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13.02.2017 | Kapitalerhöhung | Nachricht | Onlineartikel

Abbau fauler Kredite sorgt für hohen Verlust bei der Unicredit

Autor:
Barbara Bocks

 

Bei den großen Instituten spiegelt das abgelaufene Geschäftsjahr 2016 deutlich die strukturellen Probleme und die Marktlage wider, so auch bei der Unicredit-Gruppe. Direktbanken stehen dagegen glänzend da.

2016 war ein entscheidendes Jahr für die Unicredit-Gruppe. Das sagte Jean Pierre Mustier, Chief Executive Officer der Unicredit, bei der Pressekonferenz am 9. Februar. Die Bank plane, ihr pan-europäisches Geschäftsmodell weiter zu stärken, unter anderem mit einem integrierten Investmentbanking. Daher hat das Institut Anfang Februar 2017 unter anderem eine Kapitalerhöhung in Höhe von 13 Milliarden Euro gestartet. Sie ist Teil des Plans "Transform 2019", der die Bank zukunftsfähiger aufstellen soll. Unter anderem soll das Institut bis zu diesem Zeitpunkt über eine harte Kernkapitalquote von 11,15 Prozent verfügen und so eine ähnliche Kapitalstärke wie die anderen weltweit systemrelevanten Geldhäuser vorweisen. Im Rahmen des Plans sollen außerdem insgesamt 14.000 Stellen eingespart werden.

Großbanken müssen Milliardenverluste verkraften

"Im Tagesgeschäft haben wir uns 2016 wacker geschlagen", meint Mustier. Eigentlich hatte das Institut 2016 einen Netto-Gewinn in Höhe von 1,3 Milliarden Euro erwirtschaftet. 2015 war dieser mit 1,694 Milliarden Euro nur leicht höher. Doch unter anderem Wertberichtigungen in Höhe von 8,1 Milliarden Euro, hauptsächlich für faule Kredite aus Italien, und 1,7 Milliarden Euro Belastungen durch Integrationskosten der Gruppe bescherten der Unicredit 2016 einen Verlust in Höhe von 11,8 Milliarden Euro. Auch die Deutsche Bank hat im Geschäftsjahr 2016 einen Verlust eingefahren. Dieser lag zwar nur bei 0,8 Milliarden Euro, nach einem Rekordverlust von 6,8 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Aber die Erträge sanken laut Angaben des Instituts um zehn Prozent auf 30 Milliarden Euro. Auch die Commerzbank hatte 2016 ein schlechteres Jahr im Vergleich zum Vorjahr. Das Konzernergebnis sank im abgelaufenen Geschäftsjahr von über einer Milliarde Euro auf 279 Millionen Euro.

Direktbanken im Aufwind

Anders sieht es bei den Online-Banken aus. Sie profitieren unter anderem vom hohen Kundenzuwachs bei Girokonten und Wertpapierdepots, nicht zuletzt aufgrund günstigerer Konditionen. Die ING-Diba erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr mit einem Gewinn vor Steuern von 1,2 Milliarden Euro 2016 zum vierten Mal in Folge das erfolgreichste Geschäftsjahr bisher, und realisierte ein Plus von 120 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. Auch der kleinere Konkurrent aus Hamburg, die Comdirect Gruppe, hat im Geschäftsjahr 2016 nochmals zugelegt und erzielte ein Vorsteuerergebnis in Höhe von 120,7 Millionen Euro. Damit hat sie den Vorjahreswert um knapp 30 Millionen Euro erhöht.

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