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Über dieses Buch

In diesem Buch werden die zentralen Rollen der Angehörigen in der Gesundheitskommunikation aus Modellen der Kommunikationswissenschaft, Psychologie, Soziologie und den Gesundheitswissenschaften abgeleitet. Darauf basierend werden Strategien der Angehörigenkommunikation vorgestellt, die unabhängig von bestimmten Krankheiten und Kommunikationskanälen zum Einsatz kommen. Dies trägt zum Verständnis der potentiellen positiven sowie negativen Wirkungen von Angehörigen in Kommunikationsprozessen bei und dient als Grundlage für die Entwicklung entsprechender Interventionen in der Gesundheitsversorgung.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Zusammenfassung
Einleitend wird die Relevanz der Angehörigenkommunikation vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Entwicklungen wie der zunehmenden Individualisierung, Mobilität, Überalterung, Digitalisierung und Ökonomisierung im Gesundheitswesen erläutert. Dabei finden einerseits die Funktionen für die Patienten und für das Gesundheitssystem und andererseits die Effekte für die Angehörigen selbst Berücksichtigung. Um den Begriff der Angehörigenkommunikation zu erklären, werden verschiedene Definitionen für Angehörige und die Gesundheitskommunikation erläutert und diskutiert. Zielstellung der Arbeit ist es ein krankheits- und kanalübergreifendes Modell zu entwickeln, welches sowohl als Grundlage für die Beschreibung der Rollen der Angehörigen in der Gesundheitskommunikation als auch für die Entwicklung von Kommunikationsstrategien dienen kann.
Doreen Reifegerste

Kapitel 2. Modelle der Angehörigenkommunikation

Zusammenfassung
Im zweiten Kapitel werden Theorien und Ansätze der Soziologie, der Sozialpsychologie, der Gesundheitswissenschaften und der Kommunikationswissenschaft als Grundlagen für die Angehörigenkommunikation und die Ableitung entsprechender Strategien vorgestellt. Dabei nehmen die Ansätze der sozialen Unterstützung und die verschiedenen Rollentheorien zunächst die Interaktionen zwischen Patienten und Angehörigen in den Blick. Modelle der triadischen Entscheidungsfindung fokussieren anschließend stärker auf die Triade (d. h. die Arzt-Patienten-Angehörigen-Kommunikation). Der Two-Step-Flow of Support verbindet schließlich die verschiedenen Ansätze und dient damit als Rahmenmodell, um die Kommunikations- und Unterstützungswege zwischen Angehörigen und Patient sowie zwischen Angehörigen und weiteren Unterstützungsquellen abzubilden. Modelle der Gesundheitskompetenz und deren Dimensionen und Angehörigenspezifika bilden schließlich eine zentrale Grundlage für die Kommunikationsstrategie der Kompetenzentwicklung.
Doreen Reifegerste

Kapitel 3. Kommunikationsrollen der Angehörigen

Zusammenfassung
Auf der Basis der im zweiten Kapitel vorgestellten theoretischen Ansätze werden im drittel Kapitel verschiedene Kommunikationsrollen der Angehörigen abgeleitet. In der Logik des Two-Step-Flow of Support werden dabei zunächst die Rollen der Angehörigen mit ihren hilfreichen und weniger hilfreichen Aspekten sowie mit die funktionalen Alternativen und Krankheitsspezifika in den Blick genommen. Basierend auf den Funktionen der sozialen Unterstützung werden die Angehörigenrollen anhand der Unterstützungsarten differenziert. So leisten Angehörige neben 1) informationeller und 2) emotionaler Unterstützung, vor allem auch 3) Entscheidungsunterstützung sowie 4) instrumentelle Hilfe für den Patienten.
Doreen Reifegerste

Kapitel 4. Strategische Angehörigenkommunikation

Zusammenfassung
Nachdem im dritten Kapitel die Rollen der Angehörigen anhand der Unterstützungsformen erläutert wurden, nimmt die Arbeit nun den kommunikativen Umgang mit den Angehörigen durch Dritte (wie das medizinische Personal) in den Blick. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie sekundäre Unterstützungsgeber die primären Unterstützungsgeber (d. h. die Angehörigen) unterstützen können und welche Kommunikationsstrategien dafür angewendet werden. Die Situationsanalyse (als erster Schritt der strategischen Kommunikation) berücksichtigt sowohl personen- als auch krankheitsbezogene Faktoren. Als Ziele einer systematischen Kommunikation mit den Angehörigen werden die Integration, die Rollenklärung, die Kompetenzförderung sowie die Entlastung der Angehörigen vorgestellt. Anschließend werden zentrale Aspekte diskutiert, die es bei der Auswahl der Beteiligten und der Vermittlungswege in der Angehörigenkommunikation zur berücksichtigen gilt.
Doreen Reifegerste

Kapitel 5. Fazit

Zusammenfassung
Im Fazit werden die wesentlichen Bestandteile der Arbeit zusammengefasst. Implikationen für die Theorie- sowie Methodenentwicklung und die Praxis werden abgeleitet. Als praktische Konsequenzen ergeben sich vor allem die Anerkennung der Angehörigen als Anspruchsgruppe in der Gesundheitskommunikation und die Berücksichtigung der Vielfalt ihrer Funktionen. Diesen Ansprüchen stehen häufig strukturelle Rahmenbedingungen der Gesundheitsversorgung entgegen. Fraglich bleibt inwieweit, finanzielle Anreize, Qualitätsanforderungen an die Gesundheitsversorgung, technische Mittel oder die Verankerung entsprechender angehörigenbezogener Anforderungen in Leitfäden oder Ausbildungsstationen des medizinischen Personals eine zielgerichtete Angehörigenintegration in der Gesundheitsversorgung gewährleisten können.
Doreen Reifegerste
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