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12.03.2013 | Bankstrategie | Interview | Onlineartikel

Prozesse: "Nicht reagieren, sondern mitgestalten"- Teil 1

Autor:
Stefanie Hüthig
3 Min. Lesedauer

Mit Michael Eisenrauch, Mitglied der Direktion der Basler Kantonalbank, sprach BANKMAGAZIN über Prozesse und Datendisziplin, aber auch über die Möglichkeiten, Mitarbeiter auf dem Weg zu einer effizienten Bank „mitzunehmen“.

Springer für Professionals: Herr Eisenrauch, Sie sind in der Basler Kantonalbank für die Prozesseffizienz und für die zentrale Kreditverarbeitung auf Konzernebene zuständig. An welchem Projekt arbeiten Sie zur Zeit?

Eisenrauch: Wir arbeiten derzeit weniger an der unserer Potenzialausschöpfung, sondern stärker an der Sicherstellung der Compliance in unseren Prozessen. So haben wir zum Beispiel vom Regulator den Auftrag bekommen, den Reportingprozess abzubilden. Der ist aber weder lukrativ noch sexy. Dabei holt man wenig Effizienz heraus. Der Ansatz, zu dem wir uns im Prozessmanagement entschieden haben, ist, jeden Prozess mit klaren Zielen zu versehen. Allerdings geben wir keine einzelnen Ziele vor, sondern ein ganzes Spannungsfeld an Zielen, wie beim Balanced-Scorecard-Ansatz. Beim Vertriebsprozess zum Beispiel ausschließlich auf Schnelligkeit zu setzen und die Qualität außer Acht zu lassen, das wäre der falsche Weg.

Für 2013 haben wir uns einige Kernprozesse vorgenommen, die wir fit für Compliance machen wollen: den Kredit- und Anlageprozess sowie den Kontoeröffnungsprozess. Gerade Letzterer ist hier in der Schweiz von Compliance-Seite ein großes Thema. Wenn Sie als Deutsche bei uns ein Konto eröffnen möchten, können Sie nicht in jede Filiale gehen, sondern Sie brauchen einen speziell für deutsche Kunden ausgebildeten Berater. Das ist sowohl von der Zertifizierungs- als auch von der Prozessseite her eine große Herausforderung. Da ist es gut, einen Standardprozess zu haben, der sich multiplizieren lässt. Wir bilden unsere Mitarbeiter für den Schweizer, für den französischen sowie deutschen Markt und für Rest of the World aus.

Wie verteilen sich Ihre Kunden auf die genannten Länder?

Der Großteil unserer Kunden kommt aus der Schweiz. Die nächstgrößere Gruppe sind deutsche Kunden, gefolgt von den französischen und Rest of the World.

Welche Kreditart, die Ihr Haus anbietet, ist denn von den Prozessen betrachtet die komplexeste?

Das sind üblicherweise die Kredite im Large-Corporate-Geschäft, Kredite mit internationalen Vertragsusancen. Hierfür eignet sich der Industrialisierungsansatz freilich nicht, hier sprechen wir von einer Manufaktur, hier schreiben hochspezialisierte Mitarbeiter die Kredite einzeln im Backoffice.

Und welche Kredite bilden Sie in der Kreditfabrik ab?

In der Kreditfabrik wird das klassische Eigenheim- und KMU-Kreditgeschäft bearbeitet. Wir haben kein Konsumentenkreditgeschäft; aber die Eigenheimfinanzierung sowohl als auch die Finanzierung von Gewerbeimmobilien über die ganze Schweiz hinweg wird in der Kreditfabrik abgebildet.

Der Bilanz der Basler Kantonalbank zufolge liegt ihr Schwerpunkt auf der Eigenheimfinanzierung …

Vom Transaktionsvolumen her sicherlich. Vom Ertrag her liegt unser Schwerpunkt im Large-Corporate-Geschäft.

Zur Person und zum Institut

Michael Eisenrauch ist Mitglied der Direktion der Basler Kantonalbank, Leiter Credit Management und zuständig für Produkt- und Qualitätsmanagement, Projekt- und Prozessmanagement sowie Meldewesen und Reporting im Bereich Finanzieren. Der gebürtige Österreicher und ausgebildete Bankkaufmann studierte Wirtschaftsinformatik sowie Internationales und General Management. Eisenrauch arbeitete in der Folge unter anderem als Unternehmensberater und wurde in dieser Funktion auch für die Baseler Kantonalbank tätig, die ihn 2009 schließlich fest anstellte.

Der Basler-Kantonalbank-Konzern besteht aus der Basler Kantonalbank und der Bank Coop. Die Bilanzsumme auf Konzernebene belief sich laut Geschäftsbericht 2011 auf rund 38 Milliarden Schweizer Franken mit Hypothekarforderungen in Höhe von circa 22 Milliarden Franken.

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Quelle:
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01.02.2011 | Trend | Ausgabe 2/2011

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