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01.07.2019 | Unternehmenskredit | Nachricht | Online-Artikel

Zahl langfristiger Kredite an Unternehmen wird abnehmen

verfasst von: Angelika Breinich-Schilly

2 Min. Lesedauer

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Im ersten Quartal 2019 legte das Neugeschäft mit Firmenkunden um 6,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Vor allem langlaufende Darlehen nahmen die Unternehmen auf. Um einen nachhaltigen Trend handelt es sich dabei laut Kfw Research aber nicht. 

Wie der aktuelle Kreditmarktausblick von KfW Research zeigt, blieb die Dynamik in den ersten drei Monaten des Jahres fast genauso hoch wie im Schlussquartal 2018. Da betrug das Wachstum 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Dabei sei die Konjunkturentwicklung in Deutschland seit dem zweiten Halbjahr 2018 "ziemlich enttäuschend" ausgefallen, so die KfW-Analysten.

Kfz-Sondereffekte trieben Kapitalnachfragen an

Interessant sei die Tendenz zu langfristigen Kreditengagements trotz niedrigerer Wirtschaftsdynamik, gedämpfter Stimmung der Unternehmen sowie der Unsicherheiten in Bezug auf globale Handelsstreitigkeiten und den anstehenden Brexit. Mit dem Geld finanzierten die Firmen Investitionen, die von Januar bis März überraschend stark um 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zugenommen hatten. Ein Grund liegt den KfW-Experten zufolge in Sondereffekten in der Automobilbranche. Denn im zweiten Halbjahr 2018 konnten die Hersteller teilweise nicht rechtzeitig ihre Modelle über das neue WLTP-Prüfverfahren zum Verkauf registrieren lassen. Der dadurch bedingte Produktions- und Absatz-Stau löste sich dann im ersten Quartal 2019 zum Teil wieder auf. Die 2018 entstandenen Lager wurden abgebaut und die Fahrzeuge zum Jahresstart an die Unternehmen ausgeliefert. Dieser Prozess dürfte auch die langfristigen Kreditneuzusagen angeschoben haben.

Da dieser Kfz-Effekt allerdings nur vorübergehend sei, erwarten die Analysten, dass sich das Wachstum der Unternehmensinvestitionen aufgrund anderer Faktoren im weiteren Jahresverlauf abschwächen werde. "Gerade das nur um ein paar Monate aufgeschobene neue Brexit-Ultimatum liefert ein gutes Beispiel für die konjunkturdämpfende Wirkung solcher Risiken", heißt es. Dennoch bieten die Risiken auch Chancen, betonen die Analysten. Sollte es im Handelsstreit zwischen den USA und China eine Lösung geben, dürfte das die Wirtschaft Chinas und damit auch die der Welt stimulieren. Zurückgehaltene Investitionen könnten getätigt werden.

Analysten erwarten mehr Kurzfrist-Darlehen

Die Analyse geht zudem davon aus, dass Banken in einem solchen Umfeld bei der Kreditvergabe etwas vorsichtiger werden. Zugleich könne wieder vermehrt die Zahl kurzfristige Kredite steigen. Diese benötigten die Unternehmen zur Lagerfinanzierung oder Überbrückung von Liquiditätsengpässen. "Insgesamt aber dürften die fetten Jahre am Kreditmarkt demnächst vorbei sein", lautet die abschließende Prognose.

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