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22.08.2014 | Energie | Im Fokus | Online-Artikel

Wie Passivhäuser noch energieeffizienter werden

verfasst von: Matthias Schwincke

1:30 Min. Lesedauer
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In Passivhäusern werden Raumwärmeverluste durch Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung verhindert. Doch die Wärme im Abwasser geht bislang ungehindert verloren. Ein Projekt in Frankfurt versucht diese Energielücke zu schließen.

Selbst Passivhäuser können in Sachen Energieeffizienz noch verbessert werden. Dies zeigt ein aktuelles Neubauprojekt der ABG Frankfurt Holding im Frankfurter Stadtteil Bockenheim. Bei dem vom Forschungsprojekt netWORKS3 begleiteten Vorhaben, kommt ein neuartiges Wärmenutzungskonzept für Abwasser zum Einsatz. Durch die Innovation soll das ohnehin schon ressourcenschonende Passivhaus künftig auch noch rund 30 Prozent seines jährlichen Energiebedarfs zur Warmwasserversorgung aus sich selbst heraus abdecken.

Aus Eins mach Drei

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Der von außen unsichtbare Clou des Konzepts: Das vierstöckige Gebäude mit 66 Wohneinheiten und einer Kindertagesstätte ist wasser- und abwassertechnisch gesehen ein komplexes Gebilde. Denn zum ersten Mal in Deutschland werden hier die Wärmepotenziale von drei unterschiedlichen Abwasserströmen in einem Wohnblock getestet. In einer Haushälfte erfolgt die Wärmerückgewinnung aus dem gesamten häuslichen Abwasser, also Grau- und Schwarzwasser. In der anderen Hälfte wird Wärme aus einem Gemisch von Schwarzwasser und stark verschmutztem Grauwasser auf der einen Seite sowie aus leicht verschmutztem Grauwasser von Badewannen, Duschen und Handwaschbecken auf der anderen Seite zurückgewonnen. Der letztgenannte Abwasserteilstrom wird außerdem noch im Gebäude mit Hilfe von Mikroorganismen behandelt, durch UV-Strahlung desinfiziert und den Wohnungen dieser Haushälfte für die Toilettenspülung wieder zugeführt.

Energiewende von unten

Wie das Grauwasserrecyling erfolgt die Wärmerückgewinnung für alle Teilströme direkt im Gebäude. Neben dem Vorteil einer höheren Energieausbeute erspart diese Lösung eine möglicherweise aufwändige Abstimmung zwischen Gebäude- und Kanalbesitzer. Kommunal betrachtet bietet allerdings auch die Wärmegewinnung aus der Kanalisation noch ein ungehobenes Energiepotenzial. Dies zeigen Mike Böge und Jürgen Knies im Zeitschriftenartikel "Die Energie ist unter uns". Neben einer Einführung in technische Lösungen gibt der Artikel einen Einblick in erste Projekte zur Gewinnung von Abwasserwärme im größeren Maßstab.

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