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14.02.2017 | Erneuerbare Energien | Im Fokus | Onlineartikel

Erneuerbare sind weniger volatil und günstiger als Fossile

Autor:
Frank Urbansky
2:30 Min. Lesedauer

Die Energiepreise sind eine große Unbekannten. Ihre Entwicklung ist meist volatil, beim Strom kennt sie nur eine Richtung: nach oben. Erneuerbare Energien könnten diesen Teufelskreis durchbrechen.

Die Entwicklung der Energiekosten ist sowohl für Unternehmen als auch Privathaushalte nicht gut abzuschätzen. "Für den industriellen Energieeinkäufer ist der Aspekt des Risikomanagements ein wesentliches Entscheidungskriterium für die Wahl der richtigen Beschaffungsstrategie. In einem volatilen Marktumfeld kann es gerade für energieintensive Industrieunternehmen, die im internationalen Wettbewerb stehen, gravierende Folgen haben, wenn die bestehenden Beschaffungsrisiken keine Berücksichtigung finden", skizzieren diese Problematik die Springer Gabler-Autoren Philip Würfel, Tobias Kunzelmann und Mustafa Toptik in ihrem Buchkapitel Energiebeschaffung für Industrieunternehmen auf Seite 367.

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Energiebeschaffung für Industrieunternehmen

Die Liberalisierung der europäischen Energiemärkte der letzten 15 Jahre hatte weitreichende Auswirkungen auf die Energieversorgungsmärkte und folglich auf die Energiebeschaffungskonzepte von Industrieunternehmen.


Neben der Volatilität der Preise werden seitens der Konsumenten auch die kontinuierlich steigenden Abgaben für Netzentgelte und der Umlage für die Einspeisung Erneuerbarer Energien beklagt. Doch gerade letztere könnte die Strompreise in Zukunft stabilisieren.

Erneuerbare stabilisieren Strompreis

Eine aktuelle Studie des Thinktanks Agora Energiewende gemeinsam mit dem Oeko-Institut kommt genau zu diesem Schluss. In einem Ausblick auf das Jahr 2050 skizzieren die Forscher zwei fossile Stromwelten – eine kohlebasiertes und eine gasbasierte. Diese werden hinsichtlich Erzeugungsstrukturen als auch  esamtsystemkosten und CO2-Emissionen verglichen mit zwei nahezu vollständigen Erneuerbare-Energien-Stromsystemen.

Deutlich werde mit diesem Gedankenexperiment: Keine Energiewende zu machen, bedeutet nicht, keine Energiekosten mehr zu haben – sondern andere. Und die könnten deutlich höher ausfallen als ursprünglich erwartet. Die Effizienz der Erneuerbaren Energien ist also keineswegs so schlecht, wie häufig unterstellt. "Ein Stromsystem mit 95 Prozent Erneuerbaren Energien kostet 2050 unter den meisten erwartbaren Energie- und CO2-Preisentwicklungen etwa gleich viel oder sogar weniger als ein fossiles Alternativsystem", stellt die Studie fest. Und: "Ein kohlebasiertes Stromsystem ist nur dann signifikant günstiger, wenn für 2050 sehr niedrige CO2-Preise (20 Euro pro Tonne) erwartet werden, ein gasbasiertes Stromsystem dann, wenn für 2050 niedrige Gaspreise und gleichzeitig keine hohen CO2-Preise (100 Euro pro Tonne) unterstellt werden." Doch das sind denkbar unsichere Annahmen.

Gas, Kohle und Öl sind volatiler

Auch auf die Volatilität der Energiepreise, also deren mitunter unberechenbares Auf und Ab, gehen die Autoren der Studie ein. Hier sehen sie die Erneuerbaren Energien eindeutig im Vorteil, weil der Anteil der variablen und damit veränderbaren Kosten nur bei fünf Prozent liegt, während er bei den Fossilen zwischen 30 Prozent und 67 Prozent beträgt.

Doch wie sich das Stromsystem entwickelt, bleibt ungewiss. Deswegen müssen sowohl Unternehmen, Institutionen als auch Haushalte ihren Energieverbrauch kontrollieren und notfalls den Lieferanten wechseln oder auf Eigenerzeugung setzen.

"Das Energiecontrolling hat eine Schlüsselfunktion für eine kostengünstige Energiebeschaffung und für den effizienten Energieeinsatz. Es beschäftigt sich mit dem Erfassen aller energierelevanten Daten und der Aufbereitung der gewonnenen Informationen, sodass Entscheidungen getroffen werden können, deren Ziel die Senkung des Energieverbrauchs und der Energiekosten ist", bringt diese Notwendigkeit der Springer Vieweg-Autor Wolfgang Schellong in seinem Buchkapitel Energiecontrolling auf Seite 247 auf den Punkt.

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