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Über dieses Buch

Das vorliegende Jahrbuch blickt reflektierend auf 25 Jahre Stadterneuerung zurück, zieht Bilanz und zeigt Zukunftsperspektiven auf.

Im Jahr der deutschen Wiedervereinigung fand sich mit dem Arbeitskreis Stadterneuerung an deutschsprachigen Hochschulen eine Gruppe von Fachleuten zusammen, die durch die Herausgabe eines „Jahrbuchs Stadterneuerung“ zu einer Institutionalisierung der fachlichen Debatte über Stadterneuerung beitragen wollten. Dabei bezogen sie sich auf ein zwar nicht mehr junges, aber erst wenige Jahre zuvor leitbildhaft konsolidiertes Feld der Stadtentwicklung. Mit der Herausbildung der „behutsamen Stadterneuerung“ hatte sich nach längeren Auseinandersetzungen in den 1980er Jahren in der alten Bundesrepublik ein Ansatz weitgehend durchgesetzt, der sowohl die städtebaulich-architektonische Substanz als auch die vorhandenen Nutzungen und Bewohner/innen besonders respektiert. Er verkörpert damit einen wesentlichen Ausdruck einer Wende in der Stadtplanung, bei der das rationale Planungsmodell durch ein eher kommunikatives ersetzt oder zumindest ergänzt, das Gott-Vater-Modell von Planung stark in Frage gestellt sowie die städtebaulich-architektonischen Leitbilder der „Moderne“ durch Prinzipien einer „Nachmoderne“ ersetzt wurden.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Rückblicke und Reflexionen

Frontmatter

Sanierung für wen?

Zur Vorgeschichte des Jahrbuchs Stadterneuerung

25 Jahre Jahrbuch Stadterneuerung – das heißt auch: 25 Jahre kontinuierliche Arbeit bei der Konzeptionierung, Vorbereitung und Herausgabe eines durchaus gewichtigen Buches. 25 Jahre Kontinuität ohne zu erstarren, 25 Jahre kritische Reflexion einer Praxis, an der manche von uns selbst aktiv beteiligt waren. Eine Reflexion, die sich immer wieder neu der geschichtlichen wie der internationalen Dimension vergewissert, und die zugleich den ständig sich verändernden Rahmenbedingungen nachspüren muss, oder man könnte auch sagen, den sich verändernden Produktionsverhältnissen von Stadterneuerung.

Harald Bodenschatz

Wege zum Jahrbuch Stadterneuerung

Perspektive Ost und das Bauhaus Dessau oder die Wiederentdeckung von Geschichte

Ortstermin: 5. Mai 1990, zufällig der Geburtstag von Karl Marx (1818-1883), TU Berlin, Dovestraße. Ein etwas schäbiger, in die Jahre gekommener Raum im Erdgeschoss. Hier fand das Treffen für die Gründung des „Jahrbuchs für Stadterneuerung“ statt. Geleitet wurde dieses Treffen von Harald Bodenschatz (*1946), Stadtsoziologe an der TU Berlin.

Harald Kegler

Warum die Stadterneuerung in Ostdeutschland ein Erfolgsmodell wurde…

Beim Rückblick auf 25 Jahre gemeinsame deutsch-deutsche Geschichte fällt positiv auf, dass sich die Erneuerung der historischen Stadtbereiche in den fünf neuen Ländern im Gegensatz zu vielen anderen Politikfeldern sehr erfolgreich entwickelt hat und mittlerweile vielerorts als echtes Erfolgsmodell gilt. In dem nachfolgend sehr persönlich eingefärbten Beitrag beleuchtet der Autor die Ausgangslage zur Wendezeit, die Stimmungslage und die Einschätzungen der handelnden Akteure in den Städten und Gemeinden und welche Impulse und neuen Rahmenbedingungen sich mit der deutschen Einheit ergeben haben. Dabei werden schlaglichtartig eigene Erfahrungen aus dem eigenen beruflichen Werdegang mit eingeblendet.

Holger Schmidt

25 Jahre Neubauerneuerung in Ostdeutschland

Als das erste Jahrbuch Stadterneuerung erschien, war es noch nicht lange her, dass die behutsame Stadterneuerung um das Aufgabenfeld der „Neubauerneuerung“ ergänzt worden war. Der Begriff „Neubau“ bezieht sich dabei auf die (Groß)wohnsiedlungen der Nachkriegszeit. 1983 wurde erstmals ein ExWoSt-Forschungsfeld mit dem Titel „Städtebauliche Lösungen für die Nachbesserung von Großwohnsiedlungen der 50er bis 70er Jahre“ eingerichtet, das 17 Großwohnsiedlungen in Westdeutschland umfasste. Die Buchtitel aus dieser Zeit zeigen, worum es dabei ging: „Großwohnsiedlungen.

Anja Nelle

Handlungsfelder

Frontmatter

Die Wohnungsfrage in der Stadterneuerung

Daueraufgaben einer integrierten Stadtentwicklung

Bestandsentwicklung und Wohnen gehören traditionell zu den zentralen Handlungsfeldern der Stadterneuerung – ohne dass die Eigenlogiken der jeweiligen Programme immer nahtlos ineinandergegriffen hätten. Ausgehend von einem Rückblick bis zur Jahrtausendwende reflektiert dieser Beitrag das Verhältnis der Wohnungsfrage zur Stadterneuerung, um Ansatzpunkte für eine dauerhafte Integration beider Politikfelder in eine gesamtstädtische Stadtentwicklungspolitik zu identifizieren.

Gisela Schmitt

Stadterneuerung unter Unsicherheit

Ziel- und Risikoorientierung im Stadtumbau Ost

Ziel dieses Beitrages ist die Auseinandersetzung mit der Herkunft siedlungspolitischer Ziele im Stadtumbau Ost als Mehr-Ebenen-Phänomen. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie die überörtlichen Ebenen auf das gemeindliche Handeln Einfluss nehmen und so die gemeindlichen Ziele zur Wiederherstellung nachhaltiger Siedlungsstrukturen prägen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt in dem Beitrag auf der Frage, ob die Gemeinden dabei eher Ziele verfolgen oder sich gegenüber zukünftigen Risiken wehren.

Christian Strauß

Wie Quartier und Management Zusammenkamen

Die Entstehung, Verbreitung und Institutionalisierung einer Innovation in der Stadterneuerung.

Mit dem Quartiersmanagement (QM) hat sich in der Stadterneuerung ein Verfahren zur Implementierung integrierter Stadt(teil)entwicklungsstrategien etabliert. Ressortübergreifend und partizipativ koordiniert es sozial-konsumtive und baulich-investive Maßnahmen aus dem lokalen Kontext städtischer Quartiere heraus (vgl. u. a. Alisch 1998; DIfU 2001; Franke und Grimm 2002; Krummacher u.a. 2003; Grimm u.a. 2004; Thies 2010).

Oliver Koczy

Überall Quartiersmanagement?

Der ambivalente Siegeszug des Quartiersmanagement als Methode des Vor-Ort-Intermediärs in der Stadterneuerung

Der Wandel schien atemberaubend. Nachdem unter Bundesbau- und verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) in der CDU/CSU/FDP-Koalition nach von 2009 bis 2013 die Soziale Stadt als Städtebauförderprogramm durch massive Kürzungen auf das Abstellgleis geschoben zu sein schien, übernahm mit der Nordrhein- Westfälin und Sozialdemokratin Barbara Hendricks ab 2013 eine Ministerin in einer CDU/SPD/CSU-Koalition das nunmehr für die Städtebauförderung zuständige Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, welche nicht nur den status quo ante wieder herstellte (auch finanziell), sondern das Programm auch noch zum Leitprogramm der Städtebauförderung deklarierte.

Arvid Krüger

Stadtgestalt und Stadterneuerung

Einfügung versus Zeichenhaftigkeit?

Die Stadtgestalt ist eine wesentliche Komponente der Stadterneuerung, auch wenn sie als solche nicht unmittelbar in den Umbau- und Erneuerungsprozessen der Städte thematisiert wird. In den letzten Jahren ist der Stellenwert von Stadtgestalt gestiegen; es ist sogar eine Art „Renaissance“ im Sinne einer erhöhten Wertschätzung des Begriffes und seines Inhaltes erkennbar.

Christa Reicher

Bis hierher und wie weiter?

Städtebauliche Denkmalpflege angesichts von demographischem Wandel und strukturellen Defiziten in Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt verfügt über ein qualitativ und quantitativ herausragendes baukulturelles Erbe; insbesondere in den 125 in Mittelalter und Frühneuzeit mit Stadtrecht versehenen Orten. Zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung waren die historischen Stadtzentren Sachsen-Anhalts in graduell unterschiedlich, dennoch durchgängig verschlissenen Zuständen. 25 Jahre intensive Stadterneuerung und städtebauliche Denkmalpflege haben dieses reiche städtebauliche Erbe in erstaunlicher Weise gerettet und revitalisiert.

Frank Amey, Ulrike Wendland

Herausforderungen und Perspektiven

Frontmatter

Stadterneuerung und Flüchtlingspolitik

Perspektiven in einer aktuellen gesellschaftlichen Debatte

Die Aufnahme von Flüchtlingen ist seit Herbst 2015 zu einem wichtigen Thema für die Bundesbürger geworden. In Deutschland und Europa berühren die Flüchtlingsbewegungen essentielle Vorstellungen über das Zusammenleben, das nicht zuletzt lokal gestaltet werden muss. Hierbei ist die Wahrnehmung weitgehend Konsens, dass die Flucht vieler Menschen aus dem Nahen Osten und Afrika nicht abreißen wird, und dass auch verschärfte Abschottungsmaßnahmen, die kontrovers diskutiert werden, an dieser Tatsache nichts ändern werden.

Frank Eckardt, Franziska Werner

Die Mobilisierung von Immobilieneigentümern als Instrument zur Governance von Schrumpfung

Im Kontext schrumpfender Städte und einer zunehmenden Anzahl von Leerständen offenbaren sich vermehrt Probleme bei der planerischen Steuerung von Stadtentwicklungsprozessen. Viele der traditionellen Instrumente der staatlichen Steuerung entstammen Wachstumszeiten und scheinen angesichts des Nachfragerückgangs auf dem Immobilienmarkt, der angespannten Finanzlage vieler Kommunen sowie genereller wirtschaftspolitischer Entwicklungen keine ausreichende Wirksamkeit zu erzielen. Die Kommunalplanung ist in diesem Zusammenhang verstärkt auf zivilgesellschaftliche und wirtschaftliche Akteure angewiesen.

Maximilian Vollmer

Kinderpartizipation in der Schulraumplanung

Von der strategischen Umsetzung bis zur Verknüpfung von informellen und formellen Planungsstrukturen

Partizipative Projekte mit Kindern sind noch wenig verbreitet und stecken nicht selten bezüglich ihrer Relevanz in einer Ideologiedebatte fest. Partizipation in der Schulraumplanung könnte jedoch in mehrfacher Hinsicht eine neue Planungs- und Beteiligungskultur entstehen lassen.

Sabrina Schlomski

Perspektiven quantitativer Wirkungsanalysen

Ökonomische Effekte der Städtebauförderung – Quantitative Wirkungsanalysen in der Städtebauförderung

Quantitative (ex-post) Wirkungsanalysen spielen im Vergleich zum weiten Spektrum an eingesetzten qualitativen Methoden (z.B. Interviews, Bewohnerbefragungen, Begehungen) im Rahmen der Evaluationsforschung der Städtebauförderung bisher eher eine untergeordnete Rolle. Der folgende Beitrag widmet sich den derzeitigen Einsatzfeldern und -möglichkeiten von quantitativen Wirkungsanalysen. Anhand zweier Forschungsprojekte an der Bergischen Universität Wuppertal wird reflektiert, welche methodischen Herausforderungen bei ökonomischen Analysen der Wirkungen von Städtebauförderung bestehen.

Roland Busch, Michael Heinze, Anja Müller

Lernende Programme

40 Jahre Evaluation in der Städtebauförderungspolitik

Deutschland steht in internationalen Rankings wissenschaftlicher Evaluationskulturen nur auf einem Platz im Mittelfeld hinter Ländern wie den USA, Kanada und Großbritannien, aber auch den Niederlanden, der Schweiz und skandinavischen Staaten (Stockmann und Meyer 2010, S. 42). Gleichwohl hat auch in Deutschland die Evaluation von Fachpolitiken in den letzten beiden Jahrzehnten an Bedeutung gewonnen (Göddecke-Stellmann und Wagner 2016, S.1). Der Anteil, der bei den Förderprogrammen für Evaluationen ausgegeben wird, lag im Zeitraum 2000-2006 (neuere Zahlen liegen nicht vor) in den deutschen Stadtstaaten bei fast 0,4 %, in den Flächenländern bei 0,05-0,15 % und damit immerhin im messbaren Bereich (Widmer et al. 2009, S. 81).

Christian Diller

The West … and the rest of the Netherlands!

Die Bankenkrise und die Folgen für den niederländischen Wohnungsmarkt

Innovation und Dynamik waren seit dem 2. Weltkrieg Merkmale des niederländischen Wohnungsmarktes. Nach dem letzten Aufschwung durch das VINEXProgramm von 1990 hat die Bankenkrise von 2008 diese Entwicklung entscheidend verlangsamt und die Perspektive von Kommunen, Projektentwicklern als auch potentiellen Käufern verändert. Die wirtschaftlichen und planerischen Folgen dieses Zeitraumes sind bis heute unverkennbar, wobei die Entwicklung in den hochurbanisierten und ländlichen Regionen zu unterscheiden ist. Die Trennung verläuft zwischen dynamisch wachsenden Stadtregionen wie der Randstad, und zum Teil schrumpfenden suburbanen und ländlichen Räumen, die besonders im Osten entlang der Grenze zu Deutschland zu finden sind.

Niels Kropman, Stefan Netsch

Stadterneuerung in Istanbul am Scheideweg?

Aus Anlass des 100. Jubiläums der Gründung der türkischen Republik (1923) hat die Staatsregierung die sogenannte „Vision 2023“ beschlossen. Damit wird das Ziel verfolgt, die Türkei zu einem der zehn wirtschaftlich stärksten Länder der Welt zu machen (SZ 2014). Hierbei kommt der Stadt Istanbul eine ökonomische Schlüsselfunktion zu, da sie am Schnittpunkt von verschiedenen Kulturen liegt und über Jahrtausende durch ihre Rolle als Handelszentrum zwischen Asien und Europa immer ein wichtiger Knotenpunkt war.

Sema Şahin

Backmatter

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