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28.02.2018 | M&A-Management | Nachricht | Onlineartikel

Finanzinvestoren übernehmen HSH Nordbank

Autor:
Barbara Bocks

Gerade noch rechtzeitig vor Ablauf der Deadline Ende Februar ist die HSH Nordbank verkauft worden. Wer Anteile der Landesbank erwirbt.

Die Regierungen von Schleswig-Holstein und Hamburg haben am 28. Februar 2018 laut Medienberichten dem Abschluss eines Kaufvertrags über die Länderanteile an der HSH Nordbank zugestimmt. Das Geldhaus geht laut Angaben von "NDR.de" an ein Konsortium um die US-Investoren Christopher Flowers und die Investmentgesellschaft Cerberus. Der Kaufpreis liegt nach Aussagen von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther bei etwa einer Milliarde Euro. Künftig entfällt damit auf Cerberus laut Angaben des "Handelsblatts" ein Anteil von 40,33 Prozent an der Bank, Flowers hält einen Anteil von 33,21 Prozent, Golden Tree von 11,86 Prozent, ein Centaurus-Capital-Fonds 7,12 Prozent und die Bawag-Holding der österreichischen Bank für Arbeit und Wirtschaft erwirbt 2,73 Prozent. Die Bundesländer verkaufen damit laut Medienberichten 94,9 Prozent der Anteile an der Landesbank. 5,1 Prozent gehörten schon vorher der Investmentgesellschaft Flowers.

Der Kaufpreis von einer Milliarde Euro könnte sich laut Angaben von "NDR.de"noch reduzieren, falls die Bank die Verlustgarantie der Bundesländer von zehn Milliarden Euro nicht komplett ausreizt. Als Teil der Umstrukturierungsbeihilfe hatte die EU-Kommission Ende September 2012 den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein für die HSH Nordbank unter anderem diese Garantie in Höhe von zehn Milliarden Euro genehmigt. Im Gegenzug musste das Geldhaus unter anderem seine Bilanzsumme um 61 Prozent reduzieren und die Flugzeugfinanzierung beenden sowie den Bereich der Schiffsfinanzierung verkleinern. Diese Garantie soll jetzt an die Investoren ausgezahlt werden. Als Ausgleich dafür erhalten die Bundesländer eine Zahlung in Höhe von 100 Millionen Euro. Günther erklärte für das Bundesland Schleswig-Holstein gegenüber "NDR.de", dass er aktuell von einem Risiko zwischen 5,4 bis maximal sieben Milliarden Euro für die eigene Länderkasse ausgehen würde.

Aktuelle Kreditverträge müssen erfüllt werden

Für die Handelskammer Hamburg spielt bei der Bewertung der HSH Nordbank "die Belastung des Hamburger Haushaltes ebenso eine Rolle wie der Bestand der laufenden Kreditverträge und die Auswirkungen insgesamt für den Finanz- und Wirtschaftsplatz Hamburg", heißt es in einem Positionspapier der Handelskammer Hamburg. Sofern die HSH Nordbank an einen neuen Eigentümer verkauft wird, müsse sichergestellt werden, dass die bestehenden Kreditverträge seitens der Bank bis zum Ende der vorgesehenen Laufzeit und in vollem Umfang erfüllt würden. In dem Positionspapier heißt es weiter: "Aus der Vergangenheit sind Beispiele bekannt, wie zum Beispiel ein Finanzinvestor die Übernahme eines Kreditportfolios einer Sparkasse in Schleswig-Holstein dazu genutzt hat, diese Verträge zielgerichtet zu kündigen".

Vor finalem Abschluss des Verkaufs der HSH Nordbank müssen noch die Kartellbehörden, die EZB und die Bankenaufsicht Bafin sowie die EU-Kommission grünes Licht für den Verkauf geben. Die Landesbank war nach der Finanzkrise unter anderem wegen des Geschäfts mit Schiffsfinanzierungen in Schieflage geraten.

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