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19.04.2022 | E-Government | Nachricht | Online-Artikel

Vertrauen als Währung für digitale Dienste

verfasst von: Mareike Karge, Anja Schüür-Langkau

2:30 Min. Lesedauer
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Unternehmen und auch Behörden bieten ihre Dienste zunehmend über digitale Plattformen an. Voraussetzung für die Akzeptanz bei den Bürgerinnen und Bürgern ist das Vertrauen in die Datensicherheit und eine komfortable Nutzung, so das Ergebnis einer Studie. 

Vertrauen ist die Basis, damit Menschen mit Organisationen online interagieren. Das gilt in auch für Behörden, denn nur wenn die Bürgerinnen und Bürger dem Staat ihre Daten anvertrauen, ist die Digitalisierung der Verwaltung überhaupt erst möglich. 41 Prozent vertrauen nach eigenen Angaben den Websites und Anmeldeportalen ihrer Regierung für Dienste wie die Steuererklärung oder die Überprüfung des Führerscheinstatus vertrauen. Doch noch ein knappes Drittel 31 Prozent) vertraut den digitalen Diensten des Staates nicht.

Diese Daten stammen aus der Untersuchung "Identität: Der digitale Vertrauensanker". Dafür befragte Statista im Auftrag im Auftrag des Cloud-Dienstleisters Okta im Oktober vergangenen Jahres online 12.010 Verbraucherinnen und Verbraucher aus dem Vereinigten Königreich, Irland, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Spanien, Schweden, Italien und der Schweiz. Untersucht wurde das Vertrauen in digitale Dienstleistungen von Regierungen sowie Einzelhändlern, Banken und Gesundheitsorganisationen.

Unterschiede zwischen Ländern und Generationen

Es gibt der Studie zufolge jedoch deutliche Unterschieden zwischen Ländern und Generationen. In Schweden ist das Vertrauen in die Behörden im Ländervergleich mit 56 Prozent am höchsten und das Misstrauen mit einem Anteil von 18 Prozent am niedrigsten.

Vor allem jüngere Bürgerinnen und Bürger zwischen 18 und 29 Jahre sind insgesamt misstrauischer gegenüber den digitalen Behördendiensten, vor allem im Vereinigten Königreich, Frankreich und Deutschland. „Regierungen, denen es nicht gelingt, ihren Wählern vertrauenswürdige digitale Dienste anzubieten, werden viel verlieren. Ein Drittel der Befragten, die kein Vertrauen in die digitalen Dienste ihrer Regierung haben, gab an, dass ihr Misstrauen sie dazu veranlassen könnte, einen Wahlwechsel in Betracht zu ziehen,” kommentieren die Studienverantwortlichen.

Digitale Ausweise gewinnen an Akzeptanz

Sich mit einem digitalen Ausweis zu identifizieren ist der Studie zufolge für 63 Prozent in Ordnung, wenn es grundlegende persönliche Daten wie Name, Geburtsdatum und Foto geht. Nur neun Prozent aber würden die Aufnahme von Finanzdaten befürworten. 55 Prozent werten digitale Ausweise als benutzerfreundlich und 33 Prozent glauben, dass sie digitale Ausweise weniger leicht verlieren oder verlegen. Befragte, die digitale Ausweise ablehnen, sorgen sich vor allem um den Datenschutz beziehungsweise fürchten sich vor Identitätsklau.

Die Covid-19-Pandemie hat die Akzeptanz von digitalen Nachweisen jedoch erhöht. So stehen insgesamt 55 Prozent der Befragten den digitalen Impfpass-Initiativen ihrer Länder positiv gegenüber. Von den Befürworterinnen und Befürwortern fühlen sich zwei Drittel der Befragten sicherer, wenn die Impfpass-Technologie im Einsatz ist, und 50 Prozent bestätigen, dass sie gerne einen Nachweis ihres Impfstatus auf ihren Geräten haben.

"Die Verbraucher sind eher zu einer Weitergabe ihrer personenbezogenen Daten an Unternehmen und Behörden bereit, vorausgesetzt, es wurde eine solide Vertrauensbasis geschaffen und sie wissen, dass sie im Gegenzug für ihre Daten einen tatsächlichen Mehrwert erhalten", so das Fazit der Studienverantwortlichen. Zudem sollten digitale Dienste einfach, komfortabel und sicher sein, um akzeptiert zu werden.

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