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China führt bei E-Mobilität, aber nicht beim Strommix

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Eine konsequente Industriepolitik verhalf China zur Weltmarktführerschaft in der Elektromobilität. Dazu gehört auch die Fertigung der Batterien. Doch im Reich der Mitte selbst ist aufgrund des Strommixes diese Form der Mobilität keineswegs regenerativ.

China exportiert inzwischen Verbrenner und Elektroautos erfolgreich in die ganze Welt.


In China ist die E-Mobilität auf dem Vormarsch. 2023 wird ein Gesamtmarktanteil von etwas über 35 % erwartet – in einem Gesamtmarkt von über 20 Millionen Pkw. China will bis 2030 mindestens 40 % aller Neuzulassungen auf Elektrofahrzeuge anwenden. Derzeit fahren dort 8,25 Millionen E-Autos – die Hälfte aller Fahrzeuge weltweit.

Inzwischen lässt ein Großteil der Elektrofahrzeuge technisch und beim Thema Sicherheit kaum noch Wünsche offen. Dabei halfen den chinesischen Autobauern auch zahlreiche Joint Ventures mit europäischen und amerikanischen Herstellern. Dadurch und durch den riesigen Binnenmarkt wurde China zum Weltmarktführer in Sachen Elektromobilität – mit aktuellen Exportzahlen von über 2,5 Millionen Pkw, so viel wie Deutschland. 

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01.02.2024 | Im Fokus

Chinas Automobilindustrie - Pragmatismus als Strategie

Nicht nur bei der Elektromobilität läuft China der westlichen Welt den Rang ab. Auch bei den Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor holt das Reich der Mitte auf und verkauft sie inzwischen weltweit. Was machen die Asiaten besser, was anders? Das Erfolgsrezept liegt in der sehr pragmatischen Technologieoffenheit – und in scheinbar unendlichen Ressourcen bei Rohstoffen und Arbeitskräften.

Marktführer in E-Mobilität dank Batterie-Know-how

Gleichzeitig strebt die chinesische Automobil- und Zulieferindustrie danach, in Schlüsseltechnologien wie der Batteriezellfertigung eine führende Rolle zu übernehmen. China, zusammen mit Japan und Südkorea, dominiert die weltweite Batteriezellfertigung. Das Land kann auf eine breite industrielle Basis und Erfahrungen in der Batteriezellfertigung für Konsumelektronik zurückgreifen.

Obwohl China nicht über alle erforderlichen Batterierohstoffe verfügt, ist es weitgehend unabhängig bei der Beschaffung und Verarbeitung der wichtigsten Rohstoffe. Durch aktive Investitionen in rohstoffreiche Regionen sichert China eine stabile Rohstoffversorgung.

Im Vergleich zu China stehen deutsche und europäische Unternehmen vor einem doppelten Wettbewerbsnachteil auf dem Elektromobilitätsmarkt. Zum einen gibt es bereits einen intensiven Wettbewerb, der den Aufbau kosteneffizienter Batteriezellfertigungen erschwert. Zum anderen fehlt ein kostengünstiger Zugang zu den wesentlichen Batterierohstoffen. Eine gemeinsame europäische Lösung wäre hier erforderlich.

Kraftstoffmix weit von grün entfernt

Allerdings ist die Elektromobilität in China nicht unbedingt eine grüne Variante. Denn der Strommix ist nach wie vor von fossilen, Brennstoffen, allen voran Kohlekraft geprägt (66,5 %), gefolgt von Wasserkraft (15,3 %), Windenergie (8,6 %), Solarstrom (4,8 %) und Kernenergie (4,7 %). Daran wird sich auch in den nächsten Jahren wenig ändern, insbesondere weil die Regierung den Ausbau der Kohlekraft ungebrochen vorantreibt (allerdings ebenso den Ausbau von PV und Windkraft). Bis 2025 sollen 1.200 GW installierte Solarenergie und 3,3 Millionen kWh erneuerbare Energien erreicht werden. Schon heute ist China weltweit das Land mit der höchsten Kapazität und Produktion erneuerbarer Energien.

Bis 2030 sollen dann 25 % des gesamten Energieverbrauchs, also nicht nur des Stromes, mit erneuerbaren Energien abgedeckt werden. Derzeit liegt der Anteil bei 12 bis 13 %. Im Verkehrssektor kann dies nur mit Elektromobilität gelingen, wenn der Strommix entsprechend grün wird.

In diesem Zusammenhang ist die Vielfältigkeit der alternativen Antriebe für Verbrenner aufschlussreich. 62 % macht hier verflüssigtes Erdgas (LNG) aus, das zu großen Teilen ja importiert und direkt verflüssigt genutzt wird. Strom liegt bei nur 16,3 %. Genutzt werden auch verflüssigte Kohle (12,3 %), Ethanol (4,8 %), Methanol (2 %) und Biodiesel (1,5 %). Wasserstoff für Brennstoffzellenfahrzeuge liegt bei lediglich 0,4 %.

Lesen Sie mehr über die Mobilitätsindustrie in China im Artikel Chinas Automobilindustrie – Pragmatismus als Strategie aus der MTZ 2-3/2024.

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