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23.04.2013 | Media Relations | Im Fokus | Onlineartikel

Warum Pressemitteilungen nicht totzukriegen sind

Autor:
Andrea Amerland
2:30 Min. Lesedauer

Social Media Newsrooms und Presseportale: Hat die herkömmliche Pressemitteilung ausgedient? Das fragte Springer für Professionals Robert Deg zur fünften Auflage seines Buches "Basiswissen Public Relations".

Ihr Buch "Basiswissen Public Relations“ ist inzwischen in der 5. Auflage erschienen. Was hat seit der Erstauflage des Buches im Jahr 2005 die Öffentlichkeitsarbeit am meisten verändert?

Der Einzug von Social Media in die PR-Welt gehört bestimmt dazu. Als die erste Auflage 2005 erschien, war Social Media, wenn überhaupt, eine Randsportart. Die heutigen digitalen Möglichkeiten eröffnen, zumindest scheinbar, wunderbare neue Kommunikationskanäle. Ob man allerdings allen vollmundingen Verheißungen der Social-Media-Jünger ungeprüft sein Vertrauen schenken darf, bezweifle ich.

Wie bewerten Sie diese Entwicklung, dass Social Media Einzug in die PR gehalten hat?

Kommunikation muss sich Entwicklungen anpassen. Es wäre unklug, das Nutzerverhalten der Zielgruppe außer Acht zu lassen. Selbstverständlich gibt es Unternehmen, Produkte, Themen und Kampagnen, die mit Social Media Unterstützung in der öffentlichen Wahrnehmung platziert werden können und hervorragend funktionieren. Aber es gibt auch Bereiche, bei denen Social Media keine nennenswerte Effekte jenseits des Internets erzielt oder sogar schädlich ist, weil etwa ein Shitstorm ausgelöst wird und dadurch sogar das Image beschädigt werden kann. Es gibt eine Reihe von Beispielen, bei denen gutgemeinte Social-Media-Kampagnen bemerkenswerte Bauchklatscher hingelegt haben. Die Branche scheint sich aber immer weiter zu professionalisieren. Generell sollte man sich darüber im Klaren sein, dass, wenn man in Social Media einsteigt, es richtig angehen sollte, d.h. ein in sich schlüssiges Konzept sollte auf dem Tisch liegen, finanzielle und personelle Ressourcen bereit stehen sowie die laufende Betreuung gewährleistet sein. Mal eben nebenbei eine Firmenseite bei Facebook oder Xing einstellen und dann erwarten, dass sich Bekanntheit wie ein Virus ausbreitet, wird vermutlich nicht die darin gesetzten Erwartungen erfüllen.

Glauben Sie, dass die Online-Kommunikation via Social Media Newsrooms und Sozialer Netzwerke in absehbarer Zeit die klassische Pressemitteilung an ausgewählte Presseverteiler ablösen wird?

Nein, das eine wird das andere nicht ablösen, der Presseverteiler wird lediglich größer. Eine Reihe von Studien haben in letzter Zeit die Stellung der so genannten klassischen Medien als Informations- und Meinungsführer bestätigt, und das obwohl die Leserzahlen der gedruckten Ausgaben seit Jahren nach unten gehen. Wenn man sich die Webpräsenzen von Zeitungen und Magazinen ansieht, haben sie es im Großen und Ganzen geschafft, ihre Leser im Internet abzuholen. In den Weiten des Internets orientieren sich die Nutzer an den Seiten, die sie für vertrauenswürdig halten und bei denen es sich lohnt, sie immer wieder aufzurufen. Der Erfolg der druckmedien-gestützten Internetauftritte hat natürlich damit zu tun, dass sowohl technisch als auch inhaltlich Redaktionen dahinter stehen, die die Seiten aktuell halten und Informationen journalistisch aufbereitet anbieten. Gleichzeitig glaube ich aber, dass man die Chance nicht ungenutzt lassen sollte, gezielt Soziale Netzwerke, Newsrooms, Foren, Blogger usw. zusätzlich anzusprechen. Allerdings geht die Ansprache dort in der Regel über das schlichte Verkünden von Pressetexten hinaus und hat einen dialogorientierten Anteil, der sauber abgearbeitet werden will.

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Vorüberlegungen

Quelle:
Basiswissen Public Relations
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