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01.03.2022 | Limousinen | Fahrbericht + Test | Online-Artikel

Luxus- und Technik-Flaggschiff Mercedes-Benz S-Klasse im Test

verfasst von: Sven Eisenkrämer

5 Min. Lesedauer
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Die S-Klasse steht für modernste Technologie und Luxus auf der Straße. Was vor allem technisch in der jüngsten Generation W 223 von Mercedes-Benz beim Fahrer und Mitfahrer ankommt, hat springerprofessional.de im S500 getestet.

Mercedes-Benz hat nicht nur das Luxussegment der Automobile über Jahrzehnte mit geprägt, sondern war immer auch wieder Vorreiter beim ersten Einsatz neuester Technologien in Fahrzeugen. Auch die jüngste Generation der S-Klasse, die Baureihe W 223 (bzw. V 223 mit langem Radstand), hat wieder viele Neuerungen mit im Gepäck, sowohl versteckt in der Karosserieentwicklung, der E/E-Architektur oder unter der Motorhaube, als auch sichtbar oder direkt erlebbar bei den Assistenzsystemen, Lichtprojektionen oder beim Fahrwerk. springerprofessional.de hat den Mercedes-Benz S500 in der Lang-Version gefahren und hat die Innovationen im Alltag ausprobiert. Ein Testbericht mit den Schwerpunkten Gesamtfahrzeug, Motor + Antrieb sowie Elektronik + Connectivity. 

Details zur Entwicklung des Mercedes-Benz W 223 und den verschiedenen technischen Innovationen lesen Sie auch im Sonderheft ATZextra – "Die neue S-Klasse": 

Empfehlung der Redaktion

01.12.2020 | Supplement

ATZextra - Die neue S-Klasse von Mercedes-Benz

In diesem ATZextra ist wird die neue S-Klasse W 223 und ihre Entwicklung im Detail vorgestellt. In 25 Beiträgen werden die technischen und Produktspezifischen Neuheiten und der Weg dorthin behandelt. Unter anderem geht es neben der erfolgreichen Steuerung des Projekts S-Klasse bei Mercedes-Benz auch um die neue Generation der Leichtbaukarosserie und die Karosseriearchitektur, um die User Experience in der S-Klasse, um die STAR3 E/E-Architektur, Lichtprojektionen und Fahrerassistenzsysteme und Integrale Sicherheit, Innovationen gegen Emissionen und Effizienz sowie um die Factory 56, der neuen Montagehalle für die nachhaltige Produktion. Lesen Sie die Beiträge aus diesem Sonderheft in der digitalen Fachbibliothek von Springer Professional!

Gesamtfahrzeug

Optisch gelingt dem V 223 der Spagat zwischen Sportlichkeit mit einer gewissen Aggressivität und edel-luxuriösem Auftritt. Nun könnte man es als Spielerei abtun, wenn ein OEM eine Lichtprojektion auf die Fahrbahn marketinggerecht verkauft. Aber dieses Feature des aufpreispflichtigen Digital Light ist in der Nacht in unserem Test tatsächlich mehrfach ein echter Sicherheitsgewinn, wenn beispielsweise Personen am Fahrbahnrand dem Fahrer über Lichtpunkte früher kenntlich gemacht werden. Wie weit aktive Sicherheit und integrale Sicherheit in der S-Klasse gedacht wurden, lesen Sie im ATZextra. 

Die Hinterachslenkung mit einem Lenkwinkel von bis zu 10° egalisiert derweil den übergroßen Radstrand der Lang-Version. Das vollaktive E-Active Body Control-Fahrwerk auf 48-Volt-Basis analysiert etwa tausendmal pro Sekunde Fahrsituation und Fahrbahn. In Verbindung mit dem 4-Motion-Allradantrieb wird das mehr als 2 t schwere Gefährt zum agilen Freudenbereiter für den Fahrer – auch dank der dynamischen Sitzwangen, die den Zentrifugalkräften entgegenarbeiten. Damit macht Querbeschleunigen selbst in einem so großen Fahrzeug richtig Spaß. Und so ist unser Favoritenplatz bei all dem Luxus mit Liegefunktionen im großen Fond doch der Pilotensitz. 

Motor + Antrieb

Der S500 kommt mit einem 48-Volt-elektrifizierten Otto-Reihensechszylinder (M 256) daher. Leider erst im Achtzylinder (M 176, S580/Maybach S580) kommt die neue Konfiguration des Mild-Hybrids zum Einsatz, bei der der Startergenerator auf Getriebeseite verabaut ist. Im S500 sorgt der bekannte integrierte Startergenerator, EQ Boost, genannt, kurzfristig für 250 Nm mehr Drehmoment und 16 kW mehr Leistung - zusätzlich zu den 320 kW / 520 Nm, die der M 256 maximal generiert. Das sorgt für mehr als ausreichende Längsbeschleunigung der Luxuskarosse: In realistisch weniger als fünf Sekunden sind die 2 Tonnen aus dem Stand auf 100 km/h beschleunigt. Die Plug-In-Hybrid-Varianten mit dem Hybridgetriebe konnten wir noch nicht testen. 

Elektronik + Connectivity

Im Hintergrund aller modernen Funktionalität steckt immer eine bedeutsame E/E-Architektur. Die Herausforderungen der Entwicklung der neuen Standard Architektur 3 (Star 3) rund um hohe Bandbreite und Skalierbarkeit für die Funktionen vor allem in der Telematik, Fahrerassistenz sowie der Car-IT-Securitry und Over-the-air-Updates beschreiben Dietmar Scheer, Oliver Glodd, Hartmut Günther, Yves Duhr, Achim Schmid im zugehörigen Beitrag des ATZextra zur S-Klasse.

Für Fahrer und Passagiere der Limousine bietet das weiterentwickelte User-Interface MBUX das zentrale Instrument zu nahezu jeder Interaktion mit dem Fahrzeug. Manuelle Knöpfe, Taster und Hebel muss man schon suchen. Fast alles lässt sich über das System mit dem riesigen Touch-Display steuern - oder eben über Spracheingabe. Vor allem beim Erkennen natürlicher Sprache ist das neueste MBUX der Konkurrenz noch weit voraus - die Sprachbedienung funktioniert in unserem S-Klasse-Test so gut wie in keinem anderen Fahrzeug, das wir je gefahren sind. Wichtig zu wissen: Das System ist lernfähig und passt sich auch dem Verhalten des Nutzers an. Da konnten wir im kurzen Testzeitraum jedoch verständlicherweise nicht wirklich erleben. Das Bedienkonzept des fast 12,8 Zoll großen Hochformat-OLED-Displays (optional) ist intuitiv gestaltet. Eine moderne App ("Mercedes me") erlaubt in vielen Funktionen eine sinnvolle und gut bedienbare mobile Konfiguration vom Smartphone aus. Auch dabei bietet Mercedes-Benz eins der besten Systeme auf dem Markt. Hilfreich ist zudem die optionale Augmented Reality in der Navigation und im Head-up-Display, die eingeblendet genau die Stellen zeigt, an denen beispielsweise abgebogen werden soll. Vorbeifahren an der richtigen Einmündung ist damit Geschichte.

Fazit

Pro: 

  • Höchster Komfort auch dank vieler Optionen (wie Enegizing-Paket und Wachsamkeitstrainings während der Fahrt).  
  • Ansprechende Agilität über die Fahrwerk- und Antriebssysteme.
  • MBUX bietet bestes User-Interface auf dem Automobilmarkt.

Contra:

  • Die Bedienung der Sitzverstellung auf der Beifahrerseite im Fond (Liegeposition) ist nicht selbsterklärend. Die haptischen Knöpfe sind inkonsequent in der Benutzung. 

Weitere Negativ-Punkte konnten wir nicht feststellen. 

Preis: 

Der S500 startet aktuell bei etwas über 123.000 Euro, die Langversion kostet etwa 3.000 Euro mehr zum Start. Mit diversen Technik- und Komfort-Zusatzausstattungen sind 180.000 Euro schnell erreicht und mehr geht auch noch. 

Mercedes-Benz S500 L 4Matic (V 223)

Maße (L x B* x H, mm)

5.289 x 2.110 x 1.503

Radstand (mm)

3.216

Leergewicht EU (kg)

2.065

zul. Gesamtgewicht (kg)

2.820

Luftwiderstandsbeiwert (cW)

N.N.

Motortyp/-lage

R6 Ottomotor, Front

Motorbaureihe

M 256 E 30 DEH LA G

Hubraum (cm3)

2.999

Aufladung

Abgasturbolader + elektrischer Verdichter

Kraftstoff

Super / E10

max. Leistung (kW)

320 (+16)

max. Drehmoment (Nm)

520 (+250)

Getriebe

9-Stufen-Automatik

Achsantrieb

Allradantrieb

Beschleunigung (0-100 km/h, s)

4,9

Höchstgeschwindigkeit (km/h)**

250

Batteriekapazität (kWh Netto)

k.A.

elektrische Reichweite**

-

Kraftstoffverbrauch (Ø l/100 km)**

10,2

Stromverbrauch (Ø kWh/100 km)**

-

*) mit Außenspiegel; **) im Test

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