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09.03.2015 | Management + Führung | Im Fokus | Onlineartikel

Führungsfrust statt Führungslust

Autor:
Anja Schüür-Langkau

Manager haben immer weniger Lust auf Führung. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Führungsaufgaben unter den Bedingungen ständiger Veränderungen und steigender Komplexität immer schwieriger werden. Unternehmen können mit neuen Trainings gegensteuern.

Führungskräften ist die eigene Selbstverwirklichung beziehungsweise der Einsatz ihrer persönlichen Stärken und Begabungen wichtiger als Führungsaufgaben und der eigene Status. Bei Managern der Generation Y kommt Führung sogar erst an vierter Stelle der Karriereziele.

Arbeitsbelastung steigt

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Das "Manager-Barometer 2014/2015" der Personalberatungsfirma Odgers Berndtson, aus dem diese Ergebnisse stammen, ermittelte zudem, dass die Arbeitsbelastung der deutschen Manager weiter steigt. So wenden´ die insgesamt 2.129 befragten Führungskräfte während einer Sieben-Tage-Woche durchschnittlich 63 Prozent ihrer Zeit für den Job auf. Doch der Zenith scheint inzwischen erreicht. Denn Manager, so ein weiteres Ergebnis der Befragung, akzeptieren eine Ausdehnung der Wochenarbeitszeit bei einem nächsten Karriereschritt deutlich weniger als in den Vorjahren. Zudem wird ihnen eine ausgewogene Work-Life-Balance zunehmend wichtiger.

Falsche Strategien und wenig Führungskompetenz

Die größten Defizite bei Top-Managern liegen nach Ansicht der Befragten in fehlenden oder falschen Strategien (40 Prozent) und einer mangelnden Führungskompetenz (35,1 Prozent). Weitere Ursachen für Erfolglosigkeit seien ein zu geringes Urteilsvermögen und mangelnde Entscheidungsfähigkeit (32,9 Prozent).

Solche Defizite ziehen Stress und „alltägliches Leiden“ nach sich, schreibt Springer-Autor und Business-Coach Peter Saulus. In seinem Beitrag „Ein erstes Wort zur „Einleidung: Die alltäglichen Leiden von Führungskräften“ beschreibt er die Situation vieler Führungskräfte so: "Wenn der Druck zunimmt und die Zeit nie reicht; wenn die Kommunikation desolat ist, Jammerei anstatt Engagement die Zusammenarbeit bestimmt und wenn mehr Opfer als Gestalter um Sie herum sind [...] –, dann ist die Zeit des Leidens da."

Manager sind überfordert

Gründe für diese Überforderung sind unter anderem die wachsende Komplexität des Arbeitsalltags und der damit verbundenen Führungsaufgaben. Die Probleme resultieren laut der Springer-Autoren Bernd Okun und Hans Joachim Hoppe daraus, dass die bisherigen Führungskräftetrainings nicht mehr mit den heutigen Anforderungen an Führungskräften zusammenpassen. In ihrem Beitrag "Führungstraining in Welt 2" fassen sie die Fragen, auf die Führungskräfte heute Antworten brauchen, wie folgt zusammen (Seite 85):

  • Wie führen wir unter den Bedingungen ständiger Veränderungen?
  • Wie treffen wir bei wachsender Komplexität und engen Zeitfenstern belastbare Entscheidungen und wie gehen wir mit ihren unvermeidlichen Folgelasten um?
  • Wie geht das, ohne den Führungsaufwand ins Unermessliche zu steigern, ohne auszubrennen und ohne sich davon überrollt zu fühlen?
  • Was bedeutet der Übergang von wohl definierten Aufgaben zu komplexen Situationen für alltägliche Führung?

Unternehmen haben vor diesem Hintergrund die dringliche Aufgabe, ihre Führungstrainings zu überdenken und den neuen Herausforderungen anzupassen. Denn nur dann kann sich Führungsfrust wieder in Führungslust wandeln. Ein möglicher Weg, Manager für die zukünftigen Führungsaufgaben fit zu machen, zeigen die Autoren mit dem „3-D-Führungstraining“ auf (Seite 125) .

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Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2014 | OriginalPaper | Buchkapitel

Führungstraining in Welt 2

Nachdenken über Führungsentwicklung und Führungstrainings. Was bleibt, was ändert sich?
Quelle:
Professionelle Führung in Welt 2

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