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27.01.2017 | Wohnungsbau | Im Fokus | Onlineartikel

Gartenstädte gegen den Wohnungsmangel

Autor:
Christoph Berger

In Großbritannien entstehen neue Gartendörfer und -städte. Auf diese Weise sollen fast 200.000 neue Wohnungen entstehen.

Um dem Wohnungsmangel zu begegnen, setzt die britische Regierung auf den Bau ganz neuer Ortschaften: Der Bau von sieben solcher Dörfer beziehungsweise Städte war bereits zugesagt worden, nun wurde der Bau 14 weiterer Anfang Januar 2017 angekündigt und die Unterstützung zu drei weiteren zugesagt. Insgesamt sollen mit dem Programm knapp 200.000 neue Wohnungen entstehen. Die Siedlungen sollen sich dabei am Vorbild der Gartenstädte des späten 19. Jahrhunderts orientieren.

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Gartenstadt

In den 1870er-Jahren begannen einige Grundbesitzer und Sozialreformer, Bautypen zur Verbesserung der Wohnsituation einfacher Leute und weiträumige Siedlungen mit großzügigen Gärten — die ersten Gartenvorstädte — zu entwerfen. Die Idee entwickelte sic


"In den 1870er-Jahren begannen einige Grundbesitzer und Sozialreformer, Bautypen zur Verbesserung der Wohnsituation einfacher Leute und weiträumige Siedlungen mit großzügigen Gärten – die ersten Gartenvorstädte – zu entwerfen", schreibt Philip Wilkinson im Kapitel "Gartenstadt" des Springer-Fachbuchs "50 Schlüsselideen Architektur". Laut Wilkinson hat die Idee der Gartenvorstadt ihre Wurzeln in der Arts-and-Crafts-Bewegung und in der englischen Heimatstil-Architektur der 1870er- und 1880er-Jahre. Als ein frühes Beispiel dafür nennt er die Vorstadtkolonie Bedford Park in Westlondon: "1875 erbaut, bestand Bedford Park aus einer Reihe von Alleen, die alle auf ein Ortszentrum zuliefen, wo ein Bahnhof, Geschäfte, ein Gasthaus und eine Kirche standen."

Anschub für die örtlichen Wirtschaften

Die nun angekündigten 14 Gartendörfer und drei Gartenstädte sollen aus 1.500 bis 10.000 Häusern bestehen mit jeweils bis zu 10.000 Wohneinheiten. Auf Twitter verkündete das Department for Communities and Local Government, dass die neuen Gartendörfer und -städte den Gemeinden tausende der gut gestalteten neuen Häuser liefern würden. Die Häuser würden zudem die örtlichen Wirtschaften anschieben, denn es würden nicht nur Häuser, sondern auch Arbeitsplätze und Infrastrukturen entstehen.

So heißt es auch im Kapitel "Grüne Infrastruktur und die Erneuerung städtischer Kulturen" des Springer-Fachbuchs "Infrastrukturen der Stadt": "Beide Varianten urbaner Grünplanung, Grüngürtel und Gartenstädte, hatten ursprünglich zwar kaum Bezug zu Fragen des Naturschutzes. Doch hatte das Grün durchaus funktionale und, wenn man so will, infrastrukturelle Dimensionen. Denn es diente den frühen Protagonisten als ein Unterbau ihrer Vision, nicht nur ideell, als sozialmoralisches Bühnenbild, sondern auch materiell, nämlich als Grundlage wirtschaftlicher Entwicklung mit ländlich-gärtnerischen und kleinindustriellen Elementen."

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