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Über dieses Buch

Politische Systeme determinieren andere Gesellschaftssysteme: Sie bringen etwa unterschiedlich ausgeprägte Mediensysteme hervor, deren Massenmedien unterschiedliche Funktionen für die Gesamtgesellschaft erbringen – je nach Typus auf dem Spektrum politischer Regime vom perfekten Totalitarismus bis hin zur embedded democracy. Systemtheoretisch betrachtet unterliegen die Subsysteme des Gesellschaftssystems demnach einer hierarchischen Logik – dies postuliert der hier entwickelte theoretische Ansatz der normativen Gebundenheit. Die Arbeit versucht dies anhand einer deskriptiven, deduktiven sowie komparativen Argumentation in einem internationalen most-different-Vergleich zwischen den politischen und den Mediensystemen Ägyptens und Deutschlands zu begründen. Zugleich finden sich in den Daten der empirischen Erhebung der Mediennutzung – insbesondere der Nutzung sozialer Netzwerke – und der politischen Einstellungen ägyptischer und deutscher Studierender Indizien für die theoretische Annahme.

Der Autor

Steffen Armbruster ist derzeit für den Bayerischen Rundfunk sowie die ARD als Korrespondent tätig und berichtet für Fernsehen, Hörfunk und Online aus dem Bodenseeraum. Er hat Journalistik, Politikwissenschaft und Philosophie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt studiert und unterrichtet dort immer wieder Studierende in der journalistischen Praxis.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Zusammenfassung
Das Kapitel liefert einen Überblick. Es werden sowohl die Fragestellung, die Methodik des Vorgehens sowie der Aufbau beziehungsweise die innere Logik der Arbeit vorgestellt.
Steffen Armbruster

Politische Systeme

Frontmatter

Kapitel 2. Staatsdenken und politische Ordnung aus historischer Perspektive

Zusammenfassung
Wie in den Ausführungen zum Aufbau der Arbeit erläutert wurde, soll die politische Philosophie einen breiten Überbau zu den darauf folgenden theoretischen Darstellungen des politischen Systems sowie des Mediensystems liefern – quasi eine Meta-Perspektive. Denn die Ideengeschichte, die Staatsphilosophie und damit die Frage danach, was den Staat definiert und welches normativ betrachtet der möglichst beste Staat sein könnte, beschäftigt politisches Denken bis heute. So wird hier zunächst ein Blick in die Vergangenheit geworfen zu den ersten Versuchen der Typologisierung politischer Verfassungen sowie auf die Suche nach einem idealen Staatsgebilde.
Steffen Armbruster

Kapitel 3. Staatstypologien und das politische System aus moderner Perspektive

Zusammenfassung
Die Ausführungen der vorhergehenden Kapitel zu den ersten Staatstypologien sowie der politisch-philosophische Blick auf den Idealstaat münden in die moderne Sicht auf politische Ordnung und Herrschaft. Die heute gebräuchliche Typologie konstitutioneller und autokratischer Regime lässt sich vor diesem Hintergrund ihrer Entwicklungsgeschichte plausibel nachvollziehen. So ist der Staat, der in der Antike noch aus kleinteiligen Einheiten auf geografisch eng begrenztem Raum existierte, in all seinen Dimensionen gewachsen und wird neben den Regimen und Regierungen verstanden als Teil eines quasi atmenden politischen Systems, das der Gesellschaft einerseits Ressourcen nimmt, ihr aber in Form von Normen und Regularien funktionell etwas zurückgibt.
Steffen Armbruster

Kapitel 4. Das politische System Ägyptens

Zusammenfassung
Die Arabische Republik Ägypten und ihre unterschiedlichen Epochen stehen hier pars pro toto für ein autoritäres politisches System – in unterschiedlichen Subvarianten. Ihre Geschichte beginnt 1952 an einem 23. Juli, der heute der Nationalfeiertag Ägyptens ist. Ausgerufen wurde die Republik rund ein Jahr später, 1953. Das Kapitel betrachtet die politischen Regime ab dieser Zeit. Auch der Umbruch des Arabischen Frühlings und seine Folgen werden betrachtet.
Steffen Armbruster

Kapitel 5. Das politische System Deutschlands

Zusammenfassung
Die Bundesrepublik Deutschland steht hier pars pro toto für ein parlamentarisches demokratisches politisches System. Deutschland gilt als liberale Demokratie, die trotz schwieriger innen- wie außenpolitischer Herausforderungen und des Erbes der Nationalsozialisten nach 1945 über Jahrzehnte hinweg stabil geblieben ist – ein Umstand, den nur wenige Staaten der Welt für sich reklamieren können, wenngleich sich der Trend erkennen lässt, dass Demokratien ab Mitte der 1970er Jahre und explizit ab 1990 mit der dritten Welle der Demokratisierung (Huntington, 1993) weltweit zugenommen haben. Als liberale „freie“ Staaten dürften etwas weniger als 50 Prozent aller 195 Länder gelten (vgl. Merkel, 2010, S. 492); Freedom House spricht derzeit von 44 Prozent (Freedom House, 2017).
Steffen Armbruster

Mediensysteme

Frontmatter

Kapitel 6. Mediensysteme und gesellschaftliche Funktion (Metaebene)

Zusammenfassung
In diesem Kapitel soll es zunächst um die Frage gehen, wie dependent/autopoietisch oder interdependent/allopoietisch Mediensysteme sind. Anschließend folgt eine etwas pragmatischere Sicht auf Mediensysteme und ihre Vergleichbarkeit im politischen Kontext. Es schließt sich in Anknüpfung etwa an Blum, Luhmann, Siebert et al. und Hallin/Mancini der Vorschlag an gesellschaftliche Systeme dreidimensional als normativ gebunden zu begreifen, was in einer Definition von Mediensystemen mündet.
Steffen Armbruster

Kapitel 7. Mediensysteme und das Konzept normativer Gebundenheit

Zusammenfassung
Das zentrale Kapitel dieser Arbeit geht zunächst auf die Funktionen von Massenmedien ein und differenziert dabei in Mediensysteme, die von autoritären sowie von demokratischen Umwelten umgeben sind. Dabei zeigen sich unterschiedliche Funktionen. Schließlich wird das zentrale Konzept der normativen Gebundenheit entwickelt und daran anschließend eine Definition von Massenmediensystemen vorgeschlagen.
Steffen Armbruster

Kapitel 8. Medienwirkungen und politisches Bewusstsein (Mikroebene)

Zusammenfassung
Der Einfluss von Massenmedien auf die Rezipienten soll hier näher betrachtet werden. Medienwirkungen können sich linear am Massenkommunikationsprozess orientieren und in eine präkommunikative (Mediennutzung, Motivationen), in eine kommunikative, kognitive (verstehen, verarbeiten) sowie eine postkommunikative (Agenda-Setting, Wissenskluft-Hypothese) Phase eingeteilt werden. Hier geht es sowohl um die Mediennutzung, konkret um die Nutzung sozialer Netzwerke, als auch um die postkommunikative Phase, um das also, was im Anschluss an die Medienselektion und an die kognitive Verarbeitung der verbreiteten Informationen geschieht: Die Bildung von Wissen beziehungsweise von Einstellungen zu bestimmten Themen, hier konkret zur Politik, zu ihren Strukturen, Organisationen, zu ihren Akteuren (Parteien und Personen) und ihren Zwängen.
Steffen Armbruster

Kapitel 9. Das ägyptische Mediensystem im arabischen Kontext

Zusammenfassung
Mediensysteme in den Ländern der arabischen Welt – von Marokko über Ägypten bis in den Oman – folgen einem Spezifikum: Sie verstehen sich nur in einem nationalen und zugleich transnationalen Kontext. So lassen sich weder das ägyptische noch andere nationale Mediensysteme ohne die panarabischen Medien denken, denen in einer globalisierten und technologisch wie digital vernetzten Welt eine besondere Rolle im arabischen Raum zukommt – anders als etwa in Europa, das nicht den Vorteil einer gemeinsamen Sprache zum politischen Diskurs genießt. Hier soll es sowohl um dieses Spezifikum gehen als auch konkret um das ägyptische Mediensystem.
Steffen Armbruster

Kapitel 10. Das deutsche Mediensystem

Zusammenfassung
Der deutsche Journalismus ist gut 400 Jahre alt; wissenschaftliche Betrachtungen der Publizistik gab es bereits im 17. Jahrhundert mit dem Entstehen der periodischen Massenpresse. Mit Fächern wie der Zeitungswissenschaft (erstmals als Institut 1916 an der Universität Leipzig), die sich zunächst ausschließlich dem Pressemarkt widmete, und heute Journalistik beziehungsweise Kommunikationswissenschaft (ab Mitte der 1970er Jahre) haben sich ab Anfang des 20. Jahrhunderts Studiengänge an den Universitäten etabliert, die einerseits bestrebt sind, Journalisten qualitativ hochwertig auszubilden und andererseits seither intensiv das deutsche und andere Massenmediensysteme erforschen. Um Rahmenbedingungen, Rundfunk, Presse und soziale Medien geht es in diesem Kapitel.
Steffen Armbruster

Methodik und Ergebnisse

Frontmatter

Kapitel 11. Methodik und Erhebung der empirischen Daten

Zusammenfassung
Diese Forschungsarbeit geht der Frage nach: Welche Relevanz hat die Nutzung sozialer Netzwerke für das politische Bewusstsein Studierender in Ägypten und in Deutschland? Das dafür entworfene Forschungsdesign ist eine Mischung aus einem auf Metaebene angelegtem nicht-standardisierten international vergleichenden Ansatz und einem standardisierten ebenfalls komparativen empirischen Verfahren. Übergeordnet wurden zwei Untersuchungsgegenstände nach heuristischer Fallauswahl (Ägypten als Untersuchungssystem sowie Deutschland als Basissystem) theoretisch betrachtet. Als empirisches Verfahren darin integriert ist eine Befragung, die in digitaler Form über Ländergrenzen hinweg politisches Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger beider Länder, konkret ihrer Studierenden, erfassen konnte. Die Methodik und das Vorgehen werden hier beleuchtet.
Steffen Armbruster

Kapitel 12. Analyse der empirischen Daten

Zusammenfassung
An der für diese Studie durchgeführten Online-Befragung haben sich insgesamt 660 Personen beteiligt, die zusammen genommen 38.600 Fragen beantworteten (die Zahl der Teilnehmenden an den beiden zuvor durchgeführten Pretests lag zusätzlich bei 237 für den Gesamttest sowie für den Test der Funktionalität des Erhebungs-Tools unfrageonline.​com bei 220). In den folgenden Kapiteln werden die empirischen Daten ausgewertet.
Steffen Armbruster

Kapitel 13. Resümee

Zusammenfassung
Das Kapitel blickt noch einmal zurück und zieht ein Gesamtresümee der Arbeit. Dabei werden die einzelnen Kapitel nochmal angeschnitten und reflektiert.
Steffen Armbruster

Backmatter

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