag der Beschaffung auf die Innenfinanzierungskraft gemessen werden kann. Da als Kenngröße der Unternehmenserfolg eine größere praktische Bedeutung als die Innenfinanzierungskraft besitzt und dieser direkten Einfluss auf die Innenfinanzierungskraft hat, wird im Folgenden die Messung des Beschaffungsbeitrags auf den Unternehmenserfolg durch den „Procurement Value Added“ (PVA) vorgestellt.

Erik Hofmann, Daniel Maucher, Sabrina Piesker, Philipp Richter

Kapitel 8. Fazit

In den vorangegangenen Kapiteln wurden ausgehend vom Problem der so genannten „Working Capital-Falle“ die von der Beschaffung beeinflussbaren Maßnahmen auf die Steigerung der Innenfinanzierungskraft eines Unternehmens beschrieben. Es wurden Aspekte aus verschiedenen Beschaffungsbereichen angeführt, die im Folgenden nochmals kurz zusammengefasst sind.

Der Erfolg der Optimierungsmaßnahmen lässt sich mit Kennzahlen bestimmen:

Erik Hofmann, Daniel Maucher, Sabrina Piesker, Philipp Richter

Backmatter

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