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25.07.2022 | Unternehmenskredit | Nachricht | Online-Artikel

Banken verschärfen Kreditbedingungen

verfasst von: Angelika Breinich-Schilly

2:30 Min. Lesedauer
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Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) stehen wieder häufiger mit ihren Banken in Verhandlungen über eine Finanzierung. Doch die Vergabepolitik der Institute wird restriktiver. Noch deutlicher sind die Verschärfungen laut aktueller Studien im Bereich der Immobilien- sowie der Konsumentenkredite. 

Nach einem Allzeittief im Sommer 2021 interessierten sich laut der vierteljährlichen Kredithürde der Förderbank KfW, die im Rahmen der ifo-Konjunkturumfragen seit 2017 erhoben wird, im zweiten Quartal  21,1 Prozent der KMU für ein Darlehen ihrer Bank. Das ist ein Plus von 0,5 Prozentpunkten. Der Erhebung zufolge legte auch der Finanzierungsbedarf bei Großunternehmen im vergangenen Jahresviertel um 2,2 Prozentpunkte zu. Etwas mehr als ein Viertel (28,5 Prozent) dieser Unternehmen fragte demnach einen Kredit an. 

"Der gestiegene Bedarf an Bankdarlehen dieser Firmen deckt sich mit einer Umfrage der Bundesbank, in der vor allem energieintensive Unternehmen die Arbeitsund Produktionskosten als drängendes beziehungsweise äußerst drängendes Problem bezeichneten", heißt es zur Begründung. 

Banken vorsichtiger bei Bau- und Verarbeitendem Gewerbe

Doch die Banken lassen bei ihrer Vergabepolitik zunehmend Vorsicht walten: Vor allem gegenüber dem Bauhauptgewerbe (plus 7,3 Prozentpunkte), dem Verarbeitenden Gewerbe (plus 6,0 Prozentpunkte) und dem Großhandel (plus 4,5 Prozentpunkte) zeigten sich die Institute zurückhaltender in Bezug auf neue Kredite. Als Grund für den starken Rückgang der Kredithürde im Einzelhandel (minus 7,4 Prozentpunkte) gibt die KfW "die grundsätzlich positiveren Geschäftsaussichten nach Rücknahme der meisten Infektionsschutzmaßnahmen" an. 

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch der von der Deutschen Bundesbank veröffentlichte Bank Lending Survey (BLS), der die Segmente Unternehmenskredite, private Wohnungsbaudarlehen und Konsumenten- und sonstige Kredite an private Haushalte beleuchtet. Dem zufolge haben die deutschen Banken im zweiten Quartal 2022 ihre Vergaberichtlinien für Unternehmenskredite "geringfügig verschärft". Der Nettoanteil von Banken, die ihre Richtlinien strafften, weist in diesem Bereich plus drei Prozent aus, nach ebenfalls plus drei Prozent im Vorquartal. 

Die Institute begründeten diesen Schritt laut Bundesbank mit einem nach ihrer Einschätzung erhöhten Kreditrisiko. "Hierzu trugen im Unternehmensgeschäft vor allem branchen- und firmenspezifische Faktoren bei, aber auch die als verschlechtert eingeschätzte allgemeine Wirtschaftslage sowie die getrübten Konjunkturaussichten, unter anderem aufgrund des Krieges in der Ukraine."

Wohnungsbaukredite besonders im Fokus

Strenger sind die Banken bei Konsumenten- und sonstigen Darlehen, zeigt die Studie. Hier zogen im zweiten Quartal 20 Prozent der Institute die Zügel an. Am schärfsten agieren die Geldhäuser dem BLS zufolge aber bei der privaten Immobilienfinanzierung. Nach dem im ersten Quartal sieben Prozent der deutschen Banken angaben, ihre Vergaberichtlinien in diesem Bereich verschärft zu haben, lag dieser Anteil im Zeitraum von April bis Juni bei plus 32 Prozent. "Bei den Wohnungsbaukrediten spielten die laut Bankangaben eingetrübten Aussichten auf dem Wohnimmobilienmarkt sowie eine geringere Kreditwürdigkeit der Kreditnehmer die wichtigste Rolle", erläuterte die Notenbank.

Für das dritte Quartal planen die Banken laut BLS, die Bedingungen in allen drei Kreditsegmenten weiter zu verschärfen. 

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