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10.05.2016 | Nanotechnologie | Im Fokus | Onlineartikel

Neuartige Bilder aus dem Körper

Autor:
Dieter Beste


Ein Erfinder-Duo hat der Medizintechnik ein neues Bildgebungsverfahren spendiert. Nun sind sie für den Europäischen Erfinderpreis nominiert.

Die beiden deutschen Physiker Bernhard Gleich und Jürgen Weizenecker dürfen sich Hoffnungen auf den Europäischen Erfinderpreis 2016 machen: Das Duo ist für die Entwicklung der Magnetpartikelbildgebung (MPI) in der Kategorie "Industrie" nominiert. Ihre Innovation gilt als neue Generation der Bildgebungstechnologie und macht die Darstellung von Gewebe in Echtzeit, dreidimensional und auf den Millimeter genau möglich. In "Principles and Applications of Magnetic Particle Imaging" erklärt Springer-Autor Bernhard Gleich die Möglichkeiten von MPI in der Medizintechnik.

Im Jahr 2000 begannen Gleich und Weizenecker gemeinsam bei Philips Research in Hamburg an der Entwicklung des MPI-Verfahrens. 2005 veröffentlichten die Physiker dann in der Zeitschrift Nature die Methode, die hinter MPI steckt, und präsentierten sie als ein vielversprechendes neues Verfahren zur Erkennung von Gefäßerkrankungen und Tumoren. MPI nutzt die magnetischen Eigenschaften von sogenannten superparamagnetischen Eisenoxid-Nanopartikeln (SPIONs): Sobald sich diese in der Blutbahn eines Patienten befinden, können sie über ein Magnetfeld sichtbar gemacht und per Software in Echtzeit zu dreidimensionalen Aufnahmen mit hoher Genauigkeit aus dem Körperinneren ausgespielt werden. Im Vergleich zur Magnetresonanztomographie (MRT) lassen sich Bilder mit MPI wesentlich schneller erzeugen. Ärzte könnten beispielsweise sofort feststellen, ob etwa ein Gefäß verengt oder eine Arterie verkalkt ist.

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Magnetic Particle Imaging

A Novel SPIO Nanoparticle Imaging Technique

Magnetic Particle Imaging (MPI) is a novel imaging modality. In MPI superparamagnetic iron oxide nanoparticles are used as tracer materials.

The volume is the proceeding of the 2nd international workshop on magnetic particle imaging (IWMPI). The


Weil Patienten bei der Anwendung keiner Strahlung ausgesetzt und die Eisenpartikel vom Körper problemlos abgebaut werden, handelt es sich bei MPI ganz offenbar um eine besonders schonende Methode der Diagnostik. Zudem, so die Erfinder, könnte MPI während einer Operation durch die Übertragung von Livebildern aus dem Körperinneren helfen, die Auswirkungen von Eingriffen und Medikamentenabgaben in Echtzeit zu überwachen. Das Europäische Patentamt hat dem Erfinder-Duo im Laufe der Jahre 18 Patentfamilien für Verbesserungen der MPI-Technologie erteilt, zu denen auch ein überlagertes oszillierendes Magnetfeld gehört, das noch feinere Signale auffängt. Der erste präklinische MPI-Scanner kommt seit 2014 am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) zum Einsatz. 

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