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2019 | OriginalPaper | Buchkapitel

1. Einleitung

verfasst von : Heiner Minssen

Erschienen in: Arbeit in der modernen Gesellschaft

Verlag: Springer Fachmedien Wiesbaden

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Zusammenfassung

Es ist noch gar nicht so lange her, dass mit der Behauptung, der Arbeitsgesellschaft ginge die Arbeit aus (Dahrendorf 1983), generell die Bedeutung von Arbeit bestritten wurde. Zwar kann nicht mehr umstandslos von der modernen Gesellschaft als Arbeitsgesellschaft gesprochen werden, also einer Gesellschaft, die auf Massenproduktion und -konsumption beruhte und flankiert wurde durch soziale Sicherungssysteme, lebenslange Anstellung bei einem Arbeitgeber und einer weitgehenden Vollbeschäftigung. Diese Gesellschaftsformation, in der Arbeits- und Industriesoziologie manchmal auch als Fordismus bezeichnet, ist seit den 1980er-Jahren aus einer Reihe von Gründen, auf die noch eingegangen wird, an ihr Ende gekommen.
Fußnoten
1
Hier und im Folgenden ist mit ‚Arbeit‘ immer Erwerbsarbeit gemeint. Dies entspricht zwar dem üblichen Sprachgebrauch, ist aber eine beträchtliche Verkürzung, da Arbeit auch ohne Erwerb verrichtet wird; man denke nur an Hausarbeit, an Sorgearbeit oder auch an Arbeit im Rahmen von Nachbarschaftshilfe. Diese Verkürzung wiederholt sich auch in der sozialwissenschaftlichen Arbeitsforschung, die sich (fast) ausschließlich mit Erwerbsarbeit beschäftigt; nicht zu Unrecht wird deswegen von manchen (etwa Jürgens 2005) eine Perspektivenerweiterung eingeklagt.
 
2
Die Arbeits- und Industriesoziologie hat in der deutschsprachigen Soziologie eine lange Tradition. Allerdings ist die Bezeichnung ‚Industriesoziologie‘ etwas irreführend. Das Bestreben dieses Fachs ist keineswegs eine Soziologie der Industrie oder gar des industriellen Sektors allein, sondern mit dem Begriff ‚Industrie‘ soll darauf hingewiesen werden, dass heutzutage auch viele Prozesse im Bereich der Dienstleistungen „industriellen Charakter“ haben; vgl. Sauer und Menz (2014, S. 51).
 
3
… und selbstverständlich auch Arbeitssoziologinnen; hier und im Folgenden wird aus Gründen der Lesbarkeit auf geschlechtsdifferenzierende Präzision verzichtet.
 
4
Luhmann zieht daraus bekanntlich den Schluss, die moderne Gesellschaft einfach nur als ‚moderne‘ Gesellschaft, als ‚funktional differenzierte‘ Gesellschaft zu bezeichnen.
 
5
Ich verweise nur auf die im Vorwort genannte Literatur.
 
Metadaten
Titel
Einleitung
verfasst von
Heiner Minssen
Copyright-Jahr
2019
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-22358-8_1

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