Skip to main content
main-content

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung

Auszug
Der Arbeitsmarkt zeigt sich als ein Bereich, in dem sich eine unübersehbare systematische Benachteiligung von Frauen bis heute gehalten hat. Ein Blick in Statistiken zur Erwerbsbeteiligung genügt, um bei insgesamt ansteigender Erwerbsarbeitsbeteiligung einen nach wie vor geschlechtsspezifisch segmentierten Arbeitsmarkt festzustellen. Frauen arbeiten überwiegend in schlechter bezahlten Berufen mit geringen Aufstiegsmöglichkeiten und bleiben auf unteren Stufen von betrieblichen und institutionellen Hierarchien (vgl. stellv. Gender-Datenreport 2005; Bundesregierung: Zweite Bilanz Chancengleichheit 2006). Diese strukturelle Benachteiligung stellt den gesellschaftlichen Hintergrund für die seit Ende der 90er Jahre sich verbreitende Maßnahme ?Mentoring’ als Karriereförderung für Frauen dar, unter der eine berufliche und persönliche Förderung einer/s jüngeren Mentee durch eine/n ältere/n und erfahrene/n Mentor/in mit dem Ziel der Karriereförderung des/der Mentee verstanden wird.

2. Mentoring als Instrument der Karriereförderung für Frauen

Auszug
Frauen in Führungspositionen sind in Deutschland nach wie vor eine Seltenheit. Obwohl die Gleichstellung von Frauen und Männern weitgehend rechtlich verankert ist, bestehen diskriminierende Strukturen des Arbeitsmarktes und der Einstellungspolitik fort. Trotz hoher beruflicher Qualifikation und der quantitativ gestiegenen Erwerbsbeteiligung von Frauen sind die Positionen mit hohem Einkommen und Prestige in der Regel verwehrt (vgl. stellv. Gender-Datenreport 2005; Bundesregierung: Zweite Blianz Chancengleichheit 2006).

3. Theoretische Perspektiven auf berufliche Integrations- und Ausgrenzungsmechanismen

Auszug
Während im vorherigen Kapitel die konzeptionellen Annäherungspunkte zwischen personalpolitischen und gleichstellungspolitischen Interessen rekonstruiert und die aus Geschlechterforschungsperspektive mit ihnen verbundenen Hoffnungen und Befürchtungen diskutiert wurden, soll im folgenden Kapitel eine eher theoretische Sensibilisierung für das Phänomen Mentoring vorgenommen werden.

4. Methodologischer Zugang und methodisches Vorgehen

Auszug
Der Studie liegt ein Interesse für die Erzählungen und Deutungen der feldspezifischen Praxis in Mentoringprozessen zugrunde, um Spielregeln der beruflichen Felder der Mentees und Lernprozesse im Mentoringsetting rekonstruieren zu können. Dafür werden die Deutungen über die Praxis des sozialen Feldes, die Verortung der Frauen in dieser und die konkrete Mentoringpraxis als relevant erachtet. Mentoring könnte sich als ein Kontext für Mentees und Mentor(inn)en herausstellen, in dem (implizite und explizite) feldspezifische Spielregeln über Integrations- und Exklusionsmechanismen mittels Reflexionen erfahrbar werden. Darüber könnten Bewusstwerdungs- und soziale Lernprozesse angestoßen werden, die die Spielregeln selbst bzw. den Umgang mit ihnen verändern. Sie sind empirisch nur über die Rekonstruktion der Subjektperspektive zugänglich, die deshalb den Ausgangspunkt der eigenen Studie darstellt und ein qualitativempirisches Forschungsdesign verlangt.

5. Mentoring im Kontext beruflicher Felder: Deutungen eines Programms

Auszug
Die theoretischen Überlegungen der vorausgegangenen Kapitel legen nahe, dass die Deutung des Mentoringprogramms in Zusammenhang mit der erlebten (vergeschlechtlichten) Struktur des beruflichen Umfeldes sowie den habituellen Mustern der Teilnehmer/innen steht. Vor diesem Hintergrund richten sich die nun folgenden empirischen Auswertungen auf die rekonstruierbaren Spielregeln über berufliche Aufstiege im jeweiligen beruflichen Feld, auf die rekonstruierbaren Selbstverortungen und Karriereambitionen der Teilnehmer/innen und die damit in Zusammenhang stehende Perspektive auf das Mentoringprogramm.

6. Mentoring als Lernarrangement: Die Gestaltung eines Programms

Auszug
In diesem zweiten empirischen Teil der Arbeit werden die Lernarrangements und Lernprozesse im Mentoringprozess und für sie förderliche und hinderliche Bedingungen untersucht — ebenfalls unter besonderer Berücksichtigung der Feldlogiken der Berufsfelder, in denen die Mentees tätig sind. Es wird den Fragen nachgegangen, was und wie im Mentoringsetting gelernt wird, und ob sich die Mentoringbeziehung als eine Beziehung herausstellen wird, in der karriererelevantes Wissen über Aufstiegs- und Ausschlussmechanismen gewonnen wird. Ferner, ob die Lernprozesse den Befürchtungen von Kritiker/innen entsprechend dazu beitragen, die vergeschlechtlichte Feldlogiken und damit herrschende Geschlechterverhältnisse zu reproduzieren oder sogar ihre Wirkungsmechanismen zu verschleiern. Stellt sich Mentoring also als ein Ort der „stillen Pädagogik“ (Bourdieu 1987a, 128) heraus? Oder zeigt sich Mentoring gerade umgekehrt als ein Kontext, an dem Aufstiegsbedingungen reflektiert und expliziert werden (können), und nicht nur auf individueller Ebene karriereförderliche Effekte bewirken (können), sondern auch Veränderungen der Bedingungen selbst im Sinne gleichstellungspolitisch motivierter Hoffnungsträger/innen vorbereiten oder anregen (können)?

7. Mentoring im Spannungsfeld von Frauenförderung und Personalentwicklung

Auszug
In dem letzten Kapitel geht es darum, in Bezug auf das Erkenntnisinteresse der Arbeit die Ergebnisse der empirischen Analysen zu theoretischen Aussagen im Sinne einer gegenstandsbezogenen Theorie (vgl. 4.1) zu verdichten. Dazu soll zunächst noch einmal (rückblickend) ein überblick über die Anlage der Untersuchung gegeben werden.

Backmatter

Weitere Informationen

Premium Partner

    Bildnachweise