Skip to main content
main-content

Über dieses Buch

Dies ist das begleitende Arbeitsbuch zum Lehrbuch "Grundlagen der Mikroökonomik". Es bietet eine in dieser Form einzigartige und gründliche Einführung in die Mikroökonomik. Jedes Kapitel bietet eine Vielfalt an Übungen, von grundlegenden Multiple-Choice-Fragen bis hin zu herausfordernden mathematischen Problemen und Fallstudien. Das Lehrbuch ist durch zwei Besonderheiten gekennzeichnet. Erstens entwickelt es einen integrativen Ansatz, welcher die zentralen Ergebnisse der ökonomischen Forschung in einen größeren Erkenntniszusammenhang einbettet. Dabei werden Folgerungen für die Gestaltung des Rechtssystems ebenso wie für die Entwicklung von Unternehmensstrategien systematisch entwickelt, und die Theorien werden einer kritischen philosophischen Reflexion unterzogen sowie mit Vorstellungen der Sozialwissenschaften verglichen. Zweitens legt das Buch einen Schwerpunkt auf kurze sowie umfassende Fallstudien, die die Bedeutung der Theorien für die Praxis unterstreichen. In dieser zweiten Auflage des Arbeitsbuches werden die bisherigen Kapitel um neue Aufgaben ergänzt. Darüber hinaus finden sich Aufgaben zur traditionellen Entscheidungstheorie unter Risiko und Unsicherheit, zur Verhaltensökonomie sowie zu verhaltensrelevanten Erkenntnissen aus den Neurowissenschaften, der Evolutionspsychologie und der narrativen Psychologie.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Grundlagen

Zusammenfassung
1.
Die Nützlichkeit eines ökonomischen Modells ist umso grösser, je mehr Aspekte der Realität berücksichtigt werden.
 
2.
Nach Karl Popper ist eine Grundvoraussetzung für die Güte einer wissenschaftlichen Theorie, dass man sie widerlegen kann.
 
3.
Aussagenlogisch gilt: Aus falschen Annahmen kann man falsche Hypothesen ableiten.
 
4.
Die moderne Mikroökonomik ist makrofundiert.
 
Martin Kolmar, Magnus Hoffmann

2. Spezialisierung und Tausch

Zusammenfassung
Es gebe zwei Individuen A und B, die zwei Güter 1 und 2 produzieren können. Die Produktionsmöglichkeitenkurven der beiden Individuen seien \(x_1^A=a-b\cdot x_2^A\) und \(x_1^B=c-d\cdot x_2^B\), wobei a, b, c, d strikt grösser null sind.
1.
Falls b > d, hat A einen komparativen Vorteil bei der Produktion von Gut 1.
 
2.
Falls a > c, hat A einen absoluten Vorteil bei der Produktion beider Güter.
 
3.
Falls a = c, hat kein Individuum einen komparativen Vorteil.
 
4.
Falls a = 100 und b = 2, kann A maximal 50 Einheiten des zweiten Guts produzieren.
 
Martin Kolmar, Magnus Hoffmann

3. Märkte und Institutionen – Einführung

Zusammenfassung
1.
Einen Markt, auf dem wenige Nachfrager und viele Anbieter vorhanden sind, nennt man beschränktes Monopson.
 
2.
Einen Markt, auf dem ein Nachfrager und ein Anbieter vorhanden sind, nennt man bilaterales Monopol.
 
3.
Bei einem Markt mit vielen Anbietern und vielen Nachfragern handelt es sich stets um ein Polypol.
 
4.
Es gebe wenige Anbieter und einen Nachfrager auf einem Markt. Eine solche Marktform nennt man beschränktes Monopol.
 
Martin Kolmar, Magnus Hoffmann

4. Angebot und Nachfrage bei Vollständigem Wettbewerb

Zusammenfassung
1.
Ist ein Gut gewöhnlich, so sinkt dessen nachgefragte Menge, wenn das Einkommen steigt.
 
2.
Bei inferioren Gütern führt ein Preisanstieg zu einer niedrigeren Nachfrage.
 
3.
Zwei Güter sind gegenseitige Substitute, wenn die Nachfrage nach einem Gut sinkt, falls der Preis des anderen Guts steigt.
 
4.
Die Nachfrage nach einem Gut steigt im Preis desselben Guts. Es handelt sich somit um ein Giffen-Gut.
 
Martin Kolmar, Magnus Hoffmann

5. Normative Ökonomik

Zusammenfassung
1.
Eine Allokation heisst konsumeffizient, wenn es bei gegebenen Ressourcenmengen nicht mehr möglich ist, durch eine Umverteilung der Ressourcen von einem Gut mehr zu produzieren, ohne von einem anderen Gut weniger zu produzieren.
 
2.
Eine Allokation heisst produktionseffizient, wenn es bei gegebenen Gütermengen nicht mehr möglich ist, ein Individuum besser zu stellen, ohne ein anderes Individuum schlechter zu stellen.
 
3.
Eine Allokation heisst produktionseffizient, wenn es bei gegebenen Ressourcenmengen möglich ist, durch eine Umverteilung der Ressourcen von einem Gut mehr zu produzieren, ohne von einem anderen Gut weniger zu produzieren.
 
4.
Wenn es nicht möglich ist, durch Umverteilung der Gütermengen eine Person besser zu stellen, ohne dabei eine andere Person schlechter zu stellen, dann ist die Allokation konsumeffizient.
 
Martin Kolmar, Magnus Hoffmann

6. Externalitäten

Zusammenfassung
Der Gesetzgeber überlegt sich, das Rauchen in Restaurants zu verbieten. Überprüfen Sie die folgenden Argumente auf ihre ökonomische Korrektheit. Gehen Sie davon aus, dass Raucher durch das Rauchen eine negative Interdependenz mit Nichtrauchern haben.
1.
Ein generelles Rauchverbot in Restaurants führt zu einem effizienten Ergebnis, da so der potenzielle Externe Effekt des Rauchens beseitigt wird.
 
2.
Verrauchte Luft ist ein Öffentliches Gut, da weder das Konkurrenzprinzip noch das Ausschlussprinzip gilt.
 
Nehmen Sie nun an, dass Raucher und Nichtraucher in einem Restaurant über das Rauchen verhandeln und einen Transfer für das Rauchen aushandeln können. Die Raucher erhalten ein Recht auf das Rauchen oder die Nichtraucher erhalten ein Recht auf die Unterlassung des Rauchens.
3.
Diese Verhandlungen führen unabhängig von der Zuweisung der Rechte zu einer optimalen Menge an gerauchten Zigaretten im Restaurant, wenn sich nur wenige Besucher in ihm aufhalten.
 
4.
Sollten die (wenigen) Besucher im Zuge der Verhandlungen zu dem Schluss gelangen, dass in einem Restaurant keine Zigaretten geraucht werden dürfen, so ist diese Lösung nicht Pareto-effizient.
 
Martin Kolmar, Magnus Hoffmann

7. Entscheidungstheorie und Konsumentenverhalten

Zusammenfassung
1.
Gegeben sei die Nutzenfunktion u(x 1, x 2) = x 1 + x 2. Es existiert keine Präferenzordnung, die durch diese Nutzenfunktion abgebildet wird.
 
2.
Sei x 1 ≻ x 2 und x 2 ≻ x 3. Dann impliziert die Annahme der Transitivität, dass x 1 ≻ x 3.
 
3.
Wenn u(x 1, x 2) = x 1 ⋅ (x 2)5 eine Nutzendarstellung einer Präferenzordnung ist, dann ist auch \(v(x_1,x_2)=\frac {1}{5} \cdot \ln x_1 + \ln x_2\) eine Nutzendarstellung dieser Präferenzordnung.
 
4.
Präferenzen, welche das Monotonieaxiom erfüllen, sind immer auch konvex.
 
Martin Kolmar, Magnus Hoffmann

8. Entscheidung unter Risiko und Unsicherheit

Zusammenfassung
1.
Faktoren, die jenseits der Einflussmöglichkeit eines Entscheidungsträgers liegen, aber Auswirkungen auf das Ergebnis einer gewählten Strategie haben, werden Umweltzustände genannt.
 
2.
Umweltzustände können durch das eine Entscheidung treffende Individuen nicht beeinflusst werden.
 
3.
Bei einem Optimismusfaktor von α = 0 geht die Hurwicz-Regel in die Maximin-Regel über.
 
4.
Zwei Ergebnisse cne und cme haben stets dieselbe Eintrittswahrscheinlichkeit, wenn eine solche existiert.
 
Martin Kolmar, Magnus Hoffmann

9. Grundlagen der Spieltheorie

Zusammenfassung
Betrachten Sie das folgende Spiel (Abb. 9.1). Spieler 1 hat die Strategien {kein Markteintritt, Markteintritt}, Spieler 2 hat die Strategien {Kampf, kein Kampf}. Die Zugreihenfolge ist sequenziell.
1.
(kein Markteintritt, Kampf) ist ein Nash-Gleichgewicht.
 
2.
(kein Markteintritt, kein Kampf) ist ein Nash-Gleichgewicht.
 
3.
(Markteintritt, Kampf) ist ein Nash-Gleichgewicht.
 
4.
(Markteintritt, kein Kampf) ist ein Nash-Gleichgewicht.
 
Martin Kolmar, Magnus Hoffmann

10. Verhaltensökonomik

Zusammenfassung
1.
Libertärer Paternalismus ist eine Position, die staatliche Einschränkungen individuellen Verhaltens für gerechtfertigt hält, wenn die Bürgerinnen und Bürger ihnen freiwillig zustimmen.
 
2.
Ein Nudge ist eine politische Massnahme, die menschliches Verhalten auf eine bestimmte Art verändert, ohne dass der Staat dabei Zwang ausübt.
 
3.
Hilfsannahmen sollte man vermeiden, da sie nicht empirisch testbar sind.
 
4.
Beschränkte Rationalität bezeichnet Verhaltensweisen, die gegen die Annahme der Transitivität als zentraler Rationalitätsannahme verstossen.
 
Martin Kolmar, Magnus Hoffmann

11. Grundlagen des Verhaltens und der Wahrnehmung

Zusammenfassung
1.
Das Mehrebenenmodell der Anpassung unterscheidet zwischen der genetischen, der epigenetischen, der effektiven, der kognitiven und der metakognitiven Ebene der Anpassung.
 
2.
Operande Konditionierung ist ein assoziativer Lernmechanismus.
 
3.
Die Bildung von Gewohnheiten (Habits) führt stets zu einer besseren Anpassung an die Umwelt.
 
4.
Die Positive Psychologie unterscheidet vier Faktoren, die für ein gutes Leben wichtig sind.
 
Martin Kolmar, Magnus Hoffmann

12. Kosten

Zusammenfassung
Ein Unternehmen habe die Kostenfunktion C(y) = y 3 + 50.
1.
Die Grenzkosten sind MC(y) = 2 ⋅ y 2.
 
2.
Die Durchschnittskosten sind \(AC(y)=y^2 +\frac {50}{y}\).
 
3.
Die Durchschnittskosten sind monoton steigend in y.
 
4.
Die Durchschnittskosten und die durchschnittlichen variablen Kosten sind für y → identisch.
 
Martin Kolmar, Magnus Hoffmann

13. Unternehmen auf Märkten mit Vollständiger Konkurrenz

Zusammenfassung
1.
Gehen Sie davon aus, dass ein gewinnmaximierendes Unternehmen eine strikt positive und endliche Menge anbietet. Dann bestimmt das Unternehmen seine Produktionsmenge nach der ,Preis-gleich-Grenzkosten‘-Regel.
 
2.
Ein Unternehmen bei Vollständiger Konkurrenz bietet stets nach der ,Preis-gleich-Grenzkosten‘-Regel an, wenn mit dem damit erzielten Erlös mindestens die durchschnittlichen variablen Kosten gedeckt werden.
 
3.
Ein gewinnmaximierendes Unternehmen wird im Optimum niemals Verluste machen, da es diese durch Schliessung des Betriebs vermeiden kann.
 
4.
Im langfristigen Marktgleichgewicht mit freiem Marktzutritt und -austritt ist die Produzentenrente eines Unternehmens immer null.
 
Martin Kolmar, Magnus Hoffmann

14. Unternehmensverhalten auf Monopolmärkten

Zusammenfassung
1.
Die Optimalitätsbedingung „Grenzkosten = Grenzerlös“ gilt nur für den Monopolisten und nicht für ein Unternehmen in einem Markt mit vollständiger Konkurrenz.
 
2.
Gehen Sie von einem nicht preisdiskriminierenden Monopolisten aus, der sich einer im Preis sinkenden Nachfragefunktion gegenübersieht. Der Grenzerlös besteht dann aus einem Preis- und einem Mengeneffekt, wobei der Preiseffekt immer kleiner als der Mengeneffekt ist.
 
3.
Gehen Sie von einem nicht preisdiskriminierenden Monopolisten aus. Der Grenzerlös besteht aus einem Preis- und einem Mengeneffekt. Der Preiseffekt ist immer grösser als der Preiseffekt bei vollständiger Konkurrenz.
 
4.
Wenn ein Unternehmen ein Patent auf ein Produkt besitzt, so kann es Preise oberhalb der Grenzkosten durchsetzen, da das Patent zu einem Monopol führt.
 
Martin Kolmar, Magnus Hoffmann

15. Unternehmen auf Oligopolmärkten

Zusammenfassung
1.
In einem Cournot-Oligopol vernachlässigen die Unternehmen bei ihrer Mengenwahl deren Einfluss auf den Preis.
 
2.
In einem Duopol kann durch kollusives Verhalten der Gesamtgewinn erhöht werden.
 
3.
In einem Duopol entspricht kollusives Verhalten der gleichgewichtigen Strategie.
 
4.
Im Bertrand-Oligopol mit identischen Firmen und konstanten Grenzkosten ist der Gleichgewichtspreis gleich den Grenzkosten.
 
Martin Kolmar, Magnus Hoffmann

16. Elastizitäten

Zusammenfassung
1.
Elastizitäten sind stets unabhängig von Masseinheiten.
 
2.
Die Punkt- und Bogenelastizität einer linearen Nachfragefunktion sind stets gleich.
 
3.
Der Betrag der Preiselastizität einer Nachfragefunktion \(x(p)=\frac {10}{p}\) beträgt immer 10.
 
4.
Die Preiselastizität der Marktangebotsfunktion wird von der Produktionsfunktion der auf dem Markt anbietenden Unternehmen beeinflusst.
 
Martin Kolmar, Magnus Hoffmann
Weitere Informationen

Premium Partner

    Bildnachweise