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06.01.2017 | Zahlungsverkehr | Kommentar | Onlineartikel

"Die Digitalisierung ermöglicht noch mehr Effizienz im Zahlungsverkehr"

Autor:
Dr. Hubertus von Poser

Der Zahlungsverkehr deutscher Banken kann sich in punkto Effizienz sehen lassen. Doch nicht alle Kreditinstitute schöpfen ihre Einsparpotenziale vollständig aus. Durch Automatisierung und Digitalisierung können bestimmte Bereiche des Zahlungsverkehrs noch kostengünstiger erledigt werden.

Zusammen mit dem Beratungs- und Forschungsinstitut Ibi Research hat PPI die erste Vergleichsstudie zum Zahlungsverkehr mit acht deutschen Bankinstituten durchgeführt, die zusammen 45 Prozent des gesamten Zahlungsverkehrsaufkommens im deutschen Bankensektor abwickeln. Es hat sich gezeigt, dass die Bandbreite des Outsourcings, gemessen an den Kosten für alle Zahlungsverkehrsprozesse, von sieben bis 97 Prozent reicht.

Zahlungen mit Papierbelegen sind für Banken teurer

Die Verarbeitung von Zahlungsaufträgen auf Belegen verursacht einen unverhältnismäßig großen Kostenblock, obwohl diese nur noch einen Anteil von etwa einem Prozent aller Aufträge ausmachen. Das Verarbeiten von Zahlungen mit Papierbelegen im Outsourcing-Modus ist daher eine Selbstverständlichkeit. Auch viele andere Bestandteile der Abwicklung, etwa das Clearing von Zahlungen inklusive der notwendigen IT-und Bankrechnerinfrastruktur, lassen 75 Prozent der Institute von speziellen Rechenzentren oder Abwicklern erledigen.

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Infolgedessen sind die internen Zahlungsverkehrsabteilungen in deutschen Geldinstituten in den vergangenen zehn Jahren enorm geschrumpft. Die Personalkosten haben einen Anteil von nur noch 27 Prozent an den Gesamtkosten für den Zahlungsverkehr. IT und Technik sowie sonstige Sachkosten halten sich mit je rund 35 Prozent die Waage.

Abschied vom Überweisungsträger birgt Einsparpotenzial

Beleggebundene Aufträge sind weiter auf dem Rückzug: Selbst bei Retailbanken machen sie nur noch fünf bis zehn Prozent der gesamten Überweisungsaufträge aus. Der Anteil internetbasierter Aufträge ist im Vergleich dazu bereits doppelt bis dreimal so hoch. Dass die Kosten für eine beleghafte Zahlung teilweise sehr hoch sind, liegt vor allem an der Art der Prozesse und deren technischer Ausstattung sowie an den durchschnittlichen Personalkosten. Dabei zeigt sich, dass Mengeneffekte nicht zwingend ein Garant für besonders niedrige Transaktionskosten sind. Hierin liegt aber eine Chance: Denn die Geldhäuser, die es schaffen, durch Automatisieren und Digitalisieren das Bezahlen mit Überweisungsträgern gegen Null zu drängen, werden noch deutlich Kosten einsparen können, da ein erheblicher Kostenblock für das Outsourcing der Belegverarbeitung wegfällt. Gleichzeitig werden die Personalkosten sinken.

Die Studie zeigt auch auf, dass es keine Bank schafft, in allen drei Disziplinen, Belegverarbeitung, Clearing und Reklamationen am effizientesten zu sein. Dazu kommt, dass viel Outsourcing und hohe Transaktionszahlen für Kreditinstitute nicht grundsätzlich auch mit Kostenvorteilen verbunden sind. Für Einsparungen im Zahlungsverkehr ist für die Mehrheit der Studienteilnehmer der größte noch mögliche Hebel die Anpassung und die Erweiterung der IT. 13 von 24 Bankern (55 Prozent) wollen beispielsweise die 

  • IT-Architekturen umbauen, 
  • IT-Lösungen mit höherer Funktionalität einsetzen und 
  • Prozesse verändern. 

Weitere Anpassungsnotwendigkeiten im Zahlungsverkehr durch technische Trends, beispielsweise die Abwicklung von Sofortzahlungen, so genannte Instant Payments, werden das Geschäft in naher Zukunft deutlich verändern.

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01.03.2013 | Strategie + Management | Ausgabe 3/2013

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