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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel I. Traditionelle Saisonbereinigungsverfahren

Zusammenfassung
Leider ist es nicht möglich, eine geschlossene Darstellung dieses Verfahrens zu geben, da es nur als eine „Folge von Arbeitsgängen“ definiert ist (Vgl. Schaffer, 26, S. 137). Zwar wird grundsätzlich postuliert, daß für eine gegebene Zeitreihe {Xt | t∈T} ein sog. „Komponentenmodell„ gelten soll und zwar alternativ in „additiver“ bzw. „multipli-kativer“ Form, d. h. also
$$ {X_t} = {G_t} + {S_t} + {I_t} $$
brw.
$$ {X_t} = {G_t}{S_t}{I_t} $$
wobei Gt die sog. „glatte Komponente“, St die „Saisonkomponente“ und It die „Rest-oder irreguläre Komponente“ bezeichnet, jedoch ist dieses Modell als inhaltsleer zu qualifizieren, da keine operablen Definitionen seiner Komponenten gegeben werden. So soll z. B. die glatte Komponente den „Trend“ sowie die „konjunkturellen Schwankungen“ einer Zeitreihe messen, aber nirgends wird eine solche Definition von „Trend“ und „Konjunktur“ gegeben, die unmittelbar rechnerisch umsetzbar, eben operabel, wäre. Das Verfahren weist somit von vornherein bemerkenswerte Definitionsschwächen auf. Auch gibt es keine Kriterien dafür an, die es gestatten würden, zwischen dem multiplikativen und dem addiiven Ansatz zu diskriminieren. Es wird lediglich auf die Erfahrung verwiesen, die zugunsten des multiplikativen Ansatzes sprechen soll 1).
Winfried Stier

Kapitel II. Abkehr vom traditionellen Komponentenmodell

Zusammenfassung
Die Diskussion der Versionen des Berliner Verfahrens hat deutlich gezeigt, daß die hauptsächliche Schwierigkeit des allen Versionen zugrundeliegenden Ansatzes, nämlich des traditionellen Komponentenmo-delles, in der Wahl geeigneter Funktionen für die relevanten Komponenten (d. h. also glatte sowie Saisonkomponente) liegt1). Die Erfahrungen, die mit dem Berliner Verfahren gesammelt wurden, zeigen deutlich, daß sich dieses Problem offenbar nicht allgemein lösen läßt, was natürlich auch gar nicht zu erwarten ist. Will man „reihenspezifische“ Lösungen vermeiden — und das sollte man, wie die Diskussion der Version 3 des Berliner Verfahrens ergeben hat — dann bleibt kein anderer Weg, als nach neuen, wesentlich allgemeineren Ansätzen zu suchen.
Winfried Stier

Kapitel III. Saisonbereinigung als Filter-Design-Problem

Zusammenfassung
Es ist heute wohl unstrittig, daß es sowohl zur Konstruktion als auch zur Beurteilung von Saisonbereinigungsverfahren unerläßlich ist, die intendierten Zielsetzungen offenzulegen. Eine praktisch brauchbare Klassifizierung von Zielen, die für Saisonbereinigungsverfahren in Frage kommen, stammt von (SCHÄFFER, 27, S. 84). Er unterscheidet zwischen „retrospektiver“ und „prospektiver“ Zielsetzung. Dabei wird unter der ersten im Prinzip eine Komponentenzerlegung verstanden, während bei der zweiten die Entwicklung der sog. „glatten Komponente“ interessant ist und das vor allem am „aktuellen Rand“ einer konkreten Zeitreihe. Während der Praktiker sich vor allem für ein Bereinigungsverfahren unter prospektiver Zielsetzung zu interessieren scheint, wird der theoretisch orientierte Statistiker wohl mehr einer retrospektiven Zielsetzung zuneigen (Vgl. dazu SCHÄFFER, 27, S. 85) 1).
Winfried Stier

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