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03.11.2016 | Controlling | Im Fokus | Onlineartikel

Unternehmen benötigen noch zu viele Planungsschleifen

Autor:
Sylvia Meier
2:30 Min. Lesedauer

Mit der Integrierten Unternehmensplanung erhoffen sich Unternehmen eine deutliche Verbesserung ihrer Planung. Doch noch sind die dahinterstehenden Prozesse nicht ausgereift. 

Eine aktuelle Barc-Studie zeigt, dass der von den befragten Unternehmen erreichte Reifegrad im Bereich der integrierten Unternehmensplanung momentan lediglich durchschnittlich ist. Im Fokus der Studie wurden die drei Dimensionen fachliche Integration, technische Unterstützung und Organisation der Planung anhand eines mehrstufigen Reifegradmodells untersucht. Vor allem bei den Themen Forecasting und Simulation scheinen Unternehmen noch Nachholbedarf zu haben. Einen Zusammenhang sieht Barc mit den eingesetzten Planungswerkzeugen. 

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Planungswerkzeuge bauen noch nicht aufeinander auf

Nur 22 Prozent der befragten Unternehmen haben alle Teilpläne im selben Werkzeug systematisch aufeinander aufbauend mit identischen Strukturen umgesetzt. Barc fasst im Studienergebnis zusammen, dass die fachliche und technische Integration einander bedingen und einzeln nicht den gewünschten Effekt erzielen können. 47 Prozent der befragten Unternehmen nutzen immer noch Excel als primäres Werkzeug für Planung und Budgetierung. Eine Beobachtung, die auch Springer-Autor Andreas Mosler in seinem Buchkapitel "Anforderungen an Unternehmensplanungssoftware" macht (Seite 381): "Nach wie vor kommen Tabellenkalkulationsprogramme in der Mehrzahl der Unternehmen im Rahmen der Unternehmensplanung zum Einsatz."

Fast jedes zweite Unternehmen baut bereits auf professionelle Lösungen. Allerdings haben erst 21 Prozent ihre Planungsinstrumente in einem Werkzeug abgebildet. Der Grund dürfte auch darin liegen, dass es schwer ist, die perfekte, eine Softwarelösung zu finden. Welche Anforderungen an Softwaresysteme zu einer vollständig integrierten Unternehmensplanung gestellt werden sollten, listet Mosler im Überblick in einer Liste (Seite 486) auf.

Mehr Effizienz erreichen  

Immer noch kämpfen Unternehmen mit der Planungseffizienz. Wie kann man diese verbessern? Fünf zentrale Hebel formuliert Springer-Autor Igor Barkalov in seinem Buchkapitel "Praktische Empfehlungen zur Effizienz- und Effektivitätssteigerung" (Seite 91). Entscheidend sind demnach:

  • Vertikale Integration
  • Horizontale Integration
  • Einsatz der rollierenden finanziellen Prognose
  • Planung mit Szenarien
  • Business Analytics in der Planung

Die Bedeutung der Unternehmensplanung steigt und demnach auch das Bewusstsein, dass die Planung optimiert werden muss. Laut den aktuellen Studienergebnissen messen 83 Prozent der Befragten der Unternehmensplanung einen hohen Stellenwert bei. 93 Prozent der Best-in-Class-Unternehmen meinen, dass die Planung eine zentrale Rolle für das gesamte Unternehmen spielt. Umso nachvollziehbarer, dass sie sich um bessere Planungsprozesse bemühen. Bereits 84 Prozent der Befragten haben Analysen und Reporting mit der Unternehmensplanung verbunden. Allerdings: Nur 47 Prozent aller Studienteilnehmer haben die Zuständigkeiten und Kompetenzen im Planungsprozess innerhalb ihrer Organisation klar geregelt. 

Planungsschleifen können verringert werden  

Durch die teils unklaren Regelungen bei der Zuständigkeit des Planungsprozesses entstehen Schleifen bei der Abstimmung der Planergebnisse. Bei drei Viertel der befragten Unternehmen sind es zwei bis drei Runden. Firmen, in denen die Kompetenzen klar geregelt sind, haben eine größere Chance, die Planung in maximal zwei Runden bereits abzuschließen. Wie ein typisches Szenario derzeit häufig in der Praxis aussieht und warum Controller und Führungskräfte in der Planungsphase oft an ihre Grenzen kommen, zeigt Mosler anschaulich an einem Beispielunternehmen.

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