Bauten im Kopf
Architektur und Neurowissenschaften
- 2025
- Buch
- Verfasst von
- Irene Daum
- Christian Heuchel
- Verlag
- Springer Berlin Heidelberg
Über dieses Buch
Dieses, zusammen mit dem Architekten Christian Heuchel, verfasste Buch mit dem Titel "Bauen im Kopf - Architektur und Neurowissenschaften erörtert die Bedeutung aktueller Erkenntnisse der Neurowissenschaften und der Psychologie für Perspektiven der Architektur wie Orientierung im Raum, Atmosphäre, sozialer Lebensraum und "intelligente" Gebäude. Des weiteren werden die neuropsychologischen Grundlagen von Planung und Ausführung im Verlauf des Bauprozesses und die Relevanz der künstlichen Intelligenz für die Architektur dargestellt. Zielgruppen sind Architekten und Städteplaner, Studierende der Baukunst, Psychologen und Neurowissenschaftler sowie alle am Thema Baukunst Interessierte. Die Publikation hat zum Ziel, einen Beitrag zu einer eng an menschlichen Bedürfnissen orientierten Architektur zu leisten. Die im Buch diskutierten Anknüpfungspunkte stehen in Zusammenhang mit neuen Studiengängen an Architektur-Fakultäten in den USA und in Italien und gewinnen auch in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Der besondere Ansatz des Textes ist die enge Kooperation einer Neuropsychologin und eines Architekten mit langjährigen Erfahrungen auf ihren Gebieten, was eine praxisnahe Diskussion von Zukunftsperspektiven erlaubt.
Inhaltsverzeichnis
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Frontmatter
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1. Architektur und Neurowissenschaften – was verbindet die Disziplinen?
Irene Daum, Christian HeuchelDer Beitrag untersucht die historische und zeitgenössische Verbindung zwischen Architektur und Neurowissenschaften. Er beginnt mit der traditionellen Vorstellung von Architektur, die auf einem ausgewogenen Zusammenspiel von Baukörper, Proportionen und Licht basiert, und hebt die Bedeutung der Symmetrie und Harmonie hervor, wie sie von Charles Darwin beschrieben wurde. Aktuelle Forschungsfragen konzentrieren sich darauf, wie das gebaute Umfeld das menschliche Erleben und Verhalten beeinflusst und wie diese Erkenntnisse in zukünftige Gestaltungskonzepte einfließen können. Institute wie das Centre for Design + Health und das Environmental Neuroscience Lab nutzen innovative Ansätze wie die mobile Messung elektrischer Hirnaktivität, um die Reaktion des menschlichen Gehirns auf urbane Umfelder zu untersuchen. Der Text beleuchtet auch die historische Dimension des Bauens, die durch den Maßstab Mensch und gesellschaftliche Vorstellungen vom sozialen Zusammenleben geprägt ist. Beispiele wie Leonardo da Vincis Vitruvianischer Mensch und Le Corbusiers Modulor veranschaulichen die anthropometrischen Maßsysteme, die die Architektur näher an den Menschen bringen sollen. Die Bedeutung der sinnlichen Erfahrung von Architektur, die über die visuelle Wahrnehmung hinausgeht, wird durch Konzepte wie die Einfühlung und die ganzheitliche, sinnliche Erfahrung von Architektur betont. Der Beitrag diskutiert auch die atmosphärische Wirkung von Städten wie Venedig und Rom, die durch ihre historische und kulturelle Tiefe eine einzigartige sinnliche Erfahrung bieten. Die vielschichtige Wirkung des gebauten Raums auf das menschliche Wohlbefinden und die kognitive Leistungsfähigkeit wird durch neurowissenschaftliche Erkenntnisse untermauert. Der Text schließt mit der Diskussion der Implikationen für die Gestaltung des interaktiven Lebensraums in Gebäuden und Städten und hebt die Bedeutung der Berücksichtigung menschlicher Bedürfnisse und Wünsche in der Architektur hervor.KI-Generiert
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ZusammenfassungDem berühmten Baumeister Andrea Palladio zufolge muss ein Bauwerk eine perfekte Verbindung von Zweckmäßigkeit, Strenge und Schönheit aufweisen. Ein Gebäude sollte ein Gesamtkunstwerk sein, ein Produkt seiner Zeit und Resultat einer kreativen, von der Umgebung inspirierten Gestaltung (Palladio 1570). Die traditionelle Vorstellung von Architektur gründet sich auf ein ausgewogenes Zusammenspiel von Baukörper, Proportionen und Licht unter Berücksichtigung der Beschaffenheit eines Ortes. Auch die Nutzer und Besucher sind Teil eines harmonischen Ganzen. Ein Haus sollte Wohlbefinden und das Gefühl, am richtigen Platz zu sein, vermitteln. Bei von Palladio inspirierten Bauwerken spielt die schon von dem bedeutenden Naturforscher Charles Darwin beschriebene universelle Vorliebe für Symmetrie und Harmonie der Formen, die mit einer guten Gestalt in der visuellen Wahrnehmung verknüpft sind, eine herausragende Rolle (Rybczynski 2004; Daum 2016). -
2. Die Perspektive des Nutzers
Irene Daum, Christian HeuchelDas Kapitel untersucht die tiefgreifenden Einflüsse der gebauten Umwelt auf menschliche Wahrnehmung und Verhalten. Es beginnt mit einer historischen Einordnung, die die Renaissance und die Aufklärung als prägende Epochen für die Entwicklung des Individuums und der Architektur hervorhebt. Anschließend werden die neuropsychologischen Konzepte skizziert, die für die Gestaltung von Architektur von Bedeutung sind. Dabei wird die aktive Rolle der Wahrnehmung und Informationsverarbeitung betont, die durch Erfahrungen kontinuierlich verändert wird. Die visuelle Wahrnehmung und andere Sinne wie Tastsinn und Hörsystem spielen eine zentrale Rolle bei der Orientierung in Räumen. Die Integration multisensorischer Eindrücke durch supramodale Hirngebiete ermöglicht eine ganzheitliche Wahrnehmung der gebauten Umgebung. Das Kapitel beleuchtet auch die Bedeutung von Landmarken und mentalen Karten für die Navigation im Raum und die Rolle des Hippokampus bei der räumlichen Orientierung. Zudem wird die Bedeutung des Körperschemas und der Affordanz für die Gestaltung und Nutzung von Räumen diskutiert. Abschließend wird die Atmosphäre als entscheidender Faktor für das emotionale Erleben von Räumen hervorgehoben, wobei das Belohnungssystem und Spiegelneurone eine zentrale Rolle spielen. Die neurowissenschaftlichen Erkenntnisse bieten wertvolle Ansätze für die zukünftige Architekturgestaltung, um das soziale Miteinander in wachsenden Städten zu fördern.KI-Generiert
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ZusammenfassungWir werden in unseren Entscheidungen und unserem Verhalten maßgeblich durch die Beziehung zu unserer Umgebung beeinflusst. Wahrnehmung und Handlungen wurden durch einen langen Zivilisationsprozess geprägt, in dem kulturelle Konnotationen jenseits der Notwendigkeit, das Überleben zu sichern, zunehmend wichtiger wurden. Eine Epoche von besonderer Bedeutung war die Renaissance und die damit verbundene Aufklärung im 15. und 16. Jahrhundert, die nachhaltige Auswirkung auf die Entfaltung des Individuums, die Kultur, die Architektur und das soziale Miteinander hatte und auch heute noch unser gesellschaftliches Miteinander prägt (vgl. Heuchel und Daum 2020). Im Folgenden sollen die neuropsychologischen Konzepte, die für die Gestaltung von Architektur von Bedeutung sind, skizziert werden. Dazu gehören aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zur Wahrnehmung unserer Umgebung, zum Zurechtfinden im gebauten Raum und zur Steuerung unseres Verhaltens. -
3. Die Perspektive des Architekten
Irene Daum, Christian HeuchelDas Kapitel untersucht die faszinierende Schnittstelle zwischen Architektur und Neurowissenschaften, indem es die neurokognitiven Prozesse beleuchtet, die bei der Planung und Umsetzung von Bauwerken eine zentrale Rolle spielen. Es beginnt mit der historischen Perspektive, wie bedeutende Architekten wie Leonardo da Vinci und Le Corbusier den menschlichen Körper als Bezugspunkt für ihre Entwürfe nutzten, und wie diese Prinzipien bis heute in der Architektur Anwendung finden. Der Text vertieft sich in die kreativen und pragmatischen Anforderungen, denen Architekten begegnen, und wie diese durch neurowissenschaftliche Erkenntnisse unterstützt werden können. Besonders interessant ist die Untersuchung der Rolle von Gedächtnis und Erfahrung im Schaffensprozess des Architekten, sowie die Bedeutung von Empathie und Perspektive bei der Gestaltung von Räumen. Zudem wird die Entwicklung von der handgezeichneten Skizze zur digitalen Modellierung beleuchtet, wobei die Vor- und Nachteile beider Ansätze diskutiert werden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Bedeutung von Kreativität und Innovation in der Architektur, wobei die Rolle des Ruhezustandsnetzwerks im Gehirn und die Förderung kreativer Prozesse durch verschiedene Methoden untersucht werden. Abschließend wird die Frage gestellt, wie Künstliche Intelligenz die kreative Arbeit des Architekten in Zukunft beeinflussen könnte.KI-Generiert
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ZusammenfassungDie Veröffentlichung des zum Klassiker avancierten Buches The Architect’s Brain: Neuroscience, Creativity and Architecture von Harry Francis Mallgrave (2011) verstärkte das Interesse der Forschung an möglichen Anknüpfungspunkten zwischen Architektur und Neurowissenschaften. In der Folgezeit befassten sich zahlreiche Projekte mit den neurokognitiven Prozessen, die bei der Planung und Konzeption eines Bauwerks und der Umsetzung von Entwürfen in die Praxis von Bedeutung sind (vgl. Arbib 2021). Architektur versteht sich heute als Dialog von Experten, der maßgeblich in schöpferischer Tätigkeit verankert ist und dessen Schwerpunkte sich am Maßstab Mensch und seinen Bedürfnissen orientieren. Für viele bedeutende Architekten von Leonardo da Vinci bis zu Le Corbusier, Louis Kahn, Mies van der Rohe und Walter Gropius war der menschliche Körper Bezugspunkt ihrer Abbildungen und Entwürfe, was u. a. in Vorstellungen der Urhütte von Marc-Antoine Laugier (1755) oder im anthropometrischen Maßsystem Modulor von Le Corbusier (1953) veranschaulicht wurde. Der Architekt nutzt die Prinzipien von Geometrie, Proportionen, Licht und Schatten, um den Menschen anzusprechen, um Gefühle hervorzurufen und zu beeinflussen. -
4. Künstliche Intelligenz und Bauen
Irene Daum, Christian HeuchelDie fortschreitende Digitalisierung und die Verbreitung von VR-Techniken verändern unsere Wahrnehmung und Interaktion mit der gebauten Umwelt. Künstliche Intelligenz spielt dabei eine zentrale Rolle, indem sie Gebäude intelligenter, nachhaltiger und effizienter gestaltet. Sensoren und das Internet der Dinge ermöglichen eine umfassende Vernetzung und Anpassung an sich verändernde Gegebenheiten. Die Integration von KI in die Architektur führt zu interaktiven Gebäuden, die auf die Bedürfnisse der Nutzer reagieren und eine optimale Nutzung von Energieressourcen gewährleisten. Die Entwicklung intelligenter Gebäude stellt jedoch auch ethische und praktische Herausforderungen dar, insbesondere in Bezug auf Datenschutz und Überwachung. Die Diskussion über die Autorenschaft und Kreativität von KI-Systemen im Vergleich zum menschlichen Schaffen zeigt die komplexen Implikationen der Technologie. Zudem werden die potenziellen Vorteile von Quantencomputern und KI-Agenten für die Zukunft der Architektur und des Bauwesens hervorgehoben. Der Beitrag beleuchtet auch die psychologischen Auswirkungen der Nutzung virtueller Welten und die Notwendigkeit, sich an neue Wahrnehmungs- und Denkprozesse anzupassen. Die Integration von KI in die Architektur bietet vielversprechende Ansätze zur Bekämpfung der Folgen des Klimawandels und zur Schaffung nachhaltiger, intelligenter Städte.KI-Generiert
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ZusammenfassungDie weltweite Verbreitung von Smartphones hat die Kommunikation in den letzten Jahrzehnten signifikant verändert. Ständige Erreichbarkeit, die Preisgabe sehr persönlicher Daten und die Verbindung mit einer Vielzahl von Kontakten via Internet sind zur Norm geworden. Die fortschreitende Digitalisierung und die Popularität von VR-Techniken verändern unsere Wahrnehmung der Welt, bis hin zu Reizüberflutung und der Verschiebung objektiver Realitäten. Aus neurowissenschaftlicher Sicht erfordern die veränderten Wahrnehmungs- und Denkprozesse kontinuierliche Anpassungen von Verhalten und Formen des Zusammenlebens, was sich auch auf die Architektur auswirken wird (Heuchel und Daum 2020). Der gebaute Raum wird zunehmend mit Sensoren wie Überwachungskameras ausgestattet, das Internet der Dinge verknüpft Geräte und Gebäude und mit Hilfe von VR-Brillen kann der Blick auf die Umgebung im Einklang mit den Interessen des Einzelnen personalisiert werden. -
5. Die Zukunft des Bauens
Irene Daum, Christian HeuchelDer Beitrag untersucht die zukünftigen Herausforderungen und Chancen der Architektur und Stadtplanung im Kontext von Klimawandel, Digitalisierung und demografischem Wandel. Es wird die Notwendigkeit betont, soziale und kommunikative Aspekte sowie partizipatorische Beiträge von Bauherren und Partnern stärker zu berücksichtigen. Ein zentrales Thema ist die internationale Vernetzung und Zusammenarbeit, die durch Projekte wie THE BRIDGE Cologne – Madrid veranschaulicht wird. Diese Initiative zeigt, wie unterschiedliche kulturelle Perspektiven und Expertisen zu innovativen und funktionalen Lösungen führen können. Zudem wird die Verbindung von Architektur und Neurowissenschaften beleuchtet, die ein tieferes Verständnis der kreativen Gestaltungsprozesse ermöglicht. Die Integration von Kunst in die Architektur, bekannt als Kunst am Bau, wird als wesentlicher Bestandteil einer ganzheitlichen Baukonzeption hervorgehoben. Beispiele wie die Installation Floating Piers und die Skulptur Sleeping War veranschaulichen die transformative Wirkung von Kunst im öffentlichen Raum. Der Beitrag diskutiert auch die Rolle der Digitalisierung und Künstlichen Intelligenz im Bauprozess, die neue Möglichkeiten in der Planung und Umsetzung bieten, jedoch die emotionale und intuitive Dimension der Architektur nicht vollständig ersetzen können. Abschließend wird die Bedeutung der sozialen Architektur betont, die das Wohlbefinden und die Gemeinschaft in den Mittelpunkt stellt, sowie die Herausforderungen und Chancen des Klimawandels für die zukünftige Gestaltung von Städten und Bauwerken.KI-Generiert
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ZusammenfassungKlimawandel, Digitalisierung, neue Bautechnologien und der demografische Wandel mit neuen Formen von Wohn- und Arbeitswelten stellen die Architektur und die Stadtplanung vor immense Herausforderungen. Insbesondere soziale und kommunikative Aspekte und partizipatorische Beiträge von Bauherrn und anderen Partnern werden bisher in vielen Bereichen noch vernachlässigt und müssen in einem demokratischen Umfeld in zunehmendem Maß berücksichtigt werden (O & O Baukunst 2023, urbanlust.de). Trotz umfassender theoretischer und konzeptueller Vorbereitung mangelt es bisher an einer effizienten Umsetzung von Planung und Entwurf zu gebauter Realität. -
6. Perspektiven von Stadtplanung und Stadtentwicklung
Irene Daum, Christian HeuchelDer Beitrag untersucht die komplexen und dynamischen Perspektiven der Stadtplanung und Stadtentwicklung. Historisch betrachtet, sind Städte mehr als nur Verdichtungen von Lebens- und Arbeitsräumen; sie sind Machtzentren, Orte der Verwaltung und Dienstleistungen sowie Ensembles von Eindrücken und Emotionen. Die Entwicklung von Städten wird durch Faktoren wie Urbanisierung, Industrialisierung und demografische Veränderungen geprägt. Aktuelle Herausforderungen umfassen den steigenden Bedarf an Freizeitgestaltung, die Gentrifizierung und die Notwendigkeit nachhaltiger und klimagerechter Infrastruktur. Die Integration von Grünflächen und die Förderung von Nachhaltigkeit sind zentrale Themen, die die Lebensqualität in urbanen Räumen verbessern sollen. Beispiele wie der Corviale-Komplex in Rom und der Bilbao-Effekt veranschaulichen sowohl Misserfolge als auch Erfolge in der Stadtentwicklung. Der Beitrag betont die Bedeutung von Partizipation und die Einbindung der Bewohner in Planungsprozesse, um eine nachhaltige und identitätsstiftende Stadtentwicklung zu gewährleisten. Zudem wird die Rolle von Lichtplanung und die sinnliche Wahrnehmung von Stadtlandschaften hervorgehoben, um eine sichere und attraktive urbane Umgebung zu schaffen. Die Analyse von Fallstudien wie der Parkstadt Süd in Köln zeigt, wie traditionelle Materialien und Farben in die moderne Stadtplanung integriert werden können, um eine starke lokale Identität zu fördern. Der Text schließt mit der Betonung der Notwendigkeit, historische und kulturelle Werte mit den Anforderungen der Gegenwart zu verbinden, um zukunftsfähige und lebenswerte Städte zu schaffen.KI-Generiert
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ZusammenfassungEine Stadt ist historisch gesehen viel mehr als eine Verdichtung von Lebens- und Arbeitsraum und Wohnort für eine größere Zahl von Menschen. Sie steht für ein Machtzentrum, für einen Ort von Verwaltung, Dienstleistungen und Geschäftstätigkeit, für ein Ensemble von Eindrücken, Assoziationen und Emotionen (Mattenklott 2014). Nicht zuletzt steht das Bild einer Stadt auch für Vorstellungen von Ordnung und Chaos, die ihre Bedeutung und ihre gesellschaftlichen Strukturen mitbestimmen. Beispiele sind Bezeichnungen wie das himmlische Jerusalem, das als leuchtende und prachtvolle Stadt beschrieben wird und als Gegenpol die Stadt Babylon als Sündenbabel, als lärmender Sumpf des Lasters und der Gewalt (vgl. Mattenklott 2014). -
7. Die Gestaltung von Architekturfassaden: Ein historisches, kulturelles und neurowissenschaftliches Thema
Irene Daum, Christian HeuchelDie Gestaltung von Architekturfassaden ist ein komplexes und interdisziplinäres Thema, das Architektur, Kunstgeschichte, Kulturwissenschaften und Neurowissenschaften verbindet. Fassaden spielen eine entscheidende Rolle für das Erscheinungsbild und die Wirkung von Bauwerken und Städten. Sie reflektieren sowohl historische Wurzeln als auch zeitgenössische Identitäten. Historisch betrachtet, dienten Fassaden als Indikatoren für gesellschaftlichen und politischen Status, wie beispielsweise die prächtigen Paläste entlang des Canal Grande in Venedig zeigen. Diese Fassaden waren reich verziert und symbolisierten Wohlstand und Macht. Die Gestaltung von Fassaden hat sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt, von detaillierten Reliefs griechischer Tempel bis hin zu minimalistischen Glasfassaden der Moderne. Heute sind Fassaden wieder zu zentralen Ausdrucksmitteln geworden, die visuelle Reize bieten und emotionale Verbindungen schaffen. Neurowissenschaftliche Perspektiven zeigen, dass Fassaden intuitiv wahrgenommen werden und einen hohen Wiedererkennungswert besitzen. Sie beeinflussen die räumliche Orientierung, die Atmosphäre und die Verweilqualität im urbanen Raum. Zeitgenössische Fassaden spiegeln den Spagat zwischen globalen Trends und lokaler Identität wider und reflektieren einen Wandel hin zu umweltfreundlichen Materialien und energieeffizienter Gestaltung. Die Fassade wird somit zum Ausdrucksträger, der nicht nur das Gebäude, sondern auch die Stadt mit Leben füllt und Identität schafft. Der Beitrag beleuchtet die historischen, kulturellen und neurowissenschaftlichen Aspekte der Fassadengestaltung und zeigt auf, wie diese Elemente zusammenwirken, um das Erscheinungsbild und die Wirkung von Städten zu prägen.KI-Generiert
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ZusammenfassungDie Planung und Gestaltung von Fassaden ist ein komplexes und interdisziplinäres Thema, das Architektur, Kunstgeschichte, Kulturwissenschaften und Neurowissenschaften verbindet. Fassaden spielen eine entscheidende Rolle für das Erscheinungsbild und die Wirkung von Bauwerken und Städten. Sie reflektieren sowohl ihre historischen Wurzeln wie auch ihre zeitgenössische Identität. -
8. Der Schulbau der Zukunft
Irene Daum, Christian HeuchelDer Beitrag beleuchtet die zukunftsweisenden Anforderungen an den Schulbau und die Integration neurowissenschaftlicher Erkenntnisse. Es wird aufgezeigt, wie moderne Raumkonzepte und digitale Technologien das Lernen und die soziale Interaktion in Schulen fördern können. Der Schulbau der Zukunft muss sich an den Anforderungen der modernen Gesellschaft orientieren und sowohl funktionale als auch psychologische Aspekte berücksichtigen. Zeitgemäße Raumkonzepte, Ganztagsunterricht, Digitalisierung, Inklusion und Barrierefreiheit stehen im Mittelpunkt der Düsseldorfer Schulbauleitlinie. Diese Anforderungen erfordern eine umfassende Neukonzeption von Raumkonzepten, die sich an den Bedürfnissen der Lernenden und der Lehrenden orientieren. Die Ganztagsschule erfordert zusätzliche Räumlichkeiten für soziale Aktivitäten, Sport und kulturelle Arbeitsgemeinschaften. Neurowissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, wie die Raumgestaltung das Lernen und das emotionale Wohlbefinden beeinflussen kann. Licht, Farbgestaltung und Raumakustik spielen eine entscheidende Rolle für die kognitive Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden der Schüler. Die Integration von Schulen in das städtische Umfeld und die Schaffung von Begegnungsorten fördern die soziale Interaktion und das Gemeinschaftsgefühl. Nachhaltige Schulbauten tragen zur ökologischen Verantwortung bei und schaffen inspirierende Lernumgebungen, die die Persönlichkeit der Lernenden formen und ihre gesellschaftliche Verantwortung stärken.KI-Generiert
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ZusammenfassungDas Bildungssystem erstreckt sich von Kindergärten, Grundschulen, weiterführenden Schulen und Berufsschulen bis hin zu den Hochschulen und Universitäten, die als Institutionen und Investition in die Zukunft unsere kulturelle, technische und wissenschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und unseren Wohlstand sicherstellen. Aktuell ist beim Schulbau ein Notstand mit einem enormen Bedarf an Erweiterung, Sanierung und einer Präferenz für temporäre Lösungen zu beklagen, die in vielen Fällen auf finanzielle Erwägungen zurückzuführen ist.
- Titel
- Bauten im Kopf
- Verfasst von
-
Irene Daum
Christian Heuchel
- Copyright-Jahr
- 2025
- Verlag
- Springer Berlin Heidelberg
- Electronic ISBN
- 978-3-662-70654-1
- Print ISBN
- 978-3-662-70653-4
- DOI
- https://doi.org/10.1007/978-3-662-70654-1
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