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Über dieses Buch

Geleitwort Geleitwort In einer Welt, in der elektronische Geräte, Industrieprodukte und Haushal- gegenstände aller Art zunehmend vernetzt sind und mit ihrer Umgebung interagieren, nimmt die Vision des „Allgegenwärtigen Rechnens“ langsam Gestalt an. Es sollte jedoch – bei aller Anerkennung der vollbrachten Fortschritte - nicht verschwiegen werden, dass der Paradigmenwechsel bislang weit weniger radikal ausgefallen ist, als dies von zahllosen Wissenschaftlern, Analysten und anderen Wirtschafts- und IT-Experten prognostiziert wurde. Gerade RFID-Technologie, seit einigen Jahren das wohl meist zitierte Beispiel für Allgegenwärtiges Rechnen, hat sich längst nicht in der erwarteten Breite durchgesetzt. Zwar zeigen empirische Studien erste Fortschritte bei der Dif- sion; allerdings spiegelt die Adaptionsrate der vergangenen Jahre bei weitem nicht das prognostizierte Potenzial der Technologie wider. Dies mag zum Teil in den gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen begründet liegen. Die Zeit ist schlichtweg nicht ideal für risikobehaftete Investitionen in neue Formen der IT. Zum Teil gründet sich die Zurückhaltung jedoch auch auf (zu) hohe Kosten der Komponenten von RFID-Systemen, denen unsichere und oft schwer zu quanti- zierende Kosteneinsparungen bzw. Umsatzerhöhungen gegenüber stehen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Informationssysteme und Produktivität

Die Rolle von Informationstechnologien (IT) bei der Generierung von ökonomischem Wert in Unternehmen, Industriezweigen und nationalen bzw. multinationalen Wirtschaftsräumen war und ist durch ein hohes Maß an Kontroversen und Unsicherheit gekennzeichnet. Nachdem bis Mitte der 1990er Jahre der empirische Nachweis der positiven Auswirkungen von IT in Produktivitäts- und anderen Performancestatistiken nur eingeschränkt möglich war (sogenanntes „Productivity Paradox“), konnte schließlich durch eine Ausweitung der zugrunde liegenden Datenbasis mit Verzögerung eine positive Korrelation verifiziert werden. Nichtsdestoweniger mehrten sich Stimmen, die angesichts der Wandlung von IT zum Gebrauchsgut eine sinkende Relevanz im strategischen Entscheidungskalkül von Unternehmen prognostizierten. Trotz Plausibilität der beobachteten Tendenz einer zunehmenden Standardisierung von IT-Komponenten ist zu hinterfragen, ob dies mit einer sinkenden Bedeutung im Technologiemanagement von Firmen gleichgesetzt werden kann: So verdeutlicht Abbildung 1, dass der Zusammenhang zwischen eingesetztem ITKapital und Multifaktorproduktivität zwar in der Gesamtheit unzweifelhaft als positiv detektiert werden kann, für den Einzelfall jedoch keineswegs einen aus ökonomischer Sicht vertretbaren IT-Einsatz garantiert. Es ist im Gegenteil bei Ausbleiben begleitender organisatorischer Anpassungen damit zu rechnen, dass im Einzelfall Unternehmen durch ihre Technologieinvestition im Verhältnis zum Status quo schlechter gestellt werden. Welches spezifische Kosten- Leistungs-Verhältnis im Einzelfall zu erwarten ist, lässt sich hingegen anhand von historischen Aggregatgrößen, die lediglich Input-Output-Relationen betrachten und von den zur Leistungserstellung relevanten Prozessen abstrahieren, kaum prognostizieren – insbesondere bei Investitionen in IT mit neuartigen Systemeigenschaften, für die keinerlei Erfahrungswerte vorliegen.
Daniel Gille

2. Elemente einer RFID-Wirtschaftlichkeitsanalyse

Voraussetzung für die Konstruktion und Evaluation eines Mechanismus zur Wirtschaftlichkeitsanalyse von RFID-Systemen in Logistikprozessen ist das Verständnis der zugrunde liegenden technischen und methodischen Konzepte und Kausalitäten. Ziel des nachfolgenden Kapitels ist daher die Ableitung allgemeiner Anforderungen an eine Wirtschaftlichkeitsanalyse von RFIDSystemen, basierend auf der Definition grundlegender Begriffe und der Analyse des kausalen Zusammenhangs zwischen RFID-Systemen und Prozessoptimierung. Abschnitt 2.1 adressiert zunächst grundlegende Aspekte des Konzepts „Wirtschaftlichkeitsanalyse“. Das Problem der prospektiven Evaluation wird dabei im Hinblick auf die spätere Modellkonstruktion in die zwei Teilprobleme „Prognose“ und „Bewertung“ aufgeteilt. Die Relevanz der beiden Teilprobleme liegt in den spezifischen und teilweise neuartigen technischen Eigenschaften und Systemfunktionalitäten der RFID-Technologie begründet, die in Abschnitt 2.2 vorgestellt werden. Der Prämisse folgend, dass RFID im betrieblichen Kontext stets mit dem Ziel der Prozessoptimierung eingesetzt wird und das Ausmaß der Prozessoptimierung einen entscheidenden Zwischenschritt zur Evaluation der Wirtschaftlichkeit darstellt, erfolgt in Abschnitt 2.3 die Einführung der Prozessperspektive. Neben der konzeptionellen Herleitung werden die Verbreitung von RFID in der Logistikpraxis sowie ihr Beitrag zur Prozessoptimierung mittels einer branchenübergreifenden Querschnittsstudie empirisch überprüft. Als Bindeglied bzw. Mediator zwischen RFID-Systemfunktionalitäten und Prozessoptimierung fungieren die in Abschnitt 2.4 vorgestellten Wirkungseffekte, die sowohl eine deskriptive („Wie kann RFID-basierte Prozessoptimierung erklärt werden?“) als auch konstruktive Funktion („Welche Verfahren und Metriken müssen bei der RFID-Wirtschaftlichkeitsanalyse berücksichtigt werden?“) innehaben. Das Kapitel schließt mit einer zusammenfassenden Ableitung von Anforderungen in Abschnitt 2.5.
Daniel Gille

3. Eignung bestehender Ansätze der Wirtschaftlichkeitsanalyse

Sowohl in wissenschaftlichen als auch praxisnahen Publikationen ist in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von Ansätzen vorgestellt worden, die direkt oder indirekt das Problem der Wirtschaftlichkeitsanalyse von RFID-Systemen adressieren und hinsichtlich ihrer Methodik durch große Heterogenität gekennzeichnet sind. Teils handelt es sich um Vorschläge, wie etablierte Verfahren, vornehmlich aus den Disziplinen Investitionsrechnung und Performance Measurement, auf den spezifischen Kontext übertragen werden können. Mit steigender Tendenz sind jedoch auch spezifische Ansätzezu beobachten, die der (partiellen) Neuartigkeit der RFID-Systemfunktionalitäten Rechnung tragen. Auf Grundlage der im vorhergehenden Kapitel erarbeiteten Anforderungen werden im Folgenden diese bestehenden Ansätze der RFID-Wirtschaftlichkeitsanalyse kategorisiert und hinsichtlich ihrer Methodik und Praktikabilität bewertet (Abschnitte 3.1 und 3.3). Zudem wird das Wirtschaftlichkeitsanalyseverhalten von RFID-Anwendern in der Praxis branchenübergreifend, insbesondere im Hinblick auf die zuvor identifizierten Limitationen etablierter Ansätze, empirisch evaluiert (Abschnitt 3.2). Das Kapitel schließt mit einer Zusammenfassung ungelöster Probleme der Wirtschaftlichkeitsanalyse von RFIDSystemen, die den Ausgangspunkt für den Entwurf eines integrierten Prognoseund Bewertungsmodells in Kapitel 4 darstellen.
Daniel Gille

4. Modell zur Prognose und Bewertung RFID-induzierter Prozessoptimierung

Wie im vorhergehenden Kapitel gezeigt, besteht das Hauptproblem einer Anwendung etablierter Ansätze aus Investitionsrechnung und Performance Measurement im RFID-Kontext in deren Prozess- und Technologieneutralität. Die Konzepte liefern lediglich den übergeordneten Bewertungsrahmen einer Evaluierung von Investitionsalternativen, während die Prognose und Bewertung im konkreten Anwendungsfall, d.h. die Ermittlung von Zahlungsreihen, Scores etc., nicht weiter problematisiert wird. Als Konsequenz ist in der Praxis ein heterogener Mix simultan eingesetzter Verfahren zur Bewertung von RFIDInvestitionen zu beobachten. Spezifische Ansätze der RFID-Wirtschaftlichkeitsanalyse adressieren in der Regel entweder das Prognose- oder das Bewertungsproblem, wobei wechselweise eingeschränkte Praktikabilität und Transparenz zu attestieren sind. Hervorstechendster Mangel ist jedoch die bislang fehlende Verknüpfung von Prognose und finanzieller Bewertung.
Daniel Gille

5. Relevanz und Generalisierbarkeit der Ergebnisse

Zur Realisierung des übergeordneten Forschungsziels wurden im Rahmen der Arbeit verschiedene Teilziele verfolgt. Ziel des Kapitels 2 war die Analyse der Anforderungen an eine Wirtschaftlichkeitsanalyse von RFID-Systemen in Logistikprozessen. Im Anschluss wurde in Kapitel 3 der Eignungsgrad bestehender allgemeiner und RFID-spezifischer Ansätze der Wirtschaftlichkeitsanalyse im Hinblick auf das Anforderungsschema bewertet. Darauf aufbauend wurde in Kapitel 4 die Zielsetzung der Entwicklung und Evaluation eines integrierten Prognose- und Bewertungsmodells verfolgt.
Daniel Gille

6. Zusammenfassung und Ausblick

Die stetig zunehmende Verknüpfung von digitaler und physikalischer Welt im Zeitalter des Ubiquitous Computing führt zu ersten ökonomisch relevanten Einsatzszenarien, unter denen die Unterstützung von Logistikprozessen durch RFID-Technologie eine prominente Rolle einnimmt. Aufgrund signifikanter Kosten der Technologie ist es jedoch trotz generell zu erwartender Produktivitätssteigerungen zwingend erforderlich, einzelfallspezifisch die ökonomische Vorteilhaftigkeit im Vorfeld der Investition zu beurteilen. Bestehende etablierte und RFID-spezifische Verfahren weisen teils erhebliche Mängel hinsichtlich der Existenz und Validität von Prognose- und Bewertungsfunktionalitäten auf.
Daniel Gille

Backmatter

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