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Über dieses Buch

Der Band stellt innovative Konzepte in der Grundschullehrbildung aus den verschiedenen Bundesländern vor. Anlässe, Innovationen in der Grundschulausbildung vorzustellen und darüber Reflexionen anzuregen, gibt es viele: so zum Beispiel die strukturelle Vielfalt in der Grundschullehrerausbildung in den einzelnen Bundesländern, die unterschiedliche Gewichtung mathematischer und mathematikdidaktischer Kompetenzen im Kontext heterogener Ausbildungsbedingungen und differenzierte Konkretisierungen der Standards für die Lehrerbildung im Fach Mathematik. Im Fokus dieses Bandes stehen hochschuldidaktische Lehrkonzepte im Sinne von good “practice“. Im Einzelnen gilt es darzustellen, auszuloten und zu reflektieren zu welchen Auswirkungen die vorangegangenen Reformen der letzten zwanzig Jahre mit ihrer Neustrukturierung der Lehrerbildung samt gestufter Studienstruktur mit Bachelor- und Masterabschlüssen geführt haben. Neben landespezifischen Akzentsetzungen fokussieren sich diese Bemühungen auf eine stärkere Praxisorientierung während der Ausbildung, auf Intensivierung der Beziehungen zwischen den einzelnen Ausbildungsphasen, auf die besondere Bedeutung der sogenannten Berufseingangsphase und auf Maßnahmen zur Verbesserung der Lehrtätigkeit im Hinblick auf diagnostische und methodische Kompetenzen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Gedanken zu Kindern, Lehrpersonen, Schule, Gesellschaft und Mathematik

Ziele der mathematisch-didaktischen Bildung von zukünftigen Grundschullehrpersonen

Sowohl auf der Ebene des Bundes, als auch auf der Ebene der Länder und der Hochschulen entscheiden sich die Akteure für unterschiedliche Inhalte und Formen in der mathematikdidaktischen Lehrerbildung. Es gibt außerdem beträchtliche Unterschiede in Inhalt und Gestaltung des Mathematikunterrichts der einzelnen (Grund‑)Schulen und Universitäten. Um die Qualität und den Ertrag des Unterrichts zu garantieren, versuchen Bund und Länder mithilfe der Gesetzgebung diese Vielfalt einzuschränken. Der Autor zweifelt, ob es für ein zukünftiges Bildungssystem wünschenswert ist, diese Vielfalt einzuschränken, da es einen wachsenden Bedarf an einer pluralistischen Bildung gibt. In diesem Kapitel zeigt der Autor, wie die vielen Optionen im Mathematikunterricht und in der Lehrerbildung einen Raum bilden, in dem sich Länder, Universitäten und Schulen für zusammenhängende Inhalte und Formen entscheiden können. Diesen Raum nennt er „Zielraum“. Alle Inhalte und Formen des Mathematikunterrichts im Zielraum werden aus der Perspektive der Funktionen des Unterrichts und aus acht weiteren unterrichtsrelevanten Perspektiven betrachtet.

Joost Klep

Mathematische Perspektive auf die Grundschullehrerausbildung – Mathematische Kompetenzen von Studierenden

Frontmatter

2. Neukonzeption der Veranstaltung „Lineare Algebra“ für Studierende des Lehramts Grundschule

Mathematikveranstaltungen im Lehramt Grundschule etwa im Masterstudiengang stehen unter der besonderen Anforderung, dass sie fachlich auf den Anfängerveranstaltungen aufbauen und erkennbare Relevanz für die spätere Tätigkeit als Lehrperson haben sollten. Die Veranstaltung „Lineare Algebra“, die in der Regel als eher abstrakt und formal gilt, kann so konzipiert werden, dass vertraute Objekte wie Zahlenmauern, Rechenketten oder magische Quadrate unter Nutzung der Begriffe und Methoden der Linearen Algebra neu durchdacht werden können. Gleichzeitig bieten die Begriffe der Linearen Algebra gute Gelegenheiten, analoge Begriffe aus vorangegangenen Veranstaltungen aufzugreifen und gegenüberzustellen. Mit der inhaltlichen Neukonzeption der Veranstaltung geht eine Umstellung des Übungsbetriebs einher – weg von den eher darbietenden Methoden hin zu aktivierenden Methoden – die die Studierenden veranlassen, sich intensiver mit den Ideen anderer auseinander zu setzen.

Claudia Böttinger, Carmen Boventer

3. Zur Stochastikausbildung im Primarstufenlehramt

Der Beitrag beschäftigt sich mit einigen grundlegenden Problemen des Stochastikunterrichts in der Primarstufe. Es werden, soweit vorhanden, Module mit Inhalten aus der Stochastik an 14 ausgewählten lehrerbildenden Einrichtungen untersucht. Nach einer kritischen Betrachtung der KMK‐Bildungsstandards zur Leitidee Daten und Zufall werden Besonderheiten des Stochastikunterrichts zusammengestellt. Anschließend werden Probleme diskutiert, die mit dem Zufallsbegriff zusammenhängen, insbesondere Probleme der Begriffe Zufallsexperiment, Zufallsversuch, Zufallsgerät und Zufallsgenerator. Im letzten Kapitel werden neue Vorschläge zur Verwendung und Entwicklung des Wahrscheinlichkeitsbegriffs unterbreitet.

Hans-Dieter Sill

4. Zum Erwerb, zur Messung und zur Förderung studentischen (Fach-)Wissens in der Vorlesung „Arithmetik für die Grundschule“ – Ergebnisse aus dem KLIMAGS-Projekt

Kompetenzorientierte LehrInnovation im „MAthematikstudium für die GrundSchule“ ist zugleich Name und Ziel im Projekt KLIMAGS. Im Projekt wurden u. a. Leistungstests zur Kompetenzerfassung im Bereich der Arithmetik entwickelt und eingesetzt. Im Zusammenspiel mit ergänzenden Befragungen kann nachgezeichnet werden, mit welchen Wissensständen zur Arithmetik Studierende an die Hochschule kommen, wie sich das Fachwissen im ersten Studienjahr entwickelt, welches Lernverhalten praktiziert wird und welche Aspekte offenbar besonders lernförderlich sind. In diesem Beitrag möchten wir den in KLIMAGS eingesetzten Test vorstellen, Befunde bezüglich Lernverhalten, Lernerfolgen und ihren Bedingungen vorstellen und schließlich Schlüsse für die Hochschullehre ziehen.

Jana Kolter, Werner Blum, Peter Bender, Rolf Biehler, Jürgen Haase, Reinhard Hochmuth, Stanislaw Schukajlow

Psychologische Perspektive auf die Grundschullehrerausbildung – Diagnostische Kompetenzen von Studierenden

Frontmatter

5. FL!P Forschendes Lernen im Praxiskontext

Studien zur Entwicklung diagnostischer Kompetenzen in Veranstaltungen zum mathematischen Anfangsunterricht

Das Lehrprojekt FL!P siedelt forschendes Lernen von Lehramtsstudierenden im schulischen Alltag an: Im kooperativen Zusammenwirken von Hochschule und Schule bietet das schulische Umfeld dem selbstständigen wissenschaftlichen Arbeiten der Studierenden ein ertragreiches Forschungsfeld für diagnostische Erkundungen und profitiert gleichzeitig von den gewonnenen Ergebnissen. Neben Einblicken in die Gestaltung dieser Lehrveranstaltungen im Projekt FL!P wird im vorliegenden Beitrag auch auf die Konzeption und auf erste Befunde, hochschuldidaktisch motivierter Studien im assoziierten Forschungsprojekt diagnose:pro eingegangen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, welche Strategien Studierende in ihrer Tätigkeit des Diagnostizierens einsetzen, wie diese qualitativ differenzierbaren Facetten des Diagnostizierens in einem mathematischen Diagnosegespräch erfasst werden können und was mathematikdidaktische Diagnosestrategien auszeichnet.

Simone Reinhold

6. dortMINT – Diagnose und individuelle Förderung im Rahmen der Grundschullehrerausbildung

Das Projekt dortMINT hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Professionalisierung von Lehrkräften im Themenfeld „Diagnose und individuelle Förderung“ an der TU Dortmund in allen Bereichen des MINT‐Studiums zu verankern. Im vorliegenden Beitrag werden Einblicke gegeben, wie das dortMINT‐Konzept „Diagnose und individuelle Förderung erleben, erlernen, erproben“ in die Grundschullehrerausbildung im Fach Mathematik an der TU Dortmund implementiert wird. Dazu wird kurz die Konzeption des Projekts vorgestellt. Daraufhin wird konkret aufgezeigt, wie die Studierenden im Rahmen der Lehrveranstaltung „Arithmetik und ihre Didaktik“ Diagnose und individuelle Förderung selbst erleben.

Annabell Gutscher, Karina Höveler, Christoph Selter

(Hochschul-)didaktische Perspektive auf die Grundschullehrerausbildung – Hochschuldidaktische Konzepte

Frontmatter

7. Zum Innovationsverständnis Studierender in der Lehrerausbildung

In der Zusammenschau der Beiträge zur innovativen Gestaltung der Lehrerausbildung in den einzelnen Bundesländern fällt auf, dass die Perspektive der Studierenden bisher wenig explizit fokussiert wurde. Bei den fachlichen und fachdidaktischen Komponenten der Lehrerausbildung, die während der ersten und zweiten Lehrerausbildungsphase vorgesehen sind, liegt der Schwerpunkt der Betrachtungen nicht explizit auf der Sichtweise der Lehramtskandidatinnen und ‐kandidaten, wobei sich natürlich die anvisierten Konzepte auf diese beziehen. Mit diesem Beitrag soll die Perspektive der Studierenden auf innovative Komponenten in der Lehrerausbildung eine besondere Berücksichtigung finden.

Regina Dorothea Möller

8. Portfolioarbeit in der Grundschullehrerausbildung – „Lernraum“ zur Anbahnung eines professionellen mathematikdidaktischen und mathematischen Unterrichtshandelns

Es wird in diesem Beitrag davon ausgegangen, dass durch aktive Portfolioarbeit für die Grundschullehramtsstudierenden „Lernräume“ eröffnet werden, die ihnen einen reflektierten Umgang mit den eigenen mathematischen und mathematikdidaktischen Lernprozessen ermöglichen. Durch die Vernetzung von Reflexionsanlässen und Rückmeldungen auf unterschiedlichen Ebenen des Lernprozesses sollen angehende Grundschullehrpersonen unterstützt werden, erste Schritte auf dem Weg zur Expertin, zum Experten mathematischen Lernens in der Grundschule zu gehen. Als Ebenen des Lernprozesses sind der individuelle Wissenserwerb, die Ebene des individuellen Wissensmanagements und die Ebene der Professionalisierung zu nennen. Neben der Vorstellung der Portfolioarbeit, die im Rahmen von Seminarveranstaltungen im Hauptstudium stattfindet, wird am Beispiel von ausgewählten schriftlichen Reflexionsprodukten aus studentischen Portfolios die Reflexionskompetenz auf unterschiedlichen Reflexionsebenen rekonstruiert.

Rose Vogel

9. Reflektieren als aktivierendes Element in der Mathematiklehrerbildung

Ausgehend von einem Leitbild für die Lehrer(innen)bildung, das ein reflektiertes Handeln in den Fokus rückt, wird ein Orientierungsrahmen für ein breites Verständnis von Reflektieren präsentiert. Anschließend wird eine besondere Seminarform vorgestellt, in der Lehramtsstudierende mathematische Projekte für Schülerinnen und Schüler vorbereiten, durchführen und analysieren. Seminarbegleitend werden Reflexionsprozesse auf vielen Ebenen aktiviert und unterstützt, um das eigene Lernen im Studium zu verbessern und auf die Herausforderungen in den Spannungsfeldern des Lehrberufs vorbereitet zu sein.

Markus A. Helmerich, Eva S. Hoffart

10. Tutorenschulung als Basis für ein kompetenzorientiertes Feedback in fachmathematischen Anfängervorlesungen

Das Projekt KLIMAGS (Kompetenzorientierte LehrInnovation im MAthematikstudium für die GrundSchule) ist das zentrale Projekt der Arbeitsgruppe „Mathematik im Lehramt Grund‑, Haupt‐ und Realschule“ des Kompetenzzentrums Hochschuldidaktik Mathematik (khdm, http://www.khdm.de) an den Standorten Kassel und Paderborn. In KLIMAGS wurden für diesen Studiengang spezielle Kompetenzraster (angelehnt an die KMK‐Bildungsstandards) für die Bereiche „Arithmetik“ und „Geometrie“ entwickelt, darauf aufbauend unterschiedliche innovative Maßnahmen zur Verbesserung der Lehramtsausbildung etabliert und durch eigens entwickelte kompetenzorientierte Leistungstests evaluiert. In diesem „Best‐Practice“‐Beitrag wird die im Rahmen von KLIMAGS durchgeführte Tutorenschulung zur Veranstaltung „Arithmetik in der Grundschule“ vorgestellt und insbesondere der zweitägige Eingangsworkshop beschrieben, bei dem der Fokus auf einer Kompetenzorientierung des Feedbacks und der Betreuung im späteren Übungsbetrieb lag.

Jürgen Haase, Reinhard Hochmuth, Peter Bender, Rolf Biehler, Werner Blum, Jana Kolter, Stanislaw Schukajlow

11. Alle drei gemeinsam – Verbindung der Phasen in der Lehrerbildung

Die hier beschriebene Lehrveranstaltung wird von Studierenden, Lehrkräften im Vorbereitungsdienst sowie Lehrerinnen und Lehrer aus dem Schuldienst besucht. Sie entwerfen gemeinsam Unterrichtsszenarien mit digitalen Medien, führen diese durch und werten sie aus. Die Veranstaltung ist als Blended Learning Veranstaltung konzipiert, die teilweise in Präsenz und teilweise online betreut durchgeführt wurde. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Neue Medien Projektes „Lehr@mt“ statt, das im Bereich der Nutzung digitaler Medien die drei Phasen der Lehrerbildung verbindet. Die Erfahrungen werden in einem kritischen Rückblick dargestellt und Bedingungen für das Gelingen herausgearbeitet.

Christof Schreiber
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