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13.07.2016 | Holzbau | Im Fokus | Onlineartikel

Holz mit neuen Funktionen

Autor:
Christoph Berger
2 Min. Lesedauer

Schweizer Wissenschaftler haben neue Funktionen für Holz entwickelt – vor allem um es pflegeleichter zu machen. Und damit noch attraktiver.

Buche ist nicht witterungsfest. Zudem ist das Holz des Laubbaums anfällig für Pilz- und Insektenbefall. Das gilt sowohl für die Rot- als auch die Hainbuche. So ist es im Kapitel "Hölzer" des Springer-Fachbuchs "Handbuch für Technisches Produktdesign" beschrieben. Doch: "Der Schweizer Wald ist voll von diesem Laubbaum", sagt Tanja Zimmermann, Leiterin der Empa-Abteilung Angewandte Holzforschung. Zusammen mit Ingo Burgert, Professor für Holzbasierte Materialien an der ETH Zürich und ebenfalls Empa-Forscher, sowie ihren Teams arbeiten die Wissenschaftler daher an neuen Funktionen für das Holz, um es vor allem pflegeleichter zu machen.

Auf der Erde existieren etwa 60.000 Holzgewächse, von denen rund 10.000 in ihren Eigenschaften näher untersucht sind und etwa 300 gewerblich genutzt werden.
(Aus dem Kapitel "Hölzer" des Springer-Fachbuchs "Handbuch für Technisches Produktdesign")

Zukunftsweisende Lösungen für Holz

Sie riefen die Forschungs- und Innovationsunit "Vision Wood" ins Leben, in der zukunftsweisende Lösungen für den natürlichen Werkstoff gefunden und erprobt werden. Im April 2016 wurde die Unit in das NEST-Gebäude, ein modulares Forschungs- und Innovationsgebäude der Empa und Eawag, eingebaut. In ihm werden nun die Neuentwicklungen unter Betrieb und Verschleiß getestet. Zimmermann noch einmal zu Buchenholz: "Doch eigentlich würde es sich dank hoher Festigkeit hervorragend für tragende Konstruktionen eignen. Genau die sind für die Unit aus verklebtem Buchenbrettsperrholz gefertigt."

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Holz gehört zu den ältesten Bau- und Werkstoffen der Menschheitsgeschichte. Es wird zum einen direkt als Baugrund- oder Bauschnittholz für Gerüste, Rammpfähle (Grundbau), Träger, Stützen, Verschalungen sowie Zimmerarbeiten verwendet und zum anderen zu Holzwerkstoffen verarbeitet. 


Tests im Innen- und Außenbereich

Zum Einsatz kommt nun beispielsweise ein hydrophobes Holz. Durch ein spezielles Oberflächenverfahren wurde die Buche wasserabweisender gemacht, Wassertropfen perlen an dem Holz ab. Türen wurden mithilfe von eingelagertem Kalk feuerbeständiger gemacht und es werden Türklinken getestet, die Keime abtöten. Dazu ist desinfizierendes Jod in der Holzstruktur verankert. Außerdem gibt es eine Holzpinnwand. Im Inneren des Holzes stecken dazu Eisenoxidpartikel. Und "selbst in den Silikonabdichtungen der Unit ist der Holzbestandteil Zellulose als Verdickungsmittel enthalten", heißt es vonseiten der Entwickler.

Im Außenbereich wurde die Holzfassade mit einem Anstrichsystem behandelt, das mikrofibrillierte Zellulose als Verstärkungs- und Trägermaterial für aktive Substanzen enthält. So soll die Fassade wetter- und UV-beständiger werden. Und auf der Terrasse kommt ein neuartiges und hochfestes Bambuskomposit-Material zum Einsatz. Mit einem ökologisch erzeugten Harz wird das zu Süßgräsern zählende Holz Bambus außerdem wasserfester und witterungsbeständiger.

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Bausanierung

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