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Über dieses Buch

Dialoge mit Unternehmen, die Ausübung der Stimmrechte oder das Einbringen von Resolutionen auf Aktionärsversammlungen sind Möglichkeiten für Investoren, Fortschritte im Sinne von Nachhaltigkeit anzustoßen, zu unterstützen oder sogar zu bewirken. Engagement lautet der Oberbegriff für diese verschiedenen Instrumente, die vielfach eingesetzt wurden und werden, mit Blick auf die ökologischen und sozialen Herausforderungen unserer Zeit jedoch noch viel ungenutztes Potenzial bergen. Das vorliegende Buch nähert sich dem Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln: Zunächst wird Engagement aus wissenschaftlichen Perspektiven heraus beleuchtet, um dann die Anlagestrategie historisch wie auch konzeptionell und strategisch zu betrachten. Spezialisierte Organisationen kommen mit ihren Zugängen und Aktivitäten zu Wort und Praxisbeispiele aus Bereichen wie Existenzlohn und Klimawandel werden angeführt. Perspektivische Überlegungen zu Wandel, Wirkung und gelingenden Dialogen schließen den Sammelband ab.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einleitung

Zusammenfassung
„In diesem Herausgeberwerk dreht sich alles um einen Spezialbereich des ethisch-nachhaltigen Investments: um die Anlagestrategie Engagement. Es beleuchtet auf einer grundlegenderen Ebene die Frage, inwiefern Engagement in der Lage ist, Veränderungen bei Unternehmen oder anderen Investitionsobjekten und damit auch mittelbar in Wirtschaft und Gesellschaft zu unterstützen. Auf der Suche nach einer Antwort diskutieren 20 Beiträge das Thema jeweils aus unterschiedlicher Perspektive, etwa in geografischer, thematischer, ideeller, wissenschaftlicher, institutioneller oder methodischer Hinsicht. Es geht darum, die Vielfalt und den Facettenreichtum dieser Anlagestrategie mit seinen unterschiedlichen Instrumentarien und den damit verbundenen Möglichkeiten sichtbar zu machen.“
Gesa Vögele

Engagement in Theorie und Praxis

Frontmatter

Engagement und active ownership aus rechtlicher Sicht

Zusammenfassung
Einer effektiven und effizienten Transformation der deutschen Wirtschaft zu einer nachhaltigeren Ausrichtung stehen das deutsche Aktienrecht, aber auch das Zivilprozessrecht (KapMuG) zur Durchsetzung von kollektiven Minderheitenrechten wie auch eine verbreitete faktische Leistungsverweigerung von institutionellen Anlegern und Vermögensverwaltern im Wege.
Die Änderungen durch das ARUG II, insbesondere in Form von faktischem soft law (Transparenzerhöhung als comply or explain Pflicht) werden absehbar (kurzfristig) keinen relevanten Effekt haben.
Durch diese Umstände wird eine maßgebliche Einflussnahme der Eigentümer auf die Geschäftspolitik der Unternehmen und damit auch die Umsetzung ihrer Wertvorstellungen verhindert. Da dieser Transformationsmechanismus limitiert ist und vom Gesetzgeber nicht verändert werden will, wird er staatlicherseits durch Regulierung der Realwirtschaft begleitet, die bei Verstärkung der Eigentumsrechte/Aktionärsrechte (materiell- und prozessrechtlich) unnötig wäre.
Aus dem Blickwinkel der better regulation ist das Ergebnis in Deutschland die schlechteste beider Welten: eine unnötige bürokratische Regulierung der Realwirtschaft sowie eine unnötige bürokratische Regulierung der Finanzwirtschaft durch nationale wie EU-Vorgaben, wobei die Finanzwirtschaft diesen Vorgaben nur unzureichend genügen kann, weil ihr dazu die notwendigen Instrumente nicht in die Hand gegeben wird.
Andreas Zubrod

Engagement: Eine theologisch-ethische Perspektive

Zusammenfassung
„Wer Geld anlegt, betritt den Raum der Moral“ (CRIC e.V. 2014). Ausgehend von dieser zentralen Aussage der CRIC-Definition verantwortlich Investierender, wird der spezifische Beitrag einer theologisch-ethischen Perspektive für eine am Prinzip der Nachhaltigkeit ausgerichtete Transformation unserer Lebens- und Wirtschaftsweisen für das Anlageinstrument Engagement aufgezeigt. Neben Ausführungen zu einem theologisch-ethischen Sinn- und Wertehorizont und daraus abgeleiteter Leitlinien für unser Handeln, wird der Umgang mit Interessenskonflikten ethisch reflektiert. Über Konfliktfelder, die sich bei der Vorbereitung und Durchführung von Engagement ergeben und einen verantwortlichen Umgang mit diesen, wird ein Praxisbezug hergestellt – nicht nur für christlich orientierte Anleger und kirchliche Investoren.
Claudia Döpfner

Engagement aus wirtschaftsethischer Perspektive

Zusammenfassung
Wirtschaftsethik beschäftigt sich – insbesondere als Unternehmensethik – mit der Frage der sozialen und ökologischen Verantwortung von Unternehmen. Das verbindet die Wirtschaftsethik mit Engagement: Denn mittels Engagement versuchen Investierende auf Unternehmen einzuwirken, damit diese ihrer Verantwortung gerecht werden. In diesem Beitrag geht es deshalb darum, Engagement-Aktivitäten aus der Perspektive der Wirtschaftsethik zu reflektieren und daraus Erkenntnisse für Engagement-Prozesse zu generieren. Im ersten Teil des Beitrags werden der Begriff und die Zielsetzung der Wirtschaftsethik erläutert. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der angewandten (Wirtschafts-)Ethik und deren methodischen Herangehensweise (ethischer Dreischritt und systembezogene Differenzierung in Makro-, Meso- und Mikroebene). Dabei wird die zentrale wirtschaftsethische Herausforderung für Unternehmen formuliert: Sie sind einerseits moralfähig und somit als Moral-Subjekte für ihre Tun verantwortlich. Andererseits ist ihr Profitstreben nicht per se unmoralisch – das wird es erst, wenn wichtige gesellschaftliche, soziale oder ökologische Güter verletzt oder zerstört werden. Es geht demnach darum, unterschiedliche Güter miteinander abzuwägen und moralisch tragfähige Lösungen zu ermitteln. Der zweite Teil des Beitrags grenzt Engagement als Voice-Strategie gegenüber den Choice-Strategien der nachhaltigen Geldanlage ab und überträgt Erkenntnisse und Beobachtungen der angewandten Wirtschaftsethik auf Engagement-Prozesse. Unter anderem wird der ethische Dreischritt als methodische Stütze für Engagement-Prozesse diskutiert oder der diskursive Charakter von Engagement betont, der dazu beitragen kann, Orientierungswissen für Unternehmen zu generieren und einen Kulturwandel hin zu nachhaltigeren Wirtschaftsweisen zu unterstützen. Insgesamt kann mit dem Beitrag aufgezeigt werden, dass die in der Wirtschaftsethik gewonnenen Erkenntnisse und Methoden dazu beitragen können, Engagement-Aktivitäten zu verbessern.
Klaus Gabriel

Über ökonomistisches, konventionelles und supererogatorisches Engagement. Eine investmentethische Betrachtung

Zusammenfassung
Der Beitrag behandelt aktienbasiertes Nachhaltigkeits-Engagement aus investmentethischer Perspektive. Anhand idealtypischer Investorenprofile wird untersucht, mit welchen finanziellen und ethisch orientierten Absichten Investoren Engagement betreiben und welches Nachhaltigkeitskonzept dabei jeweils zugrunde liegt. Abhängig von den Investorenmotiven werden ein rein finanziell orientiertes (ökonomistisches), ein bedingt ideell orientiertes (konventionelles) sowie ein primär ideell orientiertes (supererogatorisches) Engagement unterschieden. Es wird argumentiert, dass Engagement zwar moralisch wünschenswert, aber keine moralische Pflicht für Investoren ist. Weiterhin wird diskutiert, welche Engagement-Ansprüche Investoren gerechtfertigterweise an Unternehmen stellen können und welche nicht. Schließlich werden methodologische und epistemologische Probleme bei der Messbarkeit von Engagement induzierten Wirkungen analysiert und wirkungsvollere Alternativen zum Engagement vorgestellt.
Kevin Schaefers

Engagement: Geschichte und Marktentwicklung

Zusammenfassung
Dieser Beitrag befasst sich mit der Geschichte des Engagement und seiner Entwicklung bis heute. Zunächst zeichnet er nach, wann und wie zu der Frage, wie Geld im Einklang mit Wertvorstellungen investiert werden kann, auch diejenige nach der – im Engagement angelegten – Wirkungsorientierung hinzukam. Den Ausgangspunkt bilden zwar die USA ab den späten 1960er-Jahren, jedoch sind auch in Europa in den 1980er-Jahren einige Aktionärs-Initiativen entstanden.
Zu Engagement gibt es teils bereits ab den 1990er-Jahren, in der Breite aber erst ab Mitte der 2000er-Jahre statistische Daten, die zeigen, wie sich diese Anlagestrategie vor allem quantitativ entwickelt hat. Dieses Zahlenmaterial erlaubt zunächst in erster Linie Darstellungen zu den USA und Europa. Aber auch zu anderen Regionen gibt es zunehmend Daten, sodass es möglich geworden ist, die Nutzung und Entwicklung von Engagement weltweit zu vergleichen.
Aufschlussreich für die Entwicklung des Engagement ist zudem ein Blick auf Investoreninitiativen. Auch Dienstleister, die sich parallel zur Verbreitung des Engagement entweder gegründet oder ihr Geschäftsfeld entsprechend erweitert haben, gehören zur Geschichte des Engagement. Ein anhand von ausgewählten Beispielen skizzierter Marktüberblick schließt daher den Beitrag ab.
Gesa Vögele

Engagement im Rahmen des verantwortlichen Investierens von Union Investment

Zusammenfassung
Engagement ist für Union Investment ein wichtiger Baustein innerhalb der aktiven Eigentümerschaft als Investor. Vorrangiges Ziel ist es, aktiv Einfluss auf Unternehmen in Bezug auf Chancen und Risiken zu nehmen, die in Verbindung mit Nachhaltigkeitsfaktoren stehen. Vermögensverwalter prägen die Wirtschaft entscheidend, denn sie stellen die Finanzierung von Geschäftsmodellen zur Verfügung. Die Entscheidung für eine nachhaltigere Wirtschaft, für weniger Emissionen und die Chance, dem Klimawandel Einhalt zu gebieten, wird auch am Handelstisch und im Dialog mit Unternehmen getroffen. Wir sehen es als unsere Pflicht, die langfristigen Interessen unserer Anleger gegenüber den Unternehmen zu vertreten. Deshalb führen die Mitarbeiter des Portfolio-Managements von Union Investment pro Jahr rund 4000 Gespräche mit Unternehmensvertretern, davon über 500 dezidiert zu Nachhaltigkeitsthemen. Hier geht es im Kern um die Zukunftsfähigkeit der Konzerne, um Transparenz und immer stärker um Fragen des Klimaschutzes, weil die globale Erwärmung massive Auswirkungen auf Management-Entscheidungen hat. Über das Engagement besteht für uns als Anteilseigner also die Möglichkeit, Einfluss auf unternehmerische Entscheidungen auszuüben, die auch geschäftspolitische Aktivitäten aus dem ökologischen und dem sozialen Raum betreffen. Unternehmen mit mangelhaften Nachhaltigkeitsstandards sind deutlich anfälliger für Reputations-, Regulierungs-, Ereignis und Klagerisiken. Aspekte im Bereich ESG können erhebliche Auswirkungen auf das operative Geschäft, auf den Marken- bzw. Unternehmenswert und auf das Fortbestehen der Unternehmung haben. Engagement darf deshalb nicht halbherzig vorgetragen werden, sondern muss überzeugend und glaubwürdig sein. Deshalb gehören Unternehmen, die Forderungen dauerhaft ignorieren und keine Verbesserungen in Sachen Nachhaltigkeit erreichen, nicht in das Portfolio eines langfristigen und verantwortlichen Investors.
Janne Werning

Die Engagement-Richtlinie aus Sicht einer Kirchenbank

Zentraler Baustein für eine wirkungsorientierte Anlagepolitik
Zusammenfassung
Engagement ist einer der zentralen Bausteine einer nachhaltigen Anlagestrategie. Es ist damit fester Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie eines Investors und in seinen Strukturen verortet. Wie sich Engagement-Prozesse gestalten, ist in der Engagement-Richtlinie als verbindliches Regelwerk festgehalten. In ihr wird beschrieben, wann, wie, welche Instrumente und methodischen Vorgehensweisen zum Einsatz kommen. Engagement ist kein Selbstzweck. Es will und soll etwas bei den Investitionsobjekten bewirken. Neben der Verbesserung des Rendite-Risiko-Profils findet sich in der Engagement-Richtlinie aus Sicht einer Kirchenbank auch, dass es bei Engagement-Prozessen zugleich darum geht, positive Beiträge zu einer nachhaltigen Entwicklung zu fördern und negative zu verhindern.
Helge Wulsdorf

Divestments bewirken mehr als Stimmrechtsausübungen oder Engagement

Zusammenfassung
Der Beitrag geht kritisch auf Erfolgsaussichten von Stimmrechtsausübungen (Voting) und Engagements von Aktionären ein. Dazu wird analysiert, welche Einflüsse auf Unternehmen und Aktionärsrenditen erwartet werden können. Zusätzlich werden andere Ansätze verantwortungsvoller Einflussmöglichkeiten bzw. Investments mit Voting und Engagement verglichen. Zu den möglichen Alternativen aus Anlegersicht gehören Naming and Shaming, sogenannte ESG-Momentum-Strategien, Verkäufe bzw. Divestments, Leerverkäufe und positives Screening. Dabei wird auch auf mögliche Auswirkungen innovativer Finanztechnik (Fintech/Wealthtech) eingegangen. Im Beitrag wird erklärt, warum Voting und Engagement trotz ihrer offensichtlichen Limitationen besonders verbreitete Ansätze sind. Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass weniger beliebte Strategien Unternehmensverhalten stärker beeinflussen und für Anleger attraktiver sein können.
Dirk Söhnholz

Verbesserungen in der Wirtschaft erreichen

Frontmatter

Engagement kirchlicher Investoren im AKI – Charakterisierung und künftige Herausforderungen

Zusammenfassung
Kirchliche Investoren im angelsächsischen Bereich, insbesondere in den USA und in Großbritannien, gehören schon seit Jahrzehnten zu den aktivsten und erfolgreichsten Engagement-Akteuren weltweit (vgl. Sanderson 2019). Darin sind sie Vorbilder für den Arbeitskreis Kirchlicher Investoren (AKI) in Deutschland, für den Dialoge mit Unternehmen und Regulatoren im Rahmen von Shareholder Engagement ein immer bedeutender werdender Tätigkeitsschwerpunkt sind. Im insgesamt verspätet gestarteten Engagement-Umfeld in Deutschland ist es dem AKI gelungen, eine „arbeitsfähige evangelische Plattform“ (Emunds und Patenge 2016, S. 12) zu etablieren und inzwischen auch schon einiges an Engagement-Erfahrungen zu sammeln. Im vorliegenden Beitrag soll in erster Linie eine Charakterisierung des im Rahmen des AKI stattfindenden Engagements kirchlicher Investoren erfolgen. Dafür werden nicht nur der Werdegang und die Arbeitsschwerpunkte des AKI und einzelne aktuelle Projekte herangezogen, sondern auch die AKI-Engagement-Leitlinie untersucht. Vier Merkmale des im AKI praktizierten Engagements werden herausgearbeitet, darunter zwei Besonderheiten, die speziell dem Handeln kirchlicher Investoren eigen sind. Im letzten Teil werden die Herausforderungen analysiert, vor die kirchliche Investoren – aber nicht nur sie – durch die regulatorischen Vorhaben auf EU- und Bundesebene zu Sustainable Finance gestellt werden. Diese neuen Rahmenbedingungen gehen mit einem veränderten Nachhaltigkeitsverständnis einher, was am Beispiel des BaFin-Merkblatts zu Nachhaltigkeitsrisiken gezeigt wird. Davon werden die Zielbeschreibungen kirchlicher Geldanlage und damit auch die Engagement-Aktivitäten kirchlicher Investoren beeinflusst werden.
Karin Bassler

Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre – Einsatz für Nachhaltigkeit bei börsennotierten Unternehmen

Zusammenfassung
Der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre ist eine 1986 gegründete Aktionärsvereinigung mit 29 Mitgliedsorganisationen. Der Verband verlangt, dass auch bei börsennotierten Konzernen Nachhaltigkeit und Unternehmensverantwortung eine zentrale Rolle spielen müssen. Freiwillige Selbstverpflichtungen der Firmen reichen nicht aus.
Durch Engagement, aktives Aktionärstum oder Divestment können Investoren und Aktionäre der Unternehmensleitung signalisieren, dass sie mit dem Geschäftsmodell insgesamt oder mit einzelnen Punkten unzufrieden sind. Nichtregierungsorganisationen, die in der Regel keine oder nur eine sehr kleine Zahl von Aktien besitzen, haben die Möglichkeit, Skandale öffentlich anzusprechen (naming), das Unternehmen an den Pranger zu stellen (shaming) und zu einem Boykott durch die Konsumenten aufzurufen.
Der Stellenwert und die Struktur von Nachhaltigkeitsgremien in den Unternehmen ist sehr unterschiedlich. Stakeholder-Dialoge zu ESG-Fragen mit Nichtregierungsorganisationen führen nicht immer zum Erfolg.
Der Dachverband und seine Mitgliedsorganisationen beteiligen sich an mehr als 40 Hauptversammlung jährlich, überwiegend bei DAX-30- und M-DAX-Unternehmen und einigen ausländischen Aktiengesellschaften, stellen Gegenanträge, lassen Konzerngeschädigte zu Wort kommen und konfrontieren in ihren Reden und mit ihren Fragen die Vorstände mit Verstößen gegen Menschenrechte, Umweltschutz und Verantwortung in der Lieferkette. Der Selbstinszenierung vieler Konzerne auf großer Bühne setzen die Kritischen Aktionäre Proteste und symbolische Aktionen entgegen.
Kleinaktionär*innen und Stiftungen unterstützen mit der Übertragung von Stimmrechten die vorab bekannt gegebenen Forderungen und Abstimmungsempfehlungen des Dachverbands. Große Anleger wie Vermögensverwalter und Pensionsfonds lassen sich auf Hauptversammlungen oft von institutionellen Stimmrechtsberatern (Proxy Advisors) vertreten. Der Dachverband verlangt, dass auch diese ihr Abstimmungsverhalten vor den Hauptversammlungen offenlegen.
Der Artikel zeigt anhand zahlreicher Beispiele, wie sich die Arbeit des Dachverbands in mehr als drei Jahrzehnten ausgewirkt hat.
Markus Dufner

25 Jahre Engagement bei Hauptversammlungen

Verband von Investoren für eine nachhaltige Entwicklung (VBDO)
Zusammenfassung
Engagement mit niederländischen börsennotierten Unternehmen zu deren Nachhaltigkeitsstrategie und -praxis war ein Schlüssel zu den Aktivitäten von VBDO zur nachhaltigeren Gestaltung der Kapitalmärkte. Dieser Beitrag beschreibt in ausführlicher Form den Engagement-Ansatz von VBDO und wie er sich in einem 25-jährigen Prozess zu seiner heutigen Form entwickelt hat. Im ersten und zweiten Abschnitt des Beitrags erläutern wir zunächst den breiteren Kontext, in dem VBDO agiert, einschließlich der Projekte, der Mitglieder und der Motivation. Der dritte Abschnitt beschreibt den Engagement-Prozess im Detail. Auch wenn VBDO jeweils nur wenige Aktien der Unternehmen hält, zeigt sich, dass diese sich aufgrund des umfangreichen und strukturierten Engagement-Prozesses bereitwillig mit uns auseinandersetzen. Viertens werden zwei Engagement-Beispiele beschrieben: eines zum Thema existenzsichernder Löhne und eines zum verantwortungsbewussten Umgang mit Steuern.
Durch Engagement mit Unternehmen versucht VBDO in erster Linie, die Entscheidungsfindung des Managements zu Nachhaltigkeitsthemen zu beeinflussen. Darüber hinaus können sich Fragen auf der Hauptversammlung eines Unternehmens auf die Nachhaltigkeitsagenda anderer Aktionäre auswirken und für Mitarbeiter mit Anliegen im Bereich der Nachhaltigkeit als externe Legitimation dienen. Auf diese Weise versucht VBDO gleichermaßen die Nachhaltigkeitsagenda von Unternehmen und deren Aktionären zu beeinflussen. Wir hoffen, dass dieser Beitrag anderen Organisationen und Investoren bei Engagement-Aktivitäten helfen wird.
Jacqueline Duiker, Xander Urbach

Shareholders for Change – Engagement-Aktivitäten in Europa entfalten

Zusammenfassung
Die Investorenplattform Shareholders for Change als Zusammenschluss europäischer Anleger folgt einem einfachen Prinzip: Gemeinsam ist man stärker als jeder Einzelne allein. Zusammenschlüsse in Wissenschaft und Forschung, wirtschaftliche Allianzen – sie alle folgen stets dem Ziel, Kräfte zu bündeln, um gemeinsam etwas zu erreichen, was jeder Einzelne vielleicht nicht, oder jedenfalls nicht mit derselben Wirkung erreichen würde. Anteile an börsennotierten Unternehmen werden genutzt, um auf Hauptversammlungen im Namen aller Mitglieder und im Sinne der Nachhaltigkeitsgrundsätze und ESG-Themen des Netzwerkes positiven Einfluss auf die Unternehmensführung zu nehmen. Aktives Aktionärstum – Shareholder Activism – und Kritisches Aktionärstum – Shareholder Criticism – sind die beiden Konzepte dafür, die, je nach Nachhaltigkeitsthema und Investitionsabsicht unterschiedlich strukturiert, doch beide dasselbe Ziel verfolgen: Die gemeinsam mehr als 25 Milliarden Euro an verwaltetem Vermögen als treibende Kraft zur Verbesserung der Nachhaltigkeitsleistung von Unternehmen, Staaten und anderen Investitionsobjekten und Finanzmarktakteure einzusetzen.
Rainer Ladentrog, Mauro Meggiolaro, Tommy Piemonte

ICCR – Interfaith Center for Corporate Responsibility: Geschichte und Struktur

Zusammenfassung
Dieser Beitrag beschreibt die Entstehungsgeschichte der aktiven Verantwortung von Aktionären durch glaubensbasierte Investierende in den USA in den 1960er-Jahren, die Gründung des Interfaith Center on Corporate Responsibility (ICCR) im Jahr 1971 und die darauffolgende Zeit. Er identifiziert das Motiv der sozialen Gerechtigkeit der Gründerinnen und Gründer als den Schlüsselfaktor, der von Beginn an die Akteure anspornte und erkenntnisanleitend für Forschungen wirkte wie auch für die Entwicklung des fest in den Rechten der Anteilseigner verankerten Modells des Engagement mit börsen-notierten Unternehmen.
Die Entwicklung der Arbeit in den ersten Jahrzehnten fußte auf dem Glaubensbekenntnis der einzelnen Mitglieder sowie der Institutionen, die sie repräsentierten. Dieser Glaube forderte sie dazu auf, ihre Überzeugungen in alle Aspekte des Lebens zu integrieren – auch in die Vermögensverwaltung. Der Appell, dieses Mandat in der Wirtschaft wie auch bei der Verwaltung des Finanzvermögens zu verwirklichen, war für viele ein neue und andersartige Aufgabe, was ihrem Elan aber keinen Abbruch tat.
Ebenso thematisiert der Beitrag, wie das Engagement-Modell, das im Kampf gegen das Apartheidsystems in Südafrika zum Einsatz kam, auf eine breitere, soziale und ökologische Belange umfassende Agenda ausgeweitet wurde. So wird nachgezeichnet, wie sich die Agenda der Investoren in den folgenden Jahrzehnten internationalisierte, was auch durch die Aktivierung der globalen kirchlichen Netzwerke sowie die Anerkennung der Erkenntnis der wachsenden globalen Präsenz von Unternehmen und deren Geschäftsmodellen zu erklären ist. Analysen von Systemen und Lieferketten verschiedener Wirtschaftsbereiche kamen mit der Zeit ebenso hinzu wie eine bewusste Partnerschaft mit säkularen Investoren und mit Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft.
Mit Blick auf die jüngste Epoche befasst sich der Artikel mit dem Einsatz von Runden Tischen und Multi-Stakeholder-Dialogen zur Verbesserung des Shareholder Engagement-Modells. Dabei geht es auch um den Nutzen eines nachhaltigen Engagement, insbesondere dann, wenn es mit sich entwickelnden persönlichen und institutionellen Beziehungen verknüpft ist. Der Beitrag schließt damit, drei der wichtigsten Themen und Lehren zu identifizieren, die aus diesem kurzen Überblick zu fast 50 Jahren resultieren.
Séamus P. Finn

Kirchliche Investoren engagieren sich für einen Lohn zum Leben

Zusammenfassung
Der Arbeitskreis Kirchlicher Investoren (AKI) führte in den Jahren 2016 bis 2018 zusammen mit dem SÜDWIND Institut kritische Dialoge mit Textilunternehmen zum Thema existenzsichernder Lohn in der Textilindustrie. Damit sollte ein Beitrag geleistet werden, die Lebenssituation von Textilarbeiter*innen in Entwicklungsländern und Osteuropa zu verbessern. Gespräche wurden mit folgenden sieben deutschen börsennotierten Unternehmen geführt: ADIDAS, Hugo Boss, Gerry Weber, Metro, Puma, Tom Tailor und Zalando. Durch die Zusammenarbeit mit Organisationen an den Produktionsstandorten konnte aufgezeigt werden, dass Zulieferer dieser Unternehmen keine existenzsichernden Löhne zahlten. Der AKI und SÜDWIND schlugen zehn Maßnahmen vor, um die Lohn- und Arbeitssituation zu verbessern. Inwieweit diese umgesetzt werden konnten, wurde zum Ende des Engagements gemessen. Das Thema Existenzlohn fand im Ergebnis bei vier Unternehmen höhere Beachtung. So schloss sich ein Unternehmen einem Bündnis an, das die Umsetzung des Existenzlohns in der Lieferkette zum Ziel hat. Strukturelle Probleme in der Textilindustrie erschwerten das Engagement.
Antje Schneeweiß

Praxisbeispiel: Aktives Aktionärstum gegen den Klimawandel

Zusammenfassung
Dieser Beitrag diskutiert klimabezogenes Engagement mit Unternehmen als ein Mittel im Kampf gegen den Klimawandel. Zunächst wird untersucht, welchen Beitrag institutionelle Anleger zur Bewältigung der Klimakrise leisten können. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Frage, was institutionelle Investoren in Bezug auf verantwortliches Handeln zu Fragen des Klimawandels vorweisen können – insbesondere mit Blick auf Engagement und die Ausübung der Stimmrechte. Grundsätzlich ist darauf zu verweisen, dass angesichts der Klimakrise, mit der sich sowohl die Erde als Ganzes wie auch die Wirtschaft konfrontiert sehen, der Handlungsansatz der Investoren, ihre diesbezügliche Verantwortung wahrzunehmen, noch unzureichend ist.
Zum Zweiten illustriert dieser Beitrag anhand eines Engagement-Beispiels von Investoren im Bankensektor, wie diese sinnvoller Weise mit den Unternehmen, in die sie investiert sind, zu klimabezogenen Fragen in Dialog treten können – sei es durch Fragen und Abstimmungen bei Hauptversammlungen, durch das Versenden von Briefen oder durch das Einreichen oder Unterstützen von Aktionärsanträgen. Der Beitrag enthält Beispiele für jede Art von Engagement wie auch Vorschläge, in welchen Kontexten diese zielführend sein könnten. Die Ausführungen basieren auf den Erfahrungen von ShareAction, einer gemeinnützigen Organisation, die sich für den Aufbau einer globalen Investmentbranche einsetzt, die Verantwortung für ihre Wirkungen auf Mensch und Umwelt übernimmt.
Sonia Hierzig, Jeanne Martin

Engagement von BMO GAM anhand des Fallbeispiels Diversität bei DAX-Unternehmen

Zusammenfassung
Der Artikel fokussiert auf Engagement als Investorenpflicht und welche Herangehensweisen an Unternehmensdialoge aus Sicht von BMO Global Asset Management (GAM) möglich und sinnvoll sind. BMO GAM ist ein kanadischer Investment Manager mit historisch gewachsener, großer Repräsentanz in Europa. Im Rahmen von reo – responsible engagagement overlay – bietet BMO GAM zudem anderen institutionellen Investoren eine Dienstleistung von Engagement und Stimmrechtsabgabe an.
Zur Veranschaulichung wurde als Engagement-Beispiel das Thema Diversität gewählt. Es wird beschrieben, welche Relevanz das Thema für Investoren hat, wie – im Jahr 2019 – alle DAX 30-Unternehmen zu dem Thema adressiert wurden, und welche Entwicklungen zu beobachten sind.
Nina Roth

ICCR: Engagement mit dem Bergbausektor

Zusammenfassung
Bereits seit der Gründung des Interfaith Center on Corporate Responsibility (ICCR) im Jahr 1971 betreiben dessen Mitglieder Engagement mit dem Bergbausektor. Dieses konzentrierte sich im Allgemeinen auf die Strategien und Praktiken der Unternehmen und deren Auswirkungen auf die Beschäftigten und die lokalen Gemeinden, wie auch auf die indirekten Auswirkungen, die Menschen aufgrund des Vorgehens der Unternehmen mit Blick auf Umweltbelange erlitten.
Diese Kampagnen wurden von Aktiven im Sinne sozialer Gerechtigkeit aus den verschiedenen kirchlichen Institutionen initiiert. Sie versuchten, ihren Einfluss zu nutzen, den sie als Aktionäre und Teil einer breiteren Kampagne bei den Bergbau-Unternehmen geltend machen konnten. Die Umweltfragen, die hierdurch in den Vordergrund rückten, deckten sich mit vielem, was mit der Einführung und Feier des Earth Day 1970 diskutiert wurde.
Zusätzlich zu den Auswirkungen auf die Gesundheit und Sicherheit der lokalen Bevölkerung standen auch Fragen zu Land- und Schürfrechten sowie zum Thema Urbarmachung von Land auf der Agenda. Aufgrund der zerstörerischen Wirkungen des Bergbaus auf Erhebungen und Bergkuppen und auch wegen des Vorgehens, überschüssigen Schutt in Tälern und Bächen abzulagern, ist der Tagebau Ursache dafür, dass sich die Zahl der betroffenen Staaten und Regionen erhöhte. Im Laufe der 1980er-Jahre weitete sich die geografische Reichweite der Kampagnen aus, um internationale Aktivitäten von Unternehmen zu adressieren und die Probleme und besonderen Herausforderungen in den Blick zu nehmen, denen sich Indigene und eingeborene Völker gegenübersahen.
Eine neue Phase des Engagement mit dem Bergbau-Sektor begann 2013, als eine Reihe von Gesprächen mit verschiedenen Interessengruppen von internationalen religiösen Führungspersonen einberufen wurde. Diese Tage der Reflexion – wie sie genannt wurden – sollten einen tieferen Einblick in die Geschichte und die Rolle des Bergbaus über die Jahrhunderte hinweg gewähren und der Frage nachgehen, wie dieser zur Vision einer nachhaltigen Entwicklung passt. Ziel dieser Tagungen war es, das zerstörerische Erbe der Industrie anzuerkennen und Wege zu ergründen, wie diese ihren Ruf und ihre Beziehungen zu lokalen und indigenen Gemeinschaften verbessern könnte.
Das letzte Kapitel zu diesem Engagement muss noch geschrieben werden, denn die Umsetzung der Aktivitäten, die sich aus den Gesprächen ergeben haben, benötigen Zeit. Der Durst nach Rohstoffen auf globaler Ebene nimmt weiter zu, und es bleibt abzuwarten, ob er in einer Weise gestillt werden kann, die den Schaden für den Planeten mindert und das Leben der lokalen Gemeinschaften schützt und verbessert.
Séamus P. Finn

Perspektivische Überlegungen zu Wandel, Wirkung und gelingenden Dialogen

Frontmatter

Kulturwandel, Kulturverträglichkeit – Eine Betrachtung ausgehend vom Frankfurt-Hohenheimer Leitfaden

Zusammenfassung
Mit dem Ziel, durch ethisch-nachhaltige Investments eine gerechte und zukunftsfähige Marktwirtschaft und damit einhergehend die Initiierung eines Kulturwandels in Richtung Nachhaltigkeit zu fördern, wurde der Frankfurt-Hohenheimer Leitfaden (FHL) in den 1990 Jahren von einer interdisziplinären Forschungsgruppe, der Projektgruppe Ethisch-Ökologisches Rating (EÖR), entwickelt und im Jahr 1997 veröffentlicht (Hoffmann et al. 1997) (Eine gekürzte und inhaltlich überarbeitete Fassung des FHL hat die Projektgruppe gemeinsam mit oekom im Jahr 2000 veröffentlicht (Projektgruppe Ethisch-Ökologisches Rating Frankfurt-Hohenheim und oekom research AG 2000)). Erstmals lag nun eine wissenschaftlich fundierte Kriteriologie vor für die Bewertung von Unternehmen und Kapitalanlagen nach ethischen Nachhaltigkeitskriterien: Grundlage für die Ermöglichung theorie- und methodenfundierter ethisch-nachhaltiger Investments.
Um nicht auf einer wissenschaftlich-abstrakten Ebene zu verbleiben, wurde die Umsetzung des FHL in ein konkret anwendbares Nachhaltigkeitsrating-Konzept, das Corporate Responsibility Rating (CRR), ebenfalls geleistet durch die Projektgruppe EÖR in ganz enger Zusammenarbeit mit der damaligen oekom GmbH.
Der FHL ist nicht nur in das Corporate Responsibility Rating von oekom eingeflossen, sondern hat auch in weiteren Kriteriologien und Bewertungskonzepten seinen Niederschlag gefunden. Außerdem sind auf der Basis des FHL verschiedene Initiativen entstanden. So wurden im Jahr 2000 auf Betreiben der Projektgruppe EÖR sowohl CRIC e.V. gegründet, der Verein zur Förderung von Ethik und Nachhaltigkeit bei der Geldanlage, als auch 2001 das Forum Nachhaltige Geldanlagen.
Claudia Döpfner

Engagement – Überlegungen zu Wirkmechanismen einer diskursiven Praxis

Zusammenfassung
Der vorliegende Text beobachtet Engagement als diskursive Praxis. Zunächst wird die Rollenkonstellation zwischen Engagement-Akteur und Organisation reflektiert. Für die wenigen Engagement-Situationen, in denen Stakeholder ihre konkreten Interessen (teilweise) durchsetzen können, lassen sich Wirkmechanismen aus dieser Rollenkonstellation weitgehend erklären. Weiter greift der Text auf die empirisch fundierten Perspektiven der Diskurs- und Praxistheorie zurück, um über die Rollenkonstellation hinaus die für soziale Zusammenhänge typischen Prozesse der sozialen Konstruktion von Bedeutungen hinzuweisen. Damit kommt die Diskursqualität von Engagement in den Blick, deren Wirkungen selten in simplen Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen liegen. Schließlich verweist der Text darauf, dass für ein umfassendes Verständnis von Engagement der Kontext aus umfassenderen Diskursen sowie aus weiteren Prozessen der Veränderung berücksichtigt werden muss.
Marcel Malmendier

Wirkung nachhaltigen Investierens und des Engagements im Speziellen

Zusammenfassung
Bei näherer Beschäftigung mit der Wirkung nachhaltigen Investierens trifft man auf eine komplexe Problematik und einige noch ungeklärte Fragen. Es gibt teilweise eine erhebliche Diskrepanz zwischen der Wirkung, die ein Anlagesubjekt mittels nachhaltigen Investierens erzielen möchte, der Wirkung, die es meint zu erzielen, und der Wirkung, die es tatsächlich erzielt.
Eine umfassende Auswertung der einschlägigen akademischen Literatur (Kölbel et al. 2019) kommt zu dem Ergebnis, dass Anlagen am Sekundärmarkt kaum Nachhaltigkeitswirkungen entfalten. Gleichzeitig ist mit einem Anteil von rund 80 Prozent aller weltweit nachhaltig angelegten Mittel (GSIA 2019, S. 10) diese Anlageform die vorherrschende.
Dem gegenüber entfaltet Engagement erheblich mehr Nachhaltigkeitswirkung (Kölbel et al. 2019), betrifft aber nur einen Anteil von rund 18 Prozent aller weltweit nachhaltig angelegten Mittel (GSIA 2019, S. 10).
Werden nachhaltige Anlageprodukte, die am Sekundärmarkt erworbene Anlageobjekte enthalten, an dem Anspruch gemessen, die reale Welt im Sinne von mehr Nachhaltigkeit tatsächlich ein Stück besser zu machen, reicht die Titelselektion anhand noch so ausgeklügelter Auswahlverfahren offenbar nicht aus.
Vor diesem Hintergrund ist es im Sinne einer Verbesserung der Wirkung nachhaltigen Investierens wünschenswert, wenn der Anteil der Anlagen mit Engagement-Bezug möglichst kurzfristig deutlich erhöht werden würde.
In diesem Beitrag wird ein entsprechender Paradigmenwechsel gefordert und es werden drei konkrete Vorschläge gemacht, auf welchem Wege nachhaltiges Investieren tatsächlich seine volles Wirkpotenzial entfalten könnte.
Rolf Ostmann
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