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17.08.2022 | E-Payment | Nachricht | Online-Artikel

Girocard im Handel erstmals beliebter als Bargeld

verfasst von: Angelika Breinich-Schilly

2 Min. Lesedauer
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Im stationären Handel haben die deutschen Verbraucher im ersten Halbjahr 2022 erstmals häufiger zur Girocard als zum Bargeld gegriffen. Die Transaktions- und Umsatzahlen legten erneut kräftig zu. Dabei zahlen die Menschen auch immer öfter kleinere Beträge mit Karte oder sogar kontaktlos.

Nach einem Plus von acht Prozent für das Jahr 2021 meldet die Deutsche Kreditwirtschaft Mitte August für die erste Hälfte des laufenden Geschäftsjahres einen Anstieg von 17,1 Prozent auf insgesamt 3,17 Millionen Transaktionen mit der Girocard. Im Vorjahreszeitraum zählte Euro Kartensysteme, ein Gemeinschaftsunternehmen der Deutschen Kreditwirtschaft, insgesamt 2,71 Millionen Bezahlvorgänge. Der Umsatz kletterte von Januar bis Juni um 17,9 Prozent auf mehr als 134 Milliarden Euro (2021: 114 Milliarden Euro). 

Dabei wird das Bezahlverfahren auch immer häufiger für kleinere Beträge an der Ladenkasse genutzt. So weise der sogenannte Durchschnittsbon für das Jahr 2017 einen Betrag von 50,66 Euro für das erste Halbjahr aus. Aktuell sind es 42,36 Euro, heißt es. 

Kontakloses Bezahlen wird Alltag

Dafür stehen den Kunden in Läden, Geschäften und Supermärkten erstmals mehr als eine Million elektronische Bezahlterminals pro Monat zur Verfügung. Deren Zahl ist damit im ersten Halbjahr um rund elf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gewachsen. Fast drei Viertel (74,3 Prozent) aller Bezahlvorgänge wurden dabei kontaktlos mit Karte, Smartphone oder Smartwatch durchgeführt. Im ersten Halbjahr 2021 waren rund 64,1 Prozent aller Girocard-Transaktionen berührungslos. Das ist ein Plus von etwa zehn Prozent. 

Insgesamt liege die Girocard mit einem Umsatzanteil von 42 Prozent unter allen Zahlungsarten im stationären Handel auf dem ersten Platz - erstmals auch vor Bargeld, erläutert Oliver Hommel, Geschäftsführer der Euro Kartensysteme, in einem Podcast vom Juli 2022. "Das ist auch eine Entwicklung, die so weitergehen wird", glaubt der Payment-Experte und empfiehlt den Blick in andere Länder mit einem noch deutlich niedrigeren Bargeld-Anteil. Besonders das sogenannte Tap-and-go-Prinzip, bei dem nicht nur kontaktlos bezahlt wird, sondern auch für Kleinbeträge die Eingabe der PIN nicht mehr erforderlich ist, sei "im Alltag der Kunden angekommen" und beschleunige diese Entwicklung. 

Dynamisches Wachstum der digitalen Girocard 

"Mittlerweile gibt es rund fünf Millionen Kunden, die die Karte bereits in der Appel Wallet oder einer bankeigenen App abgelegt haben, und damit auch regelmäßig bezahlen", erläutert Hommel hierzu im Podcast. Das Wachstum in diesem Bereich sei sehr dynamisch. Deshalb steht kontaktloses Bezahlen, insbesondere mit der digitalen Karte, auch im Fokus aktueller Weiterentwicklungen - etwa im Online-Handel, so das Unternehmen. Es werde zum Beispiel derzeit an den Einsatzmöglichkeiten der digitalen Girocard am Geldautomaten gearbeitet, ergänzt Hommel. 

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