Skip to main content
main-content

20.01.2014 | Media Relations | Im Fokus | Onlineartikel

Warum Aldi endlich das Schweigen bricht

Autor:
Andrea Amerland

Jahrzehntelang haben sich Journalisten an Aldi die Zähne ausgebissen. Doch jetzt baut Aldi Nord eine PR-Abteilung auf. Woher die späte Erkenntnis? Ein Kommentar.

Der Essener Discounter teilte mit, dass er "das Thema Unternehmenskommunikation stärker im eigenen Haus“ verantworten möchte. Als Pressesprecherin hat Aldi Nord die frühere Real-Sprecherin Serra Esatoglu, 29, auserkoren, um eine Kommunikations-Abteilung aufzubauen. Das berichtet das "PR-Magazin". Esatoglu ist somit Aldi-Nord-Geschäftsführer Rolf Buyle und Rainer Kämpgen unterstellt.

So mancher Journalist reibt sich bei diesem Richtungswechsel vielleicht verwundert die Augen. Zeichnet sich da etwa ein Wandel in der Unternehmenskultur ab? Aldi Nord fügt sich zunächst einmal nur in ein notwendiges Übel. Nachdem die Negativ-Schlagzeilen über Arbeitsbedingungen und Druck auf die Zulieferer beim Discounter-Riesen einfach nicht abreißen wollen, tut Professionalisierung einfach not.

Ohne Öffentlichkeitsarbeit bilden sich negative Mythen

"Manche solcher Recherchen beruhen auf nicht zu akzeptierenden Einzelfällen schlechter Personalführung, viele Meinungen besonders zu betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen sind Spekulationen aus Unkenntnis. Spekulationen werden aber auch begünstigt durch den anhaltenden Verzicht auf Öffentlichkeitsarbeit“, analysiert Hans-Christian Riekhof in dem Beitrag "Das System ALDI – Ein Muster erfolgreicher Unternehmensführung“ das Problem (Seite 412 f.). Auch wenn Aldi Umfragen zufolge bei Kunden nach wie vor hoch im Kurs steht, laufe der Discounter Gefahr, den Wettbewerbsvorteil seiner einzigartigen Unternehmenskultur zu verlieren, nämlich den, alles möglichst einfach zu halten.

Konkurrenten wie Lidl, Real, Edeka oder Rewe sind Aldi dicht auf dem Fersen und auch die Medien haben sich auf die Discounterkette eingeschossen, von den Kundenstimmen im Social Web ganz zu schweigen. Da muss es Aldi Nord nun einfach Aldi Süd gleichtun - die Schwester hatte bereits Mitte 2007 eine PR-Stelle eingerichtet – um langfristig erfolgreich zu bleiben. Denn Aldis Keep-it-Simple-Prinzip lässt sich nicht auf alle Unternehmensbereiche übertragen.

Die Autorin:

Andrea Amerland verantwortet seit März 2012 als Portalmanagerin den Bereich PR & Medien auf "Springer für Professionals" und ist Chefin vom Dienst für das Portal. Zuvor war sie als Online-Redakteurin bei SWR.de und ARD.de sowie in der Unternehmenskommunikation tätig.

Profile im Web:

Blog:http://textknowhow.wordpress.com/
Google+:google.com/+AndreaAmerland
Twitter:https://twitter.com/amerlanda + https://twitter.com/GablerMarketing

Lesen Sie auch:

Aldi und Lidl haben die loyalsten Kunden
Eine Kommunikationsabteilung für alles

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

BranchenIndex Online

Die B2B-Firmensuche für Industrie und Wirtschaft: Kostenfrei in Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren.

Whitepaper

- ANZEIGE -

Entwicklung einer Supply-Strategie bei der Atotech Deutschland GmbH am Standort Feucht

Die Fallstudie zur Entwicklung der Supply-Strategie bei Atotech Deutschland GmbH beschreibt den klassischen Weg der Strategieentwicklung von der 15M-Reifegradanalyse über die Formulierung und Implementierung der Supply-Rahmenstrategie. Im Mittelpunkt der Betrachtung steht die Ableitung und Umsetzung der strategischen Stoßrichtungen sowie die Vorstellung der Fortschreibung dieser Strategie. Lesen Sie in diesem Whitepaper, wie die Supply-Strategie dynamisch an die veränderten strategischen Anforderungen des Unternehmens angepasst wurde. Jetzt gratis downloaden!

Bildnachweise