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07.10.2016 | Umwelt | Im Fokus | Onlineartikel

Startschuss für eine neue Umweltpolitik

Autor:
Matthias Schwincke

Nachhaltigkeitsfortschritte im Schneckentempo sind ein Jahr nach der Verabschiedung der UN-Agenda 2030 keine Option. Daher fordert das Bundesumweltministerium eine transformative Umweltpolitik.

Die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung ist ein grundlegendes Ziel des deutschen Regierungshandelns. So steht es wörtlich in dem Bericht zur nationalen Umsetzung der UN-Agenda 2030, den Deutschland als einer der ersten Staaten im Juli 2016 den Vereinten Nationen vorlegte. Dass die Bundesregierung ihr Versprechen einer ehrgeizigen Umsetzung der neuen UN-Nachhaltigkeitsziele weiter vorantreibt, zeigt auch das Anfang September 2016 vom Bundesumweltministerium vorgestellte "Integrierte Umweltprogramm 2030".

Empfehlung der Redaktion

2015 | OriginalPaper | Buchkapitel

Umweltpolitik

Die Vermeidung und Behebung von Umweltverschmutzung stellt ein wichtiges politisches Handlungsfeld dar. Auch wenn heute fast alle Staaten Umweltpolitik betreiben, variieren die ihr zugrundeliegenden handlungsleitenden Prinzipien, Steuerungskonzepte,


Das rund 150-seitige Grundlagenpapier zur zukünftigen Umweltpolitik Deutschlands stellt sich ausdrücklich in den Zusammenhang der Agenda 2030 und orientiert sich am Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung, an den Grundsätzen von Vorsorge, systemischem Denken und Innovationsfähigkeit, an der Erkenntnis ökologischer Belastungsgrenzen und an sozialer Gerechtigkeit.

Umweltpolitik im Geist der UN-Agenda

Im Zentrum der Publikation mit dem Titel "Den ökologischen Wandel gestalten" steht die neue Leitidee einer "transformativen Umweltpolitik". Diese muss gesellschaftliche Veränderungen aufgreifen, neue, nachhaltige Lebens-, Arbeits- und Wirtschaftsentwürfe fördern und damit den Wandel hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft und Gesellschaft forcieren. Die Schlüsselbereiche für grundlegende Veränderungen sind Energieversorgung, Mobilität, Landwirtschaft, Konsum und Ressourcennutzung. Neben fünfzehn übergreifenden Maßnahmen zum ökologischen Wandel formuliert das neue Umweltprogramm unter anderem folgende konkrete Leitziele:

  • Sozial-ökologische Marktwirtschaft etablieren
  • Klimaschutz und Energiewende fortsetzen und weiterentwickeln
  • Konsum- und Ressourcenwende einleiten
  • Landwirtschaft zukunftsfähig gestalten
  • Biologische Vielfalt schützen und nachhaltig nutzen
  • Naturschutzpolitik handlungsfähiger machen
  • Mobilität nachhaltig gestalten
  • Städte, Gemeinden und Infrastrukturen umweltfreundlich entwickeln
  • Mitwirken bei nachhaltiger Stadt- und Mobilitätsentwicklung fördern
  • Gesundheitsförderliche Umweltqualität erreichen
  • Umweltbedingte Gesundheitsrisiken mindern
  • Umweltbelange in allen Politikbereichen stärken

Auf dem Weg zur nachhaltigen Wirtschaft

Mit Blick auf die erklärte Verantwortung und den Vorreiteranspruch Deutschlands für eine globale nachhaltige Entwicklung liegt wohl eine der größten Herausforderungen des ambitionierten Umweltprogramms auf der angestrebten Veränderung der deutschen Wirtschaftsaktivitäten hin zu einer sozial-ökologischen Marktwirtschaft. Der Grund: Zwar richten immer mehr Unternehmen ihre Strategie und ihr Geschäftsmodell an Umweltschutz und Nachhaltigkeit aus. Gleichzeitig steht der Umstieg auf ein umweltverträgliches Wirtschaften in einigen Sektoren noch am Anfang. Zudem ist der Einsatz natürlicher Ressourcen in Deutschland weiterhin sehr hoch und führt auch international zu starken Umweltbelastungen. Eine aktuelle Einführung in die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte des nachhaltigen Wirtschaftens sowie in die wichtigsten Kenngrößen einer entsprechenden Unternehmensführung bietet der Springer-Autor Christian Mechel im Buchkapitel "Konzept des nachhaltigen Wirtschaftens".

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