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Über dieses Buch

Bankstrategieplanung und die dafür notwendigen quantitativen Instrumente sind essentiell für die Gesamtbanksteuerung. Themen, die Implikationen auf das Kapital, Risiko und Rendite haben, werden hier umfassend und lückenlos dargestellt. Dazu gehört auch eine präzise Darstellung fortgeschrittener Verfahren für das Risikomanagement in allen Bankbereichen. Unmittelbar implementierbare Konzepte und Daten, wie makroökonomische Szenarien für die Strategieplanung und das Stress Testing, detaillierte Szenarien für das Operationelle Risiko und fortgeschrittene Konzepte für das Kreditrisiko, werden verständlich präsentiert. Gesamtwirtschaftliche und regulatorische Entwicklungen wie die hochaktuellen Basel III-Regeln werden nicht nur in ihrer Auswirkung auf die Planung analysiert, sondern resultierende Handlungsweisen werden aufgezeigt und diskutiert. Abgerundet wird das vorliegende Buch durch spannende Hintergrundinformation aus der Praxis, internationale Beobachtungen und Vergleiche sowie viele anschauliche Beispiele.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Gliederung

Das Buch ist folgendermaßen gegliedert. In Kap. 2 werden Themen der Gesamtbanksteuerung, der Strategieplanung und speziell des Risiko-/Return-Managements behandelt, Bankmodelle werden diskutiert. In Kap. 3 wird das volkswirtschaftliche und politische Umfeld beleuchtet. Ebenso werden der regulatorische Rahmen und die Entwicklung und Philosophie von Basel I bis Basel III aufgezeigt. In den Kap. 4–6 werden die Details des Themenblocks Kreditrisiko beschrieben; die relevanten Aspekte der Risiko-/Rendite-Steuerung – vor dem Hintergrund der Basler Regeln – und resultierende Konzepte und Verfahren werden aufgezeigt. Analog folgen das Kap. 7 für den Bereich Marktrisiko, das Kap. 8 für das Operationelle Risiko und Kap. 9 für das Asset Liability Management.
Johannes Wernz

2. Gesamtbanksteuerung

Appetit, Risikoappetit – wie viel davon, mit welchen Konsequenzen, mit welchen Auswirkungen auf die Strategie und auf die Volatilität der Ergebnisse? Das ist eine prinzipielle Frage in der Gesamtbanksteuerung.
Johannes Wernz

3. Regulatorisches und Volkswirtschaftliches Umfeld

Banken haben als Mittler zwischen Kapitalgebern und Kapitalnehmern eine wichtige Rolle und sollen die Wirtschaft mit Krediten versorgen und damit kommerzielle und private Investitionen und Wachstum ermöglichen. Der Kauf einer Eigentumswohnung oder ein Hausbau ist für die meisten Menschen ohne Aufnahme eines Kredits nicht möglich. Auch die meisten Firmen können größere Investitionen nur mithilfe von Krediten bewältigen. Die Kreditvergabe und die damit verbundene Risikoprüfung sind als zentrale Aufgaben von Banken anzusehen. Geld von Sparern oder Anlegern oder Zentralbankgeld wird der „Realwirtschaft“ zur Verfügung gestellt. Voraussetzung ist, dass die Bank genügend Geld von der Zentralbank, von anderen Geschäftsbanken oder von Sparern ausleihen kann und diese Versorgung nicht unterbrochen wird (wie es in Krisensituationen passieren kann). Außerdem soll gewährleistet sein, dass die Sparer und Anleger ihr Geld in fast allen denkbaren Fällen nicht verlieren. Das Vertrauen in das System und das Vermeiden von panikartigem Abziehen des Geldes der Gläubiger ist wichtiges Element.
Johannes Wernz

4. Risikomodellierung und Kapital – Kreditrisiko/Kreditvergabe

Die Konditionen, die Zinsen, zu denen Banken Kredite vergeben, sind so gestrickt, dass jeder Kreditnehmer für andere Kreditnehmer, die ausfallen, die ihren Kredit also nicht zurückzahlen können, mitbezahlt. Statistisch gesehen fällt pro Jahr ein bestimmter Anteil von Kreditnehmern einer Bank aus. Die restliche, nicht zurückgezahlte Kreditsumme dieser Kreditnehmer muss die Bank abschreiben – abzüglich der Erlöse aus den „Sicherheiten“, die die Bank hält. Gibt es eine werthaltige Hypothek, dann ist die Abschreibung für die Bank im Vergleich zur ausstehenden Kreditsumme deutlich reduziert.
Johannes Wernz

5. Risikomodellierung und Kapital – Kreditrisiko Handel (EPE)

Jeder Trade, den die Bank, meist die entsprechende Investmentbank, abschließt, birgt erstens Marktrisiko und zweitens Kreditrisiko. Dem Marktrisiko, dass sich der Trade (ein Zinsswap oder eine Option oder ein komplexer Trade) unvorteilhaft für die Bank entwickeln kann, wird regulatorisch Rechnung getragen, indem die Trades gemäß den in Kap.  7 diskutierten Größen (VaR, gestresster VaR…) mit Eigenkapital abgesichert werden müssen. Das Kreditrisiko, dass die Gegenpartei, meist eine andere Bank, mit der man den Trade abgeschlossen hat, ausfallen kann, wird gemäß des Maßes „Effektive Expected Positive Exposure“ (Effektives EPE) mit Eigenkapital unterlegt, und zwar dann, wenn die Gegenpartei etwas schuldet, wenn sich der Trade also aus eigener Sicht gut entwickelt, wenn ein „positives Exposure“ vorhanden ist. Wenn die Bank der Gegenpartei aufgrund des Handels etwas schuldet, dann ist das Exposure aus eigener Sicht negativ, dann ist kein Kapital für das Gegenparteirisiko zu unterlegen.
Johannes Wernz

6. Risikomodellierung und Kapital – Kreditrisiko Verbriefungen

Die meisten Verbriefungen, beispielsweise CDO oder gar „CDO squared“, sind komplex gestrickt. Ihre Modellierung ist anspruchsvoll. In den Boomjahren dieser Instrumente (vor 2007) wurde die Komplexität immer weiter gesteigert. Viele Banken konnten das Risiko und den Preis von Verbriefungen nicht beurteilen. Das unterschiedliche Niveau in der Fähigkeit zur Beurteilung wurde vielen Banken in Zentraleuropa zum Verhängnis. Auf der einen Seite standen die Investmentbanken in den USA, die die Transaktionen initiiert hatten. Auf der anderen Seite standen Banken in Zentraleuropa und Asien, die Tranchen von Verbriefungen anhäuften, ohne das Risiko einschätzen zu können. Diese Banken hatten weder die Tools noch die Information, um diese Tranchen zu beurteilen, sie haben sich auf das Urteil der Ratingagenturen verlassen. Wie jedoch bereits in Abschn. 3.5.2 diskutiert, hatten die Ratingagenturen auch nicht die volle Information und außerdem machten sie fragwürdige Annahmen in der Beurteilung. Die Ratingagenturen vergaben sehr gute Noten für die meisten Tranchen. Die zugrundeliegende Immobilienblase und die Machenschaften US-amerikanischer Hypothekenverkäufer, die bei weitem nicht der konservativen zentraleuropäischen Praxis entsprachen, die im Gegenteil sehr aggressiv waren, wurden in Europa nicht wahrgenommen.
Johannes Wernz

7. Risikomodellierung und Kapital – Marktrisiko

Das Pricing von Trades findet mittels eines breiten Spektrums von Methoden statt. Hier folgen einige wenige Beispiele.
  • Einfache Trades wie Zinsswaps können durch Diskontierung der Cashflows (die durch die zugrundeliegende Tauschsumme (das Nominal), die aktuelle Zinskurve und den fixen Zinssatz bestimmt sind) berechnet werden.
  • Optionen werden gemeinhin mit dem Black-Scholes-Modell bewertet, das als wesentlichen Parameter die Volatilität des zugrunde liegenden Basiswertes (des Underlyings) enthält. Die Volatilität ist dabei meist eine sogenannte implizite Volatilität, die am Markt abgelesen wird.
  • Komplexere Produkte werden mit Modellen wie dem Libor Market Modell bewertet.
Johannes Wernz

8. Risikomodellierung und Kapital – Operationelles Risiko

Operationelles Risiko (OpRisk) hat seit dem Inkrafttreten von Basel II ein großes Gewicht erhalten und ist seither wichtiges Thema im Risikomanagement. Im Jahre 2011 schließlich rücken auch die großen Versicherungen in diesem Thema nach. Der finanzielle und organisatorische Aufwand, im operationellen Risiko vom Standardansatz auf den AMA umzusteigen lohnt sich für die Banken und Versicherungen fast immer. Einsparungen von rund 25 % an RWA sind eine übliche Größe. Gerechtfertigt wird eine solche Einsparung durch verbessertes Risikomanagement (mehr und bessere Kontrollen werden möglich, dadurch dass man eine Einschätzung und Priorisierung der Operationellen Risiken vorgenommen hat).
Johannes Wernz

9. Risikomodellierung – Asset Liability Management (ALM)

Einigen Banken, wie der Dexia oder der Depfa (und damit später der HRE), wurden während der Wirtschafts- und Finanzkrise ihre Modelle der Refinanzierung zum Verhängnis. Nicht fristengerechte Refinanzierung war bei diesen Banken Teil des Geschäftsmodells. Als sich die Zinsen dann in der Krise unvorteilhaft entwickelten, führte dieses Geschäftsmodell zu hohen Verlusten. Es ist wahrscheinlich, dass nicht fristengerechte Refinanzierung noch weiteren Banken zum Verhängnis wird.
Johannes Wernz

10. Appendix: Basler Formeln für den IRBA

Die folgende Zusammenfassung ergibt sich aus den Textziffern 271 ff. und 327 ff. des Basler Papiers und aus den Paragraphen 88–100 der Solvabilitätsverordnung.
Johannes Wernz

11. Appendix: Kreditportfoliosystem – KPS

Ein Kreditportfoliosystem (KPS) ist ein Kredit-VaR-Verfahren. Ein KPS ist meist als Mehrfaktormodell realisiert. Die Erklärungsvariable X i („Asset-Return“) eines Kreditnehmers i setzt sich aus einem makroökonomischen und einem firmenspezifischen Anteil zusammen.
Johannes Wernz

12. Appendix: Länderrisiko – Issuer Risk

Individuelles Ausfallrisiko besteht immer aus einem eigenen, intrinsischen, Anteil und einem systemischen Anteil. Der systemische Anteil kann durch eine schlechte Wirtschaftslage in einem Land bedingt sein. In einer schlechten Wirtschaftslage können Ausfälle von Unternehmen und eine gesteigerte Arbeitslosigkeit die Folge sein. Auch die gesteigerte Arbeitslosigkeit führt dann wiederum zu vermehrten Ausfällen (von Privathaushalten). Modelliert man die Ausfallwahrscheinlichkeit, setzt man einen eigenen Anteil und einen systemischen Anteil an. Der „systemische Einfluss“, vermittelt über den Kopplungsparameter R, ist in den Basler Formeln für das Segment Corporate größer als für das Segment Retail.
Johannes Wernz

13. Appendix: Settlement Risiko

Das Settlement Risiko spiegelt die Gefahr eines Verlustes einer Forderung während des Abwicklungszeitraums wider. So kann die Anweisung der Vorleistung erfolgt sein, aber die der Gegenleistung kann ausbleiben. Bekanntes Beispiel ist der Fall der Herstatt-Bank in Köln, die 1974 insolvent ging und dann der Gegenleistung in Form von Devisenzahlungen in USD nicht mehr nachkam, während manche Banken bereits die Anweisung der Vorleistung in DM getätigt hatten.
Johannes Wernz

14. Appendix: Wirtschaftliche Entwicklungen – Historische Daten

Die folgenden Abbildungen dienen zur Inspiration und Motivation von Szenarien und von Parameterausprägungen. Sie zeigen die Situation in den USA in der Großen Depression und parallel dazu die Situation in der Ölkrise.
Johannes Wernz

15. Abkürzungen

Abkürzungen
Johannes Wernz

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