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04.04.2018 | Abdichtung | Im Fokus | Onlineartikel

Wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton

Autor:
Christoph Berger

Auf dem 12. Nürnberger Bauseminar wurden aktuelle Untersuchungen zu Frischbetonverbundsystemen vorgestellt. Diese werden immer häufiger beim Bau als zusätzliche Abdichtung bei wasserundurchlässigen Bauwerken aus Beton eingesetzt.

Durch den Einsatz von Frischbetonverbundsystemen soll das Risiko einer späteren Durchfeuchtung verhindert werden, wie Prof. Dr.-Ing. Thomas Freimann, Dekan der Fakultät Bauingenieurwesen der TH Nürnberg, im Rahmen des 12. Nürnberger Bauseminars erklärte. Dieses hatte in diesem Jahr den Schwerpunkt "Wasserundurchlässige Konstruktionen richtig geplant und ausgeführt". Im Fokus standen dabei auch die aktuellen Änderungen in der WU-Richtlinie.

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WU-Konstruktionen mit außenliegenden Frischbetonverbundsystemen

Bei wasserundurchlässigen Baukonstruktionen aus Stahlbeton erfüllt die tragende Betonkonstruktion über die Betonkonstruktion selbst, die Fugenkonstruktion und ggf. planmäßige Injektionsmaßnahmen auch gleichzeitig die Abdichtungsfunktion. Der …


Freimann erklärte: "In unserem Labor für Beton- und Baustofftechnologie untersuchen wir das Verbundverhalten von verschiedenen Beton- und Zementarten mit den Frischbetonverbundsystemen. Dadurch können wir Empfehlungen für die unterschiedlichen Baubranchen geben und so mehr Sicherheit im Umgang mit der noch neuen Bauweise geben." Die Frischbetonverbundsysteme würden vor der Betonage verlegt und sich mit dem Beton verbinden. Dies werde als hinterlaufsicheres System bezeichnet und beuge dem Wassereintritt bei nachträglich aufkommenden Trennrissen vor.

Schärfere Anforderungen an WU-Konstruktionen

Im Kapitel "WU-Konstruktionen mit außenliegenden Frischbetonverbundsystemen" des Springer-Fachbuchs "Aachener Bausachverständigentage 2017" schreiben Dr.-Ing. Hans-Jürgen Krause und Dr.-Ing. Michael Horstmann, dass seit dem Erscheinen der WU-Richtlinie des DAfStb (Deutscher Ausschuss für Stahlbeton) und der Begleitliteratur an die Beschaffenheit von WU-Konstruktionen in technischer und juristischer Sicht zunehmend schärfere Anforderungen formuliert werden. Wasserdurchtritte und Dunkelfärbungen seien bei hochwertig genutzten WU-Konstruktion nicht zulässig. Und: Formal würden sich die Anforderungen an die Nutzungsfähigkeit der erdberührten WU-Konstruktion nicht mehr von den Anforderungen an oberirdische Konstruktionen unterscheiden. Demzufolge seien heutige WU-Konstruktionen Hochleistungsbauwerke, die neben einer Abdichtungskonzeption als geschlossenes System durch den planenden Ingenieur eine qualitätsvolle Ausführung durch qualifzierte Baufrmen erfordern würden.

Die beiden Springer-Autoren weisen in dem erwähnten Kapitel auch darauf hin, dass in den letzten zehn bis 15 Jahren ein Trend zu stetig hochwertigeren Nutzungen von WU-Konstruktionen zu Wohnzwecken oder Archivnutzungen bis hin zu hochempfndlichen Laboren zu beobachten sei. Gleichzeitig seien WU-Konstruktionen zunehmend Gegenstand juristischer Verfahren und würden häufiger durch Sachverständige überprüft. Krause und Horstmann schreiben weiter: "Seit Einführung auf dem deutschen Markt vor etwa einem Jahrzehnt werden daher zunehmend Frischbetonverbundsysteme als zusätzliche Abdichtungen und zur Kompensation unerwünschter Rissbildungen von WU-Konstruktionen meist durch spezielle Abdichtungsfirmen eingesetzt." Wie diese Systeme anzuwenden sind, wird im weiteren Verlauf des Kapitels erklärt.

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