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Über dieses Buch

Das Buch erörtert zuerst die besondere Natur des Glases, indem - dem Herstellungsprozeß folgend - zunächst das Verhalten von Glasschmelzen betrachtet wird, um daraus die Struktur der festen Gläser abzuleiten. Je nach chemischer Zusammensetzung ergeben sich dafür charakteristische Eigenschaften, besonders bei den nichtsilicatischen, nichtoxidischen und metallischen Gläsern. Die zweite Hälfte des Buches befaßt sich mit den Eigenschaften der Gläser, die nach Möglichkeit aus den Strukturen abgeleitet werden. Dabei wird auch auf die Meßmethoden und die Einflüsse von Zusammensetzung, Temperatur und Vorgeschichte eingegangen, wobei die neuesten Fortschritte in der Entwicklung von Gläsern mit höherer Festigkeit und besseren optischen, elektrischen und chemischen Eigenschaften behandelt werden. Neue Abschnitte sind auch der Glasoberfläche und dem Sol-Gel-Prozeß gewidmet. Das Buch ist in seiner Anlage ohne Konkurrenz im deutschen Sprachbereich. Es stellt nicht nur eine Einführung in den Werkstoff Glas für Lernende dar, sondern ist auch durch viele praktische Hinweise ein wertvolles Hilfsmittel bei der Anwendung von Glas. Sehr viele Literaturzitate ermöglichen einen schnellen Zugriff zu ausführlicheren Quellen. Die vielseitigen und oft einzigartigen Eigenschaften von Gläsern werden aus der Glasstruktur abgeleitet, die eingehend behandelt wird. Daraus ergibt sich das Verständnis für die Einflüsse von Zusammensetzung, Temperatur und Vorgeschichte. Das Buch ist nicht nur ein Lehrbuch, sondern auch ein Hilfsmittel für den praktischen Gebrauch von Glas.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung

Zusammenfassung
Im Laufe der Zeit hat der Begriff „Glas“ verschiedene Bedeutungen erhalten. So kann man darunter einen bestimmten Zustand einer Substanz (glasig), einen Werkstoff (z.B. Fensterglas) oder auch einen Gegenstand (z.B. ein Weinglas) verstehen. Es ist deshalb verständlich, daß man im Schrifttum viele Definitionen findet, die teilweise recht unterschiedlich sind. (Die in deutscher Sprache üblichen Begriffe sind in einer Norm festgelegt [1145]. Eine Hilfe bietet auch das von der Internationalen Glaskommission herausgegebene Wörterbuch [435].) Daneben spielen auch praktische Belange eine Rolle. Wissenschaftler sind schon zufrieden, wenn sie von einer Substanz nur Spuren glasig erhalten können, während Praktiker eine Substanz erst dann als glasbildend bezeichnen, wenn es gelingt, größere Mengen von ihr in glasiger Form herzustellen. Mit den sich daraus ergebenden Definitionsfragen wird daher das nächste Kapitel beginnen.
Horst Scholze

2. Natur und Struktur des Glases

Zusammenfassung
Es ist ein Ziel der Wissenschaft, aus der Zusammensetzung eines Glases auf dessen Struktur und dessen Eigenschaften zu schließen. Man hat in dieser Beziehung schon beachtliche Erfolge erzielt, die in diesem Kapitel zusammenfassend dargestellt werden sollen. Es gibt aber noch viele offene Probleme, vor allem auch deshalb, weil beim Glas noch zusätzliche Einflußgrößen zu beachten sind. Es wird daher manchmal nicht nur von der Struktur, sondern allgemeiner von der Natur des Glases gesprochen.
Horst Scholze

3. Eigenschaften des Glases

Zusammenfassung
In den folgenden Abschnitten soll versucht werden, einige Eigenschaften so zu erfassen, daß es möglich wird, die Werte in ihrer Abhängigkeit von der Zusammensetzung nicht nur zu erklären, sondern auch vorauszusagen. Voraussetzung dazu ist einmal die Kenntnis der Struktur des Glases, die im vorangegangenen Kapitel behandelt wurde. Zum anderen müssen aber auch die Vorgänge oder Erscheinungen bekannt sein, die die gerade betrachtete Eigenschaft bestimmen. Da letzteres in den einschlägigen Lehrbüchern der Physik, Chemie oder Physikalischen Chemie zu finden ist, wird hier nur kurz darauf eingegangen, wobei gleichzeitig auf die wichtigsten Meßmethoden hingewiesen wird. Einige einschlägige Werke wurden am Anfang dieses Buches genannt; ergänzend seien ein Buch von Rawson [763] über Eigenschaften und Anwendungen von Glas erwähnt sowie Werke mit gesammelten Glasdaten von Eitel u. M. [225], Morey [627], Bansal und Doremus [45] und Mazurin u. M. [600] (mehrere Bände; englische Übersetzung z.T. noch in Vorbereitung). In diesen Werken wird auch angegeben, wo man die Originalarbeiten finden kann; auf diese wird manchmal in den folgenden Abschnitten zurückgegriffen. In den Büchern von Appen [25], Matveev u. M. [590] und Gan [291] findet man zusammenfassende Darstellungen, wie anhand der Zusammensetzung einige Glaseigenschaften berechnet werden können.
Horst Scholze

Backmatter

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