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06.12.2016 | Fahrzeug-Lichttechnik | Nachricht | Onlineartikel

Daimler entwickelt Scheinwerfer mit digitaler Intelligenz

Autor:
Benjamin Auerbach
1:30 Min. Lesedauer

Daimler arbeitet an der nächsten Scheinwerfergeneration. Die Scheinwerfertechnik Digital Light soll ein blendfreies Fernlicht mit mehr als zwei Millionen Pixel Auflösung bieten.

Daimler hat kürzlich seine neue Scheinwerfertechnik Digital Light vorgestellt. Im neuen, softwaregesteuertem Scheinwerfer in HD-Qualität arbeiten Chips mit über einer Million Mikrospiegeln, die von Hochstrom-Leuchtdioden angeregt werden. Von den zwei Millionen Mikrospiegeln pro Fahrzeug, soll jeder einzelne Spiegel steuerbar sein. 

Anpassung an Umgebungsbedingungen

Die für die Lichtsteuerung notwendige intelligente Ansteuerungslogik wurde von Mercedes-Benz selbst entwickelt. Algorithmen erhalten über die Fahrzeugsensoren detaillierte Informationen über die Umgebung und berechnen daraus in Echtzeit den Helligkeitswert für jedes der über zwei Millionen Pixel. Damit soll sich die Lichtverteilung optimal an die Umgebungsbedingungen anpassen können. Entscheidend sei nicht die Technologie im Scheinwerfer, sondern die digitale Intelligenz dahinter, sagt Gunter Fischer, Leiter Karosserieentwicklung Exterieur und Fahrzeugbetriebssysteme bei Daimler. 

Sensoren sollen andere Verkehrsteilnehmer erkennen, Rechner die Daten sowie digitale Karten in Millisekunden auswerten und so den Scheinwerfern die Kommandos zur Anpassung der Lichtverteilung geben. "Wir streben mit unserer Strategie Digital Light nicht nach Weitenrekorden, sondern wollen mit digitalem Licht beste Sicht und höchste Brillanz ohne Blendwirkung erreichen. Innovative Funktionen zur Unterstützung des Fahrers und Inszenierungen zur Kommunikation mit anderen Verkehrsteilnehmern optimieren die Sicherheit bei Nachtfahrten deutlich", betont Gunter Fischer.

Hilfe bei Baustellenfahrten

Mercedes-Benz will mit Digital Light nicht nur für jede Fahrsituation die ideale Lichtverteilung erzielen, sondern den Fahrer in kritischen Situationen wie beispielsweise einer engen Baustellendurchfahrt gezielt führen und unterstützen. Dazu soll es möglich sein, Lichtspuren auf die Straße zu projizieren, die fehlende Fahrbahnmarkierungen ersetzen. Zudem sollen digitale Lichtsysteme Botschaften wie Richtungspfeile oder Warnhinweise auf die Straße beamen. Via Digital Light kommuniziert das Auto künftig auch mit anderen Verkehrsteilnehmern. So können beispielsweise Symbole oder ein Zebrastreifen für Fußgänger projiziert werden.

Erste Prototypen sind bereits in Demonstrationsfahrzeugen verbaut. Seine neu entwickelte HD-Software-Lichtverteilung wird Mercedes-Benz im Rahmen von Digital Light künftig mit zwei Hardware-Scheinwerfer-Systemen einsetzen.

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