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19.10.2016 | Energie | Im Fokus | Onlineartikel

Dank Energiemanagement den Stein ins Rollen gebracht

Autoren:
Bernd Ruess, Innocenzo Caria

Mit einem Energiemanagementsystem gemäß DIN EN ISO 50001, zertifiziert durch TÜV Rheinland, senkt die Braun-Steine GmbH kontinuierlich ihren Energieverbrauch und sichert sich so Wettbewerbsvorteile.

Mit rund 100 Mitarbeitern befasst sich der Steine-Spezialist Braun-Steine GmbH seit 1875 damit, wie sich kommunale Räume und Straßen sowie Gärten besser und schöner nutzen lassen. Das Unternehmen fertigt unter anderem Terrassenplatten, Pflastersteine, Mauersteine, Stufen, und Palisaden sowie designerorientierte Produkte aus Mineral oder Gestein.
Vieles erledigt das Braun-Steine-Team heute mit Spezialwerkzeugen wie Oberflächenfräsen oder Steinfertigern, etwa bei der Bearbeitung von Pflastersteinen. Gesteinsbrocken werden mit LKW angeliefert und mit Staplern transportiert. So wuchsen die Energiekosten zu einem beträchtlichen Posten in der Bilanz an: Vor Einführung des Energiemanagementsystems lag der Gesamtenergieverbrauch bei 2,5 Millionen Kilowattstunden im Jahr. Grund genug für die Entscheidung der Geschäftsführer Albrecht und Wilfried Braun, ein Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 einzuführen.

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Die wichtigen Aufgaben: Managementstrukturen schaffen, Energiecontrolling aufbauen Bis zur Erst-Zertifizierung durch TÜV Rheinland Ende 2015 hatte der Mittelständler eine ganze Reihe von Aufgaben zu bewältigen. Zu den wichtigsten im Energiemanagement nach DIN EN ISO 50001 zählen der Aufbau von Management-Strukturen und ein Energiecontrollingsystem. Bei dem Unternehmen bilden u.a. Geschäftsführer Wilfried Braun und der Produktionsleiter Bernd Ruess das Energiemanagement-Team, das regelmäßig einmal monatlich über Verbräuche und Ausreißer diskutiert und deren Ursachen genau analysiert, um dann entsprechende Entscheidungen zu treffen.
Die zweite Herausforderung: den Ist-Zustand der Energie-Verbräuche zu ermitteln. Im Abstand von vier Wochen ermittelt der Betrieb heute normgemäß die Verbräuche von Anlagen, Maschinen und Fahrzeugen. Auf das zentrale Energiecontrollingsystem haben alle relevanten Abteilungen Zugriff, um ihre Daten einzupflegen - eine solide Basis, um sich Ziele für den kontinuierlichen Verbesserungsprozess zu setzen. Und hier hat die Braun-Steine in den vergangenen zwölf Monaten Beachtliches erreicht: Durch gezielte Maßnahmen sank der gesamte Energieverbrauch um zehn Prozent, in einigen Bereichen sogar um bis zu zwei Drittel.

Einsparpotenziale identifizieren

Einsparpotenzial fand der umweltorientierte Betonwaren-Hersteller an mehreren Stellen:

  • Unnötige Leerläufe bei den Hydraulik-Maschinen sind beseitigt
  • Überdimensionierte Maschinen werden künftig von kleineren, verbrauchsärmeren Aggregaten angetrieben
  • Das gesamte Werksgelände und die Bürogebäude werden durch effiziente LED-Lampen beleuchtet
  • Die Druckluftversorgung erledigen heute energieeffiziente Kompressoren und Dieselstaplerfahrzeuge schalten sich in Abwesenheit des Fahrers nach zwei Minuten automatisch ab - um nur einige von vielen Maßnahmen zu nennen.

Für 2017 hat sich Braun-Steine vorgenommen, den Energieverbrauch um weitere zehn Prozent zu senken.

Jährliche Überwachungsaudits

Ob das Energiemanagement korrekt umgesetzt ist, lässt die Braun-Steine jährlich durch Auditoren von TÜV Rheinland prüfen. Der neutrale Prüfdienstleister ist seit 2011 als eine der ersten Prüforganisationen in Deutschland für die Zertifizierung nach ISO 50001 akkreditiert und hat bereits weltweit 850 Unternehmen gemäß ISO 50001 zertifiziert. Der unabhängige Prüfdienstleister verfügt über ein Pool von mehr als 170 Energie-Auditoren weltweit sowie ein umfassendes Netzwerk aus Energieeffizienz-Experten. Für das Unternehmen ist die Zertifizierung des Energiemanagementsystems durch TÜV Rheinland auch ein Gewinn. Seitdem profitiert der Betonwaren-Hersteller als produzierendes Gewerbe von der Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung (SpaEfV) in Form einer umfangreichen Rückerstattung der Strom- und Energiesteuer.  

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