Populismus – Korrektiv oder Gefahr
Funktionsspektrum und politische Bedeutung in demokratischen Systemen
- 2021
- Buch
- Verfasst von
- Raphael Gritschmeier
- Buchreihe
- Empirische Studien zur Parteienforschung
- Verlag
- Springer Fachmedien Wiesbaden
Über dieses Buch
In der öffentlichen Diskussion stellt Populismus vor allem im europäischen Raum einen negativ konnotierten Begriff dar. Meist werden populistische Parteien als Gefahr für die liberale Demokratie, ihre Institutionen und Garantien betrachtet. Die Forschung schreibt ihnen jedoch bereits seit längerem eine potenzielle Wirkung als Korrektiv zu. Diese Ausgangslage nimmt die vorliegende Studie zum Anlass, die beiden Wirkperspektiven (Korrektiv/Gefahr) zu systematisieren und mithilfe von jeweils vier zugehörigen Funktionen auszudifferenzieren. Dieses theoretisch ausbuchstabierte Funktionstableau wird anhand der rechtspopulistischen Fallbeispiele Alternative für Deutschland (AfD) und Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) empirisch geprüft. Ausgehend von der hohen Kontextaffinität von (Rechts-)Populismus steht die Frage im Mittelpunkt, welche Funktionen (rechts-)populistische Akteure innerhalb der liberal-demokratischen Ordnung übernehmen und unter welchen Kontextbedingungen sie diese aus- und erfüllen können.
Inhaltsverzeichnis
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Frontmatter
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Kapitel 1. Einleitung: Wie wirkt Populismus innerhalb der Demokratie?
Raphael GritschmeierDas Kapitel beleuchtet das komplexe Verhältnis von Populismus und Demokratie, indem es die korrektiven und gefährdenden Wirkpotenziale des Populismus innerhalb demokratischer Systeme untersucht. Es stellt die These auf, dass Populismus sowohl korrektiv als auch gefährdend wirken kann und entwickelt ein mehrdimensionales Modell zur Definition von Populismus. Besonders interessant ist die detaillierte Analyse der Funktionen populistischer Akteure und die empirische Untersuchung der Parteien AfD und FPÖ, die neue Einblicke in die Wirkungsmechanismen von Populismus in der Demokratie bietet.KI-Generiert
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ZusammenfassungDas korrektive und gefährdende Wirkpotenzial des Populismus innerhalb demokratischer Systeme ist ein in der Forschung bekanntes und aus der theoretischen Warte bereits breit rezipiertes Thema. Es bedarf jedoch einer Systematisierung und vertiefenden empirischen Prüfung. Diesen Aufträgen wird sich die vorliegende Arbeit widmen, deren Ziel, Konzept und Aufbau im Folgenden näher erläutert werden. -
Kapitel 2. Theoretische Grundlagen
Raphael GritschmeierZusammenfassungJede empirische Analyse bedarf eines stabilen theoretischen Gerüsts als Basis und Raster für die abschließende Auswertung der Ergebnisse. Dies gilt für den Themenkomplex Populismus umso mehr, als er einen in der Politikwissenschaft umstrittenen Begriff darstellt. Daher ist es der vorliegenden Arbeit zunächst ein Anliegen, die wissenschaftliche Qualität des Populismusbegriffs darzulegen. -
Kapitel 3. Die Wirkungsebene: Die Rolle von Populismus für die Demokratie
Raphael GritschmeierDas Kapitel befasst sich mit der Rolle von Populismus in der Demokratie und untersucht, wie dieser als Korrektiv oder Gefahr für die demokratische Ordnung angesehen werden kann. Es werden zwei idealtypische Antworten auf die Frage nach der Wirkung des Populismus diskutiert: Einerseits wird Populismus als Ausdruck des demokratischen Wesens betrachtet, der als Korrektiv fungiert und die Demokratie stärkt. Andererseits wird er als Gefahr für die liberale Demokratie gesehen, die er durch seine anti-liberale Ausrichtung bedroht. Die verschiedenen Funktionen des Populismus, wie Politisierung, Indikatorfunktion, Mobilisierung und Kanalisierungsfunktion, werden detailliert analysiert und ihre jeweiligen Korrektiv- und Gefährdungspotenziale beleuchtet. Besonders hervorhebenswert ist die differenzierte Betrachtung der ideologischen Merkmale des Populismus und deren Auswirkungen auf die demokratische Ordnung. Der Text bietet somit eine umfassende und nuancierte Analyse der komplexen Beziehung zwischen Populismus und Demokratie.KI-Generiert
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ZusammenfassungWelche Wirkung kann Populismus in der Demokratie entfalten? Darauf lassen sich in der wissenschaftlichen sowie öffentlichen Diskussion zwei idealtypische Antworten finden. Zum einen wird im Populismus das demokratische Wesen in Reinform erblickt und diesem die Rolle eines Korrektivs zugeschrieben, während die zweite den Populismus im klaren Widerspruch zur liberalen Demokratie, also als Gefahr für die demokratische Ordnung, einordnet. Er wird also wahlweise als „Schatten“ der Demokratie, der unangenehm auffällt, aber ausgehalten werden muss und auch produktive Wirkung entfalten kann, oder aber negativ konnotiert als „Pathologie der Demokratie“ (Taggart) bezeichnet. -
Kapitel 4. Von der Theorie zur Empirie: Populismus – Korrektiv oder Gefahr in der Demokratie?
Raphael GritschmeierDer Fachtext untersucht die Wirkung von Populismus in der Demokratie, indem er theoretische Konzepte und acht Funktionen des Populismus beschreibt. Diese Funktionen werden anhand von zwei Fallbeispielen, der AfD und der FPÖ, empirisch geprüft. Die Analyse umfasst sowohl die Programmatik als auch die politische Praxis der beiden Parteien und zielt darauf ab, die Frage zu beantworten, ob Populismus korrektiv oder gefährdend auf die Demokratie wirkt. Besondere Aufmerksamkeit wird der Kontextabhängigkeit und den verschiedenen politischen Entwicklungsphasen der Parteien geschenkt. Die empirische Untersuchung erfolgt durch eine qualitative Inhaltsanalyse der Programme und eine diachrone Analyse der politischen Praxis. Die Ergebnisse sollen Aufschluss darüber geben, wie Populismus die demokratische Ordnung beeinflusst und welche spezifischen Wirkungsmechanismen dabei eine Rolle spielen.KI-Generiert
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ZusammenfassungDie breit angelegte empirische Untersuchung mit zahlreichen Anknüpfungspunkten und Analyseschritten erfordert eine systematische Herangehensweise. Nach der Darstellung der theoretischen Grundlagen zu Begriff, Konzept und möglichen Wirkungsweisen von (Rechts-)Populismus werden daher im Folgenden nun Ansatz und Aufbau der empirischen Analyse genauer erläutert. Dabei wird erneut auf die bereits in der Einleitung aufgeworfenen Forschungsfragen eingegangen, es wird die Konzentration auf die Fallbeispiele AfD und FPÖ begründet hergeleitet und deren jeweilige politische Entwicklungsgeschichte überblicksartig dargelegt. -
Kapitel 5. Analyse: Wie wirkt Populismus innerhalb der Demokratie?
Raphael GritschmeierDer Fachtext untersucht die Wirkung von Populismus innerhalb der Demokratie, indem er die politische Entwicklung und die empirische Wirkung des Populismus anhand der Beispiele AfD und FPÖ analysiert. Die Analyse basiert auf der Programmatik und den politischen Handlungen der Parteien und zeigt, wie Populismus die politische Landschaft beeinflusst. Besonderes Augenmerk wird auf die Politisierungsfunktion gelegt, die darin besteht, die Bevölkerung zu aktivieren und die politische Teilhabe zu stärken. Die AfD wird als Beispiel für diese Funktion herangezogen, wobei deren Programmatik und politische Praxis untersucht werden. Die Analyse zeigt, dass die AfD durch ihre politischen Positionen und Aktionen versucht, die öffentliche Meinung zu beeinflussen und die politische Agenda zu setzen. Darüber hinaus wird die Polarisierungsfunktion des Populismus untersucht, die darin besteht, die etablierten politischen Eliten und die Medien zu kritisieren und die Bevölkerung gegen die politischen Eliten aufzubringen. Die Analyse zeigt, wie die AfD durch ihre politischen Aktionen und Reden versucht, die öffentliche Meinung zu polarisieren und die politische Debatte zu beeinflussen. Insgesamt bietet der Fachtext eine umfassende und detaillierte Analyse der Wirkung von Populismus innerhalb der Demokratie und zeigt, wie Populismus die politische Landschaft beeinflusst und verändert.KI-Generiert
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ZusammenfassungDem Überblick über die politische Entwicklungsgeschichte beider Fallbeispiele folgt nun die empirische Analyse. Sie untersucht die in der Überschrift zum fünften Kapitel enthaltene Frage nach der Wirkung von Populismus innerhalb der demokratischen Ordnung akteursspezifisch und konkret an den Beispielen AfD sowie FPÖ. Sie nimmt innerhalb der vorliegenden Arbeit breiten Raum ein, denn sie nimmt insgesamt sechszehn Einzelstudien vor, ausgerichtet am theoretisch entwickelten Funktionstableau von Populismus. -
Kapitel 6. Synopse: Wirkung von AfD und FPÖ innerhalb der Demokratie
Raphael GritschmeierDas Kapitel untersucht die Wirkung von AfD und FPÖ innerhalb der Demokratie und zieht theoretische Schlussfolgerungen aus den empirischen Analyseergebnissen. Es wird dargelegt, wie diese Parteien die Demokratie beeinflussen und welche Funktionen sie in der politischen Landschaft erfüllen. Die Analyse zeigt, dass populistische Parteien sowohl korrektive als auch gefährdende Wirkungen auf die Demokratie haben können. Besonders interessant ist die Betrachtung der verschiedenen Funktionen, wie die Indikatorfunktion, die Deckmantelfunktion und die Mobilisierungsfunktion, sowie die Untersuchung der Rolle von Populismus in der Politisierung und Polarisierung der Gesellschaft. Die Studie hebt hervor, dass die Wirkung von Populismus in der Demokratie entlang eines Kontinuums strukturiert werden kann, wobei die Parteien sowohl als Korrektiv als auch als Gefahr für die demokratische Ordnung wirken können. Die theoretischen Schlussfolgerungen und die empirischen Befunde bieten wertvolle Einblicke in die Dynamik und Komplexität des Populismus in modernen Demokratien.KI-Generiert
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ZusammenfassungNachdem die populistischen Wirkprofile von AfD und FPÖ bereits getrennt zusammengefasst wurden, erfolgt nun ein strukturiertes, breiter angelegtes Resümee der zentralen empirischen Analyseergebnisse. Von diesen ausgehend werden theoretische Schlussfolgerungen gezogen, mit Blick auf beide Fallbeispiele AfD und FPÖ sowie die Wirkung von (Rechts-)Populismus innerhalb der Demokratie generell, ausgerichtet an den ersten beiden Forschungsfragen. Daneben werden die Ergebnisse der Analysen dahingehend ausgewertet, ob sie darauf hindeuten, dass sich die empirische Wirkung (rechts-)populistischer Akteure entlang eines Kontinuums strukturieren lässt. -
Kapitel 7. Ausblick
Raphael GritschmeierDer Beitrag untersucht das Phänomen des Populismus, insbesondere im Kontext der Proteste gegen die Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Pandemie. Es wird hervorgehoben, dass Populismus ein systematisches Konzept darstellt, das wertvolle Einblicke in die Demokratieforschung bietet. Die Entwicklung und der politische Aufstieg populistischer Parteien, wie der AfD und der FPÖ, werden analysiert, wobei die Nähe zu rechtsextremen Zirkeln und Netzwerken eine zentrale Rolle spielt. Die Herausforderungen und Strategien für die etablierten Parteien, um den Einfluss des Populismus zu minimieren, werden detailliert beleuchtet. Besonders interessant ist die Diskussion über die Notwendigkeit von Populismus in der Demokratie und die Gefahren, die von populistischen Akteuren ausgehen. Die Analyse schließt mit der Betonung der Bedeutung von Reflexion und Selbstkorrektur für die Stabilität der Demokratie und weist auf zukünftige Forschungsfragen hin.KI-Generiert
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ZusammenfassungDas politische Phänomen des Populismus ist aktueller denn je, gerade im Kontext der Proteste gegen die politischen Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Pandemie. Auf Grund seines systematischen Ansatzes bildet das vorgeschlagene Konzept des Populismus einen hohen Mehrwert für die Demokratieforschung. Die Entwicklung und der politische Aufstieg populistischer Parteien oder Bewegungen sollten von den etablierten Parteien zunächst einmal ernstgenommen werden. -
Backmatter
- Titel
- Populismus – Korrektiv oder Gefahr
- Verfasst von
-
Raphael Gritschmeier
- Copyright-Jahr
- 2021
- Electronic ISBN
- 978-3-658-35901-0
- Print ISBN
- 978-3-658-35900-3
- DOI
- https://doi.org/10.1007/978-3-658-35901-0
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