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Über dieses Buch

Dieses Lehrbuch bietet einen Einstieg in die Themen der ökologischen Bausanierung, das heißt gesundheitsverträgliches Bauen hinsichtlich der Baustoffe, der Konstruktion und der Haustechnik. Dem Leser werden Kenntnisse vermittelt über den Eingriff in den Naturhaushalt durch Rohstoffgewinnung, Belastung durch die Produktion, die Auswirkung der Verarbeitung, und die Folgen der Nutzung für Bewohner sowie auch für Klima, Luft, Boden und Wasser. Desweiteren werden auch die Problematik der Abfallwirtschaft und der bauliche Artenschutz in die Betrachtung mit einbezogen. Zahlreiche Abbildungen verdeutlichen die Lerninhalte.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Bauen im Einklang mit der Natur

Ökologische Bausanierung bedeutet gesundheitsverträgliches Bauen hinsichtlich der Baustoffe, der Konstruktion und der Haustechnik. Die Ziele liegen dabei in der weltweit deutlichen Reduzierung des CO2-Ausstoßes, der Beeinflussung des Klimawandels und der erkennbaren Steigerung des Einsatzes regenerativer Energien wie Solarstrom, Biomasse, Wind- und Wasserkraft aber auch in der Nutzung von Erdwärme und Pellets. Für die Bauwirtschaft ist es also an der Zeit, sensiblen Umgang mit der Natur zu zeigen und Umweltschäden zu vermeiden oder stark einzugrenzen. Es geht also um die Einheit zwischen Baubiologie, Bauphysik und Ökologie. Um den Anforderungen an die Nachhaltigkeit von sanierten (neuen) Gebäuden umsetzen zu können, haben sich in der Praxis folgende Kriterien als wirksam erwiesen:
- Ökonomische Qualität (22,5 %)
- Ökologische Qualität (22,5 %)
- Soziokulturelle und funktionale Qualität (22,5 %)
- Technische Qualität (22,5 %)
- Prozessqualität (10%)
Die Umsetzung von Grundprinzipien des umweltgerechten Bauens ist in Deutschland durch das Umweltrecht geregelt und enthält zusammengefasst wichtige Gesetze und Verordnungen zum Schutz der Umwelt.
Drei der wichtigsten Prinzipien sind:
• Vorsorgeprinzip
• Verursacherprinzip
• Kooperationsprinzip
Michael Stahr

2. Grundbegriffe der ökologischen Sanierung

Für ein besseres Verständnis der Zusammenhänge zwischen Umweltschutz und Bausanierung ist es wichtig, dass einige wichtige Grundlagen der Bauphysik bekannt sind.
Gebäude sind innen wie außen einer Vielzahl, häufig physikalischer Einflüsse ausgesetzt. Besonders Wärme, Frost, Schall, Feuchtigkeit und Feuer wirken auf die Gebäudesubstanz zerstörend, schädigen die Gesundheit der Bewohner und belasten die Umwelt.
Deshalb sind grundlegende Kenntnisse über geeignete Schutzmaßnahmen unumgänglich und werden ausführlich dargestellt.
Michael Stahr

3. Umweltschonende Baustoffe

Um die Umwelt weniger zu belasten und das Wohlbefinden der Bewohner zu erhöhen, werden die Baustoffe zunehmend nach ökologischen Grundsätzen bewertet.
Viele Produkte werben heute mit den Begriffen „natürlich“ oder „natürliche Baustoffe“ und „biologische Baustoffe“.
• Biologische Baustoffe stammen aus gewachsener, organischer Materie.
• Natürliche Baustoffe werden in der Natur gefunden.
Sinnvoller erscheint es aber von Umweltschaden Baustoffen zu sprechen- Dazu gehören vor allem Holz, Dämmstoffe, Lehm und künstliche Bausteine.
Dennoch werden natürlich Baustoffe wie Stahl, Beton, Kunststoffe usw. aber immer eine wesentliche Rolle in der Bautechnik spielen.
Michael Stahr

4. Ökologisches Sanieren von Baukonstruktionen

Ausgangspunkt der energetischen Sanierung ist die bauliche Analyse des Gebäudes – d. h. der Bauteile der Gebäudehülle und der Anlagentechnik – sowie deren Nutzung. Sowohl die Restlebensdauer sollte abgeschätzt werden als auch die Schäden.
Die Genauigkeit bzw. die Tiefe der Untersuchungen werden hauptsächlich von zwei Faktoren bestimmt:
1. dem baulichen Zustand des Gebäudes und
2. der Komplexität der Bauaufgabe. An Hand von Beispielen aus Roh– und Ausbau werden eine Vielzahl ökologischer Sanierungsmaßnahmen aufgezeigt.
Michael Stahr

5. Gesund bauen und wohnen

Wohngifte, Elektrosmog, PCB, Formaldehyd, Holzschutzmittel, elektromagnetische Umweltverschmutzung, Lösemittel, Schimmel, krankmachender Lärm?
Die Debatte um gesundes Bauen und Wohnen wird seit Jahren geführt. eine endgültige Lösung konnte noch nicht gefunden werden, aber es wird mit Hochdruck daran gearbeitet.
Es gibt jedenfalls viele Gründe, die gesundheitliche Qualität der Wohnungen oder des Hauses unter die Lupe zu nehmen und dabei planvoll und besonnen vorzugehen.
Am Anfang jeder Sanierung steht die sorgfältige Analyse.
Neben der allgemeinen Betrachtung des Objektes müssen mikrobiologische und physikalisch-messtechnische Untersuchungen durchgeführt werden, eine Bewertung der Raumluft und eine chemisch-analytische Bestandsaufnahme.
Michael Stahr

6. Energieeffizientes Bauen – Energetische Sanierung

Langfristige konstruktive und wirtschaftlich ausgereifte Konzepte sind für die Sanierung von Gebäuden im Bestand entscheidend.
Der Gesetzgeber hat das Ziel, dass bis 2050 alle Gebäude im Bestand höchstens 20% der heute vorgeschriebenen energetischen Norm verbrauchen dürfen. Mit einer Sanierung im Passivhausstandard kann man schon heute den modernsten energetischen Standard für die nächsten Jahrzehnte erreichen.
Drei Schwerpunkte sind für eine erfolgreiche Sanierung von großer Bedeutung:
1. Gebäudehülle
2. Haustechnik
3. Wirtschaftlichkeit
Der NEH-Standard erfordert keine andere Architektur und lässt sich bis auf die Ausnahme einer exzessiven Glasarchitektur aus jedem Entwurf entwickeln, weil die Qualitätsverbesserung im Bereich der Wärmedämmung und der Luftdichtheit anzustreben ist.
Die „Handschrift“ des Architekten bleibt also erhalten.
Die Begriffe Effizienzhaus 55, Effizienzhaus 40 und Effizienzhaus40+ bezeichnen die Anforderungen an die Bauweise und zeigen durch die Zahlen, welcher Jahresprimärenergiebedarf pro Quadratmeter Wohnfläche nicht überschritten werden darf.
Bei der Planung der Sanierung eines Hauses sollte auch eine ökologische Gestaltung oder Neugestaltung der Außenanlagen Berücksichtigung finden.
Michael Stahr

7. Erneuerbare Energien

Die Suche nach erneuerbaren Energiequellen , die den weltweiten Bedarf decken ohne der Umwelt zu schaden gehört zu den schwerwiegendsten und dringlichsten Aufgaben unserer modernen Welt.
Der größte Teil der der Energie, die wir heute nutzen, stammt immer noch von stark umweltverschmutzenden, nicht nachwaschsenden fossilen Brennstoffen.
Kernkraft ist ebenfalls eine natürliche Energiequelle, aber in den Atomkraftwerken entstehen radioaktive Abfälle und selbst die sichersten Anlagen bergen das Risiko eine Katastrophe in sich. Zusätzlich zum Wind bildet die Wasserkraft eine vielversprechende Alternative, aber die zuverlässigste und unerschöpfliches von allen Energiequellen ist die Sonne.
Trotz vielversprechender Aussichten sind alternative Energiesysteme nicht frei von Problemen. Allen voran steht die Notwendigkeit auf praktikable und trotzdem preisgünstige Weise Elektrizität für die Zeiten speichern zu können, in denen aus Mangel an Wind, Sonnenschein oder Wasser die Kraftwerke brach liegen.
Trotzdem ist der Nutzen dieser Systeme enorm. Sie verringern die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und reduzieren die Belastung der Umwelt. Bei einer ökologischen Sanierung sollte grundsätzlich der mögliche Einsatz regenerativer Energien untersucht werden. Dazu zählen solarthermische Anlagen, Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen sowie Biomasse-Heizungen. Mit ihnen kann eine größere Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen und ihren Preisen sowie als Folge auch eine nachhaltige Reduzierung der CO2-Emissionen erreicht werden.
Michael Stahr

8. Atomkraft – Kernenergie

Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird Atom- beziehungsweise Kernkraft bei der ökologischen Bausanierung keine Rolle spielen. Dennoch hat die Nutzung Einfluss auf die Umwelt.
Der Atomkonsens sieht vor, dass das letzte deutsche AKW um das Jahr 2021 abgeschaltet wird.
Befürworter meinen, dass sich die wachsenden Energieprobleme nur mit der Atom- bzw. Kernkraft lösen lassen, währenddessen Kritiker angesichts schwindender Uranvorräte und ungelöster Sicherheitsprobleme diese Technik nicht für zukunftsträchtig halten.
Michael Stahr

9. Abbruch – Abfall – Rückbau

Jährlich fallen 400 Mio. t Rückstände an (hochgerechnet auf Deutschland). Mehr als die Hälfte davon, nämlich 285 t, sind Baurückstände (Erdaushub, Straßenaufbruch, Bauschutt, Baustellenabfälle). 80% dieser Stoffe werden auf Deponien abgelagert.
Rückbau ist demnach ein stufenweiser Gebäudeabriss, der die Beeinträchtigungen für das Umfeld minimiert und zugleich den Erhalt von Teilen der Gebäudesubstanz ermöglicht sowie auch eine Wiederverwendung bzw. Verwertung der anfallenden Materialien möglichst vollständig gestattet.
Ein sogenannter „kontrollierter Rückbau“ beachtet noch stärker abfallwirtschaftliche und umweltrelevante Aspekte. Für innerstädtische Abrissmaßnahmen sowie bei Fertigteilbauwerken eignet sich das Verfahren besonders, z.B. bei Teilabbrüchen oder zur Beseitigung von Gebäudepartien aus zusammenhängender Bebauung.
Europäische Entwicklungen
• Ressourcenstrategie
• Vermeidungs- und Verwertungsstrategie
• Integrierte Produktpolitik
• Statt rückstandsspezifischer Einzelregelungen integrierte Ansätze
• Keine separate Novelle der Klärschlamm-RL; keine Kompostregelung
• Strategien müssen in für alle verbindliche, rechtliche Vorgaben münden (Richtlinien, Verordnungen...)
• Verknüpfung zwischen Rückstandsrahmen-RL und IVU-RL zu erwarten
Michael Stahr

10. Artenschutz bei Sanierung und Umbau

Zahlreiche Tierarten haben sich dem Menschen angeschlossen und besiedeln Gebäude und andere Bauwerke sowie deren Umfeld. Zu diesen Kulturfolgern gehören z. B. Fledermäuse, Hornissen, Wildbienen oder bestimmte Vogelarten, wie Haussperling, Hausrotschwanz, Dohle, Turmfalke, Mauersegler und Schwalben.
In der Vergangenheit ist es durch Einwirkungen des Menschen zu einem fortschreitenden Artenschwund gekommen.
Diesen negativen Trend zu stoppen, genau genommen umzukehren ist jedoch nicht einfach.
Die Gründe sind vielfältig, denn oft werden Gebäude saniert, ohne dass die Eigentümer überhaupt wissen, dass ihr Haus gleichzeitig Heimat von geschützten Tierarten, z.B. Fledermäusen ist.
Dazu kommt, dass energetische Sanierung im Allgemeinen auf eine geschlossene Gebäudehülle orientiert. Dabei verschwinden Nischen und Fugen als Lebensraum für geschützte Tierarten.
Grundsätzlich ist der Bauherr verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, dass die an seinem Gebäude lebenden geschützten Tierarten während der Sanierung nicht beeinträchtigt werden-Dafür stehen ihm eine Reihe gesetzlicher Vorschriften zur Verfügung.
Michael Stahr

Backmatter

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